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Medien: ProSiebenSat.1-Übernahme besiegelt

Die Saban-Gruppe hat am Samstag den Kaufvertrag für die Sendergruppe unterschrieben - damit kommt Hauptinvestor Haim Saban im zweiten Anlauf endlich zum Zug.

Die Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern durch den US-Milliardär Haim Saban ist besiegelt. Die Saban-Gruppe hat am Samstag den Kaufvertrag für die Sendergruppe unterschrieben, ließ die KirchMedia mitteilen. Saban kommt damit im zweiten Anlauf zum Zug, nachdem ein erster Übernahmeversuch im Juni an finanziellen Details gescheitert war. Nun steht noch der endgültige Abschluss des Geschäfts aus, das so genannte Closing, das bis spätestens Mitte kommender Woche folgen soll. Mit Problemen in letzter Minute wird trotz der schlechten Erfahrungen vom ersten Übernahmeversuch nach der Unterschrift nicht mehr gerechnet. Das Kartellamt hat bereits grünes Licht gegeben.

Kaufpreis wurde nicht genannt

Nach Angaben der KirchMedia übernimmt die P7S1 Holding L.P., eine Tochtergesellschaft der Saban-Gruppe, 36 Prozent des Grundkapitals der Senderfamilie. Danach zahlt Saban zunächst für 72 Prozent der Stimmrechte. Nach Angaben des Magazins «Spiegel» sei der Anteil Sabans damit kleiner als ursprünglich angenommen. Wenn P7S1 36 Prozent der Stammaktien übernehmen, werde Saban nur etwa 26 Prozent der Kosten von 7,50 Euro pro Aktie, das wären 525 Millionen Euro, aus eigner Tasche bezahlen, schreibt der «Spiegel» in seiner neuen Ausgabe. Bislang waren Insider davon ausgegangen, dass einschließlich einer notwendigen Finanzspritze für die ProSiebenSat.1 Media AG das Geschäft ein Volumen von rund einer Milliarde Euro habe.

Gläubiger einstimmig für Saban

Anfang der Woche Woche hatten die Gläubiger der insolventen KirchMedia einstimmig für die neue Offerte Sabans gestimmt. Mit dem Geschäft steigt er zu einem der mächtigsten Spieler in der Medienlandschaft auf. Zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehören die Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24. Der Konzern kam zuletzt auf einen Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro. Rechtzeitig zur Übernahme hatte der TV-Konzern am Donnerstag für das zweite Quartal die Rückkehr in die Gewinnzone bekannt gegeben, nachdem von Januar bis März ein Verlust angefallen war.

Kein Stellenabbau

Saban hat angekündigt, keine Stellen abbauen zu wollen. "Ich habe keine Intention, die grundlegenden Philosophien der TV-Stationen zu ändern", hatte der Medienmanager nach dem Zuschlag bei einem öffentlichen Auftritt erklärt. ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner sieht mit dem neuen Investor nun wieder die Chance, in ruhigeres Fahrwasser zu kommen und sich auf das operative Geschäft zu konzentrieren.