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Gehalt: Die richtige Strategie für die Gehaltsverhandlung

Den Chef um mehr Geld zu bitten, fällt manch einem Arbeitnehmer schwer. Damit Sie sicherer in die Gehaltsverhandlung gehen können, liefern Ihnen die Jobexperten nützliche Tipps und Tricks.

So manch ein Arbeitnehmer hat Angst davor, den Unwillen des Chefs auf sich zu ziehen, wenn er um eine Gehaltserhöhung bittet. Den meisten ist ein solches Gespräch zumindest unangenehm. Vielleicht hilft Ihnen ein Spruch von Henry Ford, um ihr "schlechtes Gewissen" zu beruhigen: "Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt." Darüber hinaus gewinnen Sie mehr Sicherheit, wenn Sie gut vorbereitet in ein solches Gespräch gehen. Für den Erfolg Ihrer Verhandlung ist es unabdingbar, dass Sie sich unbedingt ausreichend Zeit für die gründliche Vorbereitung nehmen.

1. Was verdienen Sie zur Zeit?

Bevor Sie um Ihr neues Gehalt verhandeln, sollten Sie sich genauer über Ihr Gehalt bzw. Ihren Lohn Gedanken machen. Wie setzt sich Ihr Verdienst zusammen? Was geht vom Bruttogehalt ab? Wieviel bräuchten Sie, um gut über die Runden zu kommen. Verhandeln Sie niemals über das künftige Monats-, sondern immer nur über das Jahresgehalt, damit gegebenenfalls auch ein 13. oder 14. Monatsgehalt miteinbezogen ist. Und denken Sie auch an so genannte Fringe Benefits, eben an all die Leistungen, die Sie über den Lohn hinausgehend erhalten. Viele Firmen bezahlen zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, beteiligen sich an der Lebensversicherungen, geben einen Zuschuss zur Berufskleidung, übernehmen Fahrtkosten etc.

2. Was wollen Sie verdienen?

Wer zu hoch pokert, wird leicht in seine Schranken verwiesen mit dem Hinweis, ob man nicht wisse, was üblicherweise Arbeitnehmer in Ihrer Position bezahlt werde. Sie sollten vorher eingehend recherchieren, um bei Einwänden gewappnet zu sein, das heißt, sich zum Beispiel bei Gewerkschaften erkundigen, im Internet schlau machen und Magazine (Capital, Managermagazin, Wirtschaftswoche etc.) studieren.

3. Was haben Sie zu bieten?

Wenn Sie ein höheres Gehalt fordern, müssen Sie immer mit der mehr oder weniger verblümten Frage rechnen: "Was bieten Sie uns?" oder "Warum sollten wir gerade Ihnen ein so hohes Gehalt zahlen?" Es ist für Sie daher unerlässlich, vor der Gehaltsverhandlung eine Bestandsaufnahme zu machen. Werden Sie sich vor dem Gespräch klar, was Sie qualifiziert. Am besten ziehen Sie schriftlich Bilanz.

4. Mit wem verhandeln Sie Ihr Gehalt/Ihren Lohn?

Gehaltsverhandlungsgespräche führt man in der Regel mit dem direkten Vorgesetzten, nicht mit dem obersten Chef. Ihr Vorgesetzter könnte sich sonst übergangen fühlen. Versetzen Sie sich in Ihren Vorgesetzten gedanklich hinein. Wann ist er am besten ansprechbar? Wie gehen Sie am besten auf ihn zu?

5. Wann ist ein guter Zeitpunkt für das Gespräch?

Die besten Chancen für ein Gespräch sind dann gegeben, wenn sich die Bedingungen, unter denen Ihr Gehalt/Lohn einmal festgesetzt wurde, geändert haben. Dazu sollten Sie sich folgende und ähnliche Fragen stellen:

· Habe ich neue Aufgaben dazubekommen? · Übernehme ich jetzt mehr Verantwortung als früher? · Ist es mir oder meiner Abteilung gelungen, ein schwieriges Projekt erfolgreich abzuschließen?

Bedenken Sie auch die Unternehmensrhythmen. Stehen beispielsweise mittwochs immer bestimmte Sitzungen an, die sich lange hinziehen können? Dann ist es ungünstig, das Gespräch für diesen Tag anzusetzen. Übrigens: Ungefähr ein Jahr sollte zwischen zwei Gehaltsverhandlungen liegen.