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L. Karasek: Tippt die noch ganz richtig?: Hammer gegen Lockenstab: Warum man beim ersten Date keine Experimente wagen sollte

Beim ersten Date brezelt man sich gerne auf. Zu experimentierfreudig sollte man dabei aber nicht werden, empfiehlt Laura Karasek. Sonst führt das schnell zu haarigen Situationen.

Hairfail Karasek

Ein Bad Hair Day ist beim ersten Date keine Option

Getty Images

Sie sollten beim Selbstoptimieren vor wichtigen Auftritten oder einem Rendezvous Experimente vermeiden!

Ich habe mal versucht, mich für ein Date so richtig aufzubrezeln. Also testete ich ein neues Haarprodukt (Tipp: NEUE Produkte immer vorher mindestens drei Mal ausprobieren!): einen Lockenstab! Es handelte sich um eine Bürste, die gleichzeitig ein Föhn war, einen aufgeheizten Lockenwickler mit Blasefunktion (es bläst und saugt der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann). Man musste nur Strähne um Strähne auf die Plastikbürste wickeln und wieder ausdrehen! Ruckzuck, im Handumdrehen zur Lockenpracht. 

Also rollte ich mein langes Haar auf den Stab und knipste die Föhnfunktion an. Es blies mir sehr heiß ins Gesicht und ich bekam leichte Rötungen auf der linken Wange. Aber das würde bis zum Date in zwei Stunden wieder abkühlen. Als ich allerdings versuchte, den Wickler wieder auszudrehen, verhedderten sich meine Haare in den Zähnen der Bürste und der Stab ließ sich weder nach oben noch nach unten ziehen. Einer zog übers Kuckucksnest! Der Strauch auf meinem Kopf wurde größer und knäueliger. Und ich schwitzte, so dass ich mich gleich erneut duschen musste.

Hammerfrisur

Ich wurde immer hektischer, als ich im Spiegel sah, dass die Hälfte meiner Haare in dem Lockenstab gefangen war, während die andere Hälfte vollkommen Volumen-los und glatt an mir herunterhing. Da kam mir eine Idee! Der Hammer! Ich könnte den Hammer aus dem Werkzeugkasten holen und das gesamte Plastikding, was mir aus dem Kopf ragte, einfach zertrümmern. Stab samt Bürste - zerschmettern und mich so von der Kopfdekoration befreien.

Der Stab schien in meinem Kopf zu stecken, wie ein Messer von einem Halloweenkostüm - fehlte nur noch das Blut, wobei meine Kopfhaut bereits sehr gerötet und gereizt war. Ich legte also meine Haare auf die Treppe vor der Haustür (schließlich brauchte ich einen robusten, erhöhten Untergrund und ich wollte meine Küchenstühle nicht zertrümmern) und kniete vor der Treppe, während ich mit dem Hammer auf den mit meinen Haaren verwobenen Lockenstab einprügelte. Ohne Erfolg! Von wegen „made in Taiwan“ - das war höchste Qualitätsstufe. MADE IN HELL! Unzerstörbar. Die würde jeden Klettbewerb gewinnen.

Frauen kennen kein Mitleid

Also schlug ich weiter, aber nichts geschah. Meine Nachbarin kam mit ein paar Einkaufstüten und ihren Freundinnen gerade - offenbar zu einem Sektabend - nach Hause, als ich mit dem Hammer auf meine Haare kloppte. Die Mädels stiegen einfach über mich und kicherten. Ich gab es auf und versuchte, die Haare einfach einzeln auszureißen. Es war an der Zeit, loszulassen. "Wir müssen jetzt ein paar Mann aufgeben", wie im Krieg.


Ich rupfte und riss mir schließlich unter Tränen ein paar Strähnen aus (nein, die Tränen kamen nicht, weil ich so "Germany’s next Topmodel"-mäßig an meinen Haaren hing, sondern weil das Ziehen an der Kopfhaut mir sofort den Schmerz in die Augen schoss). Vielleicht hätte ich diese Aktivität allerdings vorm Spiegel ausüben sollen, denn als ich im Badezimmer war, sah ich, dass ich auch die Hälfte "gesundes" Haar, also das Haar, das überhaupt nicht in der Bürste verwickelt war, auszureißen. Ich hatte mir die Haare einfach aus dem Kopf gezogen statt aus dem Stab. An der Stelle hatte sich eine kleine Glatze gebildet, kreisrund, die ich wie ein Greis mit Pomade zu überkämmen versuchte, indem ich die wenigen verbleibenden Strähnen von links nach rechts darüber legte. Ich gab auf. Aus Eitelkeit sagte ich das Date ab.

Keine Experimente

Der Typ hat sich dann wirklich noch ganz oft bei mir gemeldet. Willst Du was gelten, mach Dich selten. Rarität, Haarität...

Seither verwende ich nur als "bekannt und bewährt" getestete Produkte vor Verabredungen. Und trage meist einen Pferdeschwanz. Ja, denn das Leben ist kein Ponyhof!

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.