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Vorstandsbezüge: Deutsche Managergehälter zu hoch

Manager mit hohen Gehältern sind am Wochenende in die Kritik der Spitzen der deutschen Wirtschaft geraten. Arbeitgeberpräsident Hundt fordert die Offenlegung von Vorstandsgehältern.

Manager mit hohen Gehältern sind am Wochenende in die Kritik der Spitzen der deutschen Wirtschaft geraten. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt schrieb in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag", in einzelnen Fällen sei es zu "Fehlentwicklungen und Auswüchsen" gekommen. BDI-Präsident Michael Rogowski sagte, er frage sich, ob manche Vergütungen "angemessen sind, in die Zeit passen und in vernünftiger Relation zum Erfolg des Unternehmens stehen".

Hundt forderte die Vorstände der Unternehmen zur Offenlegung ihrer Gehälter und Bezüge auf. Er befürworte grundsätzlich, dass die individuellen Gehälter der Vorstände nach dem Vorbild der USA in den Geschäftsberichten der Aktiengesellschaften ausgewiesen würden. Bislang sind dort zumeist nur die Gesamtbezüge des Gesamt-Vorstands veröffentlicht. Die Fehlentwicklungen seien aber nicht für den die deutsche Wirtschaft tragenden Mittelstand charakteristisch, betonte Hundt.

Für Verantwortung ist eine angemessene Bezahlung richtig

"Viele Arbeitnehmer, die 30.000 Euro oder weniger im Jahr verdienen, kritisieren zu Recht die teilweise überzogenen Managervergütungen genauso wie jene von Sportlern oder Schauspielern", schrieb der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). Dennoch dürfe in der Debatte nicht vergessen werden, dass Manager Entscheidungen fällten, die das Schicksal von zigtausenden Mitarbeitern beeinflussten. "Für diese Verantwortung ist eine angemessene Bezahlung richtig", schrieb Hundt.

Rogowski sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", er frage sich auch bei manchen Abfindungen, ob sie angemessen seien. Es sei "schade, dass es den einen oder anderen gibt, der ethische Maßstäbe vermissen lässt". Schwarze Schafe gebe es aber überall. Produktionsverlagerungen ins Ausland missbilligte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI): "Unsere eigentlich patriotische Herausforderung ist es, Deutschland so zu reformieren, dass wir viel Wertschöpfung hier halten."