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Job-Reformen: Es muss weitergehen

Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hat im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weitere Reformen gefordert. Sich nur auf eine anspringende Konjunktur zu verlassen, reicht nicht.

"Wir haben es selbst in der Hand. Neue Jobs werden nur entstehen, wenn Unternehmenssteuern und Sozialabgaben sinken, das Arbeitsrecht stark vereinfacht wird und die Lohnzuwächse bescheiden ausfallen", sagte Wolfgang Franz der "Bild"-Zeitung. Zudem sei die Konjunktur in Deutschland stark vom Export abhängig. Es brauche also Glück, "dass uns die Weltkonjunktur nicht im Stich lässt".

Braun fordert längere Arbeitszeiten

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, sprach sich im selben Blatt für längere Arbeitszeiten aus, um die Zahl der Arbeitslosen zu senken. "Wir können von den fünf Millionen wieder deutlich runterkommen, sofern wir uns auf längere Arbeitszeiten verständigen - mehr Stunden pro Woche, mehr Tage pro Jahr, mehr Jahre pro Berufsleben", sagte Braun.

Der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard meinte in der "Bild"-Zeitung, dass schon "Reformschritte wie die Ein- oder Zwei-Euro-Jobs" dem Anstieg der Arbeitslosenzahlen entgegenwirkten und "wieder zu sinkenden Arbeitslosenzahlen" führten. Der Bremer Arbeitsmarktforscher Rudorf Hickel zog in dem Blatt dagegen ein äußerst kritisches Fazit der Regierungsarbeit und warnte: "Die Firmen produzieren mit immer weniger Beschäftigten. In Wirklichkeit fehlen über sieben Millionen Arbeitsplätze, bis Jahresende sogar 7,4 Millionen." Wenn Wirtschaftsminister Wolfgang Clement dazu "nur der Zwang zur Aufnahme von Billigstjobs einfällt, ist das eine wirtschaftspolitische Kapitulationserklärung".

Clement hatte am Wochenende erklärt, dass er im Januar erstmals fünf Millionen Arbeitslose erwarte.

AP / AP