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Öffentlicher Dienst: Streikwelle erreicht Schleswig-Holstein

Im Kampf gegen längere Arbeitszeiten weitet Verdi die Protestaktionen nochmals aus. Seit heute streiken auch in Schleswig-Holstein viele Angestellte des öffentlichen Dienstes. Derweil legt Kurt Beck einen Kompromissvorschlag vor.

Aus Protest gegen die geplante Verlängerung der Arbeitszeit haben die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ihren Arbeitskampf erneut ausgeweitet. Erstmals legten auch in Schleswig-Holstein Mitarbeiter von Straßenbauverwaltungen, Beschäftigte der Katasterämter und weiterer Ämter die Arbeit nieder. Damit wird nun bereits in neun Bundesländern gestreikt.

Kurt Beck macht Kompromissvorschlag

Angesichts eines von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten wochenlangen Arbeitskampfes machte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) einen neuen Kompromissvorschlag. "Ich könnte mir durchaus ein flexibles Modell von Arbeitszeiten zwischen 38,5 und 40 Stunden vorstellen, das zum Ausgleich auch Zulagen vorsieht", sagte er der "Financial Times Deutschland". Das Modell "würde den Ländern erlauben, die Arbeitszeit auszugestalten". Für Zulagen bei verlängerter Arbeitszeit hatte sich auch der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) stark gemacht, der sich wie Beck im Landtagswahlkampf befindet.

Bei dem Arbeitskampf geht es nach Verdi-Angaben in Ländern und Gemeinden um verschiedene Ziele. Die Beschäftigten der Kommunen wenden sich gegen die Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 1,5 auf mindestens 40 Stunden. Die streikenden Landesbediensteten verlangen die Übernahme des von Bund und Kommunen im September 2005 unterzeichneten Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Von den Universitätskliniken fordert ver.di die Übernahme des für die kommunalen Krankenhäuser bereits geltenden Tarifvertrages.

DPA / DPA