VG-Wort Pixel

Steuern für Existenzgründer Wer zahlt wann an den Fiskus?


Als Existenzgründer haben Sie plötzlich sehr viel mit dem Finanzamt zu tun. stern.de erklärt, welche Steuern Sie als Unternehmer entrichten müssen.
Von Andreas Lutz

Wer sich selbständig macht oder ein Unternehmen gründet, hat plötzlich sehr viel mit dem Finanzamt zu tun. Es fallen verschiedene Steuern an, die Sie selbst errechnen, melden und dann fristgerecht bezahlen müssen. stern.de erklärt, wer wann an den Fiskus zahlen muss.

Einen Überblick über die wichtigsten Steuerarten für Unternehmer gibt diese Steuertabelle. Damit können Sie auf einen Blick erkennen, unter welchen Bedingungen die Steuern anfallen und wann sie zu entrichten sind.

Umsatzsteuer und Vorsteuer

Diese beiden Steuerarten (Zeilen eins und zwei) sind zwei Seiten ein und derselben Medaille: Die Umsatzsteuer stellen Sie Ihren Kunden in Rechnung, um sie nach Erhalt an das Finanzamt abzuführen. Als Vorsteuer bezeichnet man die Umsatzsteuer, die Ihnen selbst beim Einkaufen, von Lieferanten und Dienstleistern in Rechnung gestellt wird.

Diese von Ihnen bezahlte Umsatzsteuer können Sie von der von den Kunden erhaltenen Umsatzsteuer abziehen, müssen also nur die Differenz an das Finanzamt abführen. Wenn die Differenz negativ ist, erhaltenen Sie sogar Geld vom Finanzamt erstattet. Da Sie de facto nur den von Ihnen geschaffenen Mehrwert versteuern, spricht man auch von "Mehrwertsteuer".

Einkommen- und Lohnsteuer

Im Rahmen der Einkommensteuer wird bei Selbständigen der Gewinn besteuert, so wie bei Angestellten das Bruttoeinkommen. Das Einreichen der Einkommensteuererklärung setzt daher eine Gewinnermittlung voraus, bei den meisten kleineren Unternehmen reicht dafür eine Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) aus. Da Sie auf diese Weise selbst die Höhe Ihrer Steuerschuld berechnen, sind Sie auch selbst dafür verantwortlich, diese abzuführen.

Anders sieht es bei Angestellten aus. Hier errechnet der Arbeitgeber im Rahmen der Lohnabrechnung die Höhe der Lohnsteuer und überweist diese direkt an das Finanzamt.

Auf die Einkommen- und Lohnsteuer wird der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent aufgeschlagen, Kirchenmitglieder zahlen zudem einen Aufschlag von acht bis neun Prozent auf die Einkommensteuer (je nach Bundesland).

Gewerbesteuer

Wer ein Gewerbe betreibt, muss zusätzlich Gewerbesteuer an die Kommune bezahlen. Bis zu einem Gewerbesteuerhebesatz von 380 Prozent wird diese allerdings vollständig mit der Einkommensteuer verrechnet. In großen Städten liegt der Gewerbesteuerhebesatz allerdings oft deutlich höher, bei bis zu 490 Prozent.

Kapitalgesellschaften wie GmbHs und haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften (UGs) gelten durch ihre Rechtsform immer als gewerblich und müssen zudem auf den Gewinn auch noch die Körperschaftsteuer abführen. Dafür haben Sie aber den Vorteil, dass Sie die Gehälter der Geschäftsführer als Betriebsausgabe geltend machen können, sodass auf diese keine Gewerbe- und Körperschaftsteuer anfällt.

Zur Steuertabelle

Von Andreas Lutz

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker