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800 Millionen Euro EU-Kommission brummt Luftfrachtkartell deftige Strafe auf


Jahrelang wälzten die EU-Wettbewerbshüter Akten, um Beweise für ein riesiges Kartell internationaler Fluggesellschaften zu suchen. Jetzt müssen die Airlines Millionenstrafen bezahlen. Die Lufthansa beichtete den Ermittlern - und muss keinen Euro geben.

Die Europäische Kommission hat gegen elf Fluggesellschaften wegen Preisabsprachen im Luftfrachtgeschäft eine Strafe von 799 Millionen Euro verhängt. Sie sah es als erwiesen an, dass die Luftfahrtunternehmen sechs Jahre lang ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen abgesprochen haben. Somit stellten sie sicher, dass kein Wettbewerb über Kundenrabatte erfolgte, teilte die Kommission am Dienstag mit. Die Lufthansa bleibt straffrei, da sie als erstes Unternehmen Informationen über das Kartell vorgelegt hat.

Das höchste Bußgeld von 340 Millionen Euro entfällt auf Air France-KLM mit seiner Tochter Martinair. British Airways muss 104 Millionen Euro zahlen.Die Strafe für die skandinavische Fluggesellschaft SAS sei um 50 Prozent erhöht worden, weil sie schon einmal an einem Kartell im Luftfahrtsektor beteiligt gewesen sei, erklärte die Kommission. SAS soll 70,2 Millionen Euro zahlen. SAS will gegen das Bußgeld vorgehen. Es sei unverhältnismäßig, teilte die Fluggesellschaft mit. Dennoch werde die Summe im Zwischenbericht zum dritten Quartal, der am Mittwochmorgen veröffentlicht werden soll, verbucht.

Strafen müssen zudem Air Canada, Cargolux, Cathay Pacific, Japan Airlines, die chilenische LAN, Qantas und Singapore Airlines zahlen. Aus Mangel an Beweisen seien die Ermittlungen gegen elf weitere Frachtunternehmen und eine Beratungsfirma eingestellt worden, hieß es weiter. Auch All Nippon Airways und Alitalia hatten Razzien in ihren Häusern bestätigt. Die EU-Kommission hatte die Firmen Ende 2007 beschuldigt, ein Kartell für Preisabsprachen bei Luftfracht gebildet zu haben.

Reuters/DPA DPA Reuters

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