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RECHT: Kündigungsfristen beachten

Eine fristlose Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ergehen, nachdem der Arbeitgeber von den Kündigungsgründen erfahren hat.

Eine fristlose Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ergehen, nachdem der Arbeitgeber von den Kündigungsgründen erfahren hat. Erforderlich ist laut dem Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz ferner, dass die schriftliche Kündigung tatsächlich im Briefkasten des Mitarbeiters »landet«.

Kündigt der Arbeitgeber per Einschreiben und hinterlässt der Postbote lediglich eine Benachrichtigung, weil er den Adressaten nicht angetroffen hat, so ist die Kündigung nach Meinung des LAG nicht zugegangen. Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Kündigungsschutzklage einer Speditionsmitarbeiterin statt.

Die Klägerin hatte nach Angaben des Arbeitgebers mehrmals unentschuldigt gefehlt. Er sandte ihr daher per Einschreiben die fristlose Kündigung zu. Der Postbote traf die Klägerin jedoch nicht an und hinterließ einen Benachrichtigungsschein. Die Klägerin holte den Brief jedoch nicht bei der Post ab. Als der Arbeitgeber der Klägerin schließlich die Kündigung persönlich aushändigte, war die zweiwöchige Frist seit dem letzten Fehlverhalten abgelaufen.

Die Mainzer Richter befanden daher, die fristlose Kündigung sei zu spät erfolgt. Dem Arbeitgeber bleibe daher nur noch die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung.