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L. Karasek: Tippt die noch ganz richtig?: Mit dieser Nachricht werden Sie Ihren Angebeteten auf keinen Fall wiedersehen – versprochen!

Falls Sie Ihren Angebeteten auf keinen Fall wiedersehen wollen, dann machen Sie es wie eine Freundin von stern-Autorin Laura Karasek. Die Wirkung ist garantiert.

Von Laura Karasek

Es gibt gewisse Tricks, den Angebeteten für immer zu verscheuchen.

Es gibt gewisse Tricks, den Angebeteten für immer zu verscheuchen.

Dates heute sind oft wie Meetings: ergebnislos, emotionslos, manchmal sogar brutal, anstandslos oder einfach langweilig. Die Teilnehmer häufig austauschbar. Meistens geben wir uns kaum noch Mühe, wir finden das ganze Hollywood-Gehabe albern, versenden lieber Fotos per snapchat, schauen Netflix und lernen sowieso NIIIIIIE die große Liebe kennen... Ganz selten treffen wir jemanden, der uns tatsächlich gefällt – und mit dem wird es dann auch oft viel zu schnell kompliziert, unausgewogen. Entweder wir werden vergöttert und langweilen uns – oder wir werden nicht vergöttert und ärgern uns. Dann gibt es natürlich noch die ganzen Freundinnen, die uns einreden, wir sollten uns nicht von Männern abhängig machen, weil wir Frauen das jahrhundertelang getan hätten (und seit "#metoo" ist der Mann sowieso genauso verpönt wie Legebatterien) - nein, wir seien auch ohne Mann vollständig. Aber reicht uns ein Leben ohne Liebe, ohne Romantik? Und warum sollte es??!!

Meine Freundin lernte letzte Woche endlich einen Mann kennen, der ihr wirklich gefiel, er war lustig, aufmerksam und nicht vollkommen plump. Vor lauter Euphorie und Dankbarkeit knutschte sie auch sofort mit ihm und sie tauschten Telefonnummern aus. Was dann geschah, war jedoch weder lustig noch aufmerksam – denn: er meldete sich nicht. Und das, obwohl sie sooo ein gutes Gefühl hatte, obwohl er soooo süß zu ihr gewesen war. Verdammtes Dating, Tinder, Generation Y, Beziehungsunfähigkeit, Überdruss, Überangebot. Also meldete sie sich. Mit folgender Nachricht:

"Hallo.

Ich bin mir sicher, Du hattest bis jetzt einfach nicht den Mut, mir zu schreiben - verstehe ich! Gar kein Problem, das mach ich jetzt.

Du hättest mich wohl gerne dieses Wochenende zu einem schönen Abendessen ausgeführt... ich weiß. Genau aus diesem Grund habe ich mir überlegt - um Dir den Spaß nicht zu verderben - die Sache selbst in die Hand zu nehmen... Unser junges Glück kann und DARF nicht scheitern an Deiner Mutlosigkeit und deinem Mangel an Spontaneität. Was ein Glück, dass Du an MICH geraten bist, ich weiß Deine Defizite wunderbar zu kompensieren.

Folglich habe ich für Morgen, Übermorgen, Donnerstag, Freitag und auch Samstag einen Tisch im "Bistro Jean" reserviert. (da ich nicht blöd bin, natürlich für jeden Tag unter einem anderen Namen: "Herr Hallmackenreuter", "Herr Klops", "Herr Mops", "Herr Hops" und Herr "Bimbam" etc) - ist keinem aufgefallen. Und natürlich habe ich mitgedacht...

Für den Fall, dass Du im "Bistro Jean" schon warst (Dich ein zweiter Besuch also langweilen würde), Du Franzosen nicht magst oder einfach nicht auf Jakobsmuscheln stehst (ich habe mich erkundigt, es gibt in jedem Menü Jakobsmuscheln) habe ich vorsorglich auch im "Ivory Club" (indisch), im "Moriki" (japanisch) und im "Extrablatt" (weil billiger), sowie im "Wagner" (Schnitzel) einen Tisch reserviert, für jeden Tag dieser Woche.

Oft habe ich auch morgens Zeit, im Café Karin ist also auch ein Tisch reserviert.

Solltest Du immer noch nicht den Mut aufbringen, Dich bei mir zu melden, aber dennoch wahnsinnig Lust auf Jakobsmuscheln haben, warte ich vorsorglich im "Bistro Jean" morgen um 20h auf Dich. Wenn Du nicht aufkreuzt, weiß ich, dass Du keine Jakobsmuscheln magst, ich gehe dann in den Wagner. Schnitzel!

Gleichzeitig weiß ich, wie vielbeschäftigt Du bist... Vielleicht hast Du also morgen gar keine Zeit oder bist nicht in Frankfurt. Für diesen Fall, könntest Du mir 1. Bescheid sagen, 2. am Mittwoch um 20h in den "Ivory Club" kommen oder mir ein Flugticket in den Briefkasten werfen, ich komme dann zu Dir.

Du siehst also, ich bin nicht nur unglaublich flexibel, sondern auch spontan... Außerdem kannst Du dieser E-Mail entnehmen, dass ich keine Flugangst habe und Jakobsmuscheln mag.

So, ich muss los...

Wir sehen uns die Tage."

Der Angebetete meldete sich nie wieder bei ihr. Vielleicht war ihm die Auswahl zu groß oder er war Veganer und die Jakobsmuscheln haben ihn verschreckt. Falls er das also liest, möge er sich bitte bei ihr melden. Sie ist auch gar nicht böse und wartet heute ohne Jakobsmuscheln und dafür mit einer Portion Hirse im Extrablatt. Prost!


Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.