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KirchMedia: Ein Imperium wird liquidiert

Der Gläubigerausschuss hat entschieden: Ein Jahr nach Zusammenbruch des Kirch-Imperiums wird die insolvente KirchMedia aufgelöst. Die Mehrheitsbeteiligung an ProSiebenSat.1 soll in eine Zwischenholding überführt werden.

Die insolvente KirchMedia soll Medienberichten zufolge mehr als ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Kirch-Imperiums liquidiert werden. Das habe der Gläubigerausschuss entschieden, berichten die Internetausgaben von "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland" (FTD). Die Mehrheitsbeteiligung am TV-Konzern ProSiebenSAT.1, wohl wertvollster Besitz der KirchMedia, solle in eine Zwischenholding überführt werden.

"De facto tot"

"De facto ist die Kirch Media tot, denn sie kann jetzt keine Neugeschäfte mehr machen", sagte Betriebsratsvorsitzender Guido Buchholz der FTD. Derzeit werde über Abfindungen verhandelt. Für die knapp 200 Mitarbeiter, die noch direkt bei der KirchMedia angestellt sind, bedeutet der Beschluss der Liquidation vermutlich die baldige Entlassung. Sie sollen am Montag über den Beschluss informiert werden.

Nach dem gescheiterten Verkauf von ProSiebenSAT.1 und dem Filmrechtehandel an den US-Milliardär Haim Saban hat der Rechtehandel wahrscheinlich langfristig keine Zukunft mehr. "Die Liquidation der Filmbibliothek wird jetzt eingeleitet", sagte Buchholz dem "Handelsblatt". Der Bestand an Filmrechten solle verkauft werden.

Von Branchenbeobachter erwartet

Branchenbeobachter hatten bereits damit gerechnet, dass die Banken nicht mehr bereit sind, frisches Geld in den Filmstock zu schießen. Dagegen soll die Finanzausstattung der ProSiebenSAT.1 Media mit einer Kapitalerhöhung verbessert werden. Dies wird am Montag auch Thema bei der Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 sein.