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Absatzflaute: GM will Werke neun Wochen lang dicht machen

Schlechte Nachrichten für Mitarbeiter von General Motors: Der angeschlagene US-Autobauer will offenbar die meisten seiner Betriebe in den Sommermonaten für neun Wochen stilllegen. Grund sind die Absatzflaute und wachsende Lagerbestände.

Angesichts der anhaltenden Absatzflaute will der ums Überleben kämpfende US-Autohersteller General Motors (GM) Medienberichten zufolge die meisten seiner Werke im Sommer für neun Wochen schließen. Normalerweise dauert die Sommerpause nur zwei Wochen, in denen der Konzern sich auf Modellumstellungen und neue Produktionslinien vorbereitet. Eine Verlängerung auf neun Wochen könnte helfen, die Mengen an unverkauften Neuwagen abzubauen und weitere Kosten einzusparen.

Welche Werke betroffen sind, müsse noch entschieden werden, hieß es weiter. Dabei spiele die Entwicklung der Verkaufszahlen die entscheidende Rolle. Bereits im Anschluss an die Weihnachtsferien hatte die Opel-Mutter in den USA Fabriken über Wochen geschlossen.

GM-Sprecher Chris Lee wollte bisher zu den Berichten keine Stellung nehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es nichts mitzuteilen, sagte er. Das Unternehmen werde vor einer öffentlichen Ankündigung über mögliche Produktionskürzungen die Mitarbeiter informieren.

General Motors wird zurzeit nur durch staatliche Notkredite in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar am Leben gehalten. Die Regierung hat dem Konzern eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, um seine Schulden abzubauen, Kosten zu verringern und eine Umstrukturierung einzuleiten. Andernfalls müsse das Unternehmen nach Angaben von Vorstandschef Fritz Henderson ein Insolvenzverfahren einleiten.

Opels Chancen auf Staatshilfen gestiegen

Unterdessen gibt es für GM-Tochter Opel gute Nachrichten: Die Bereitschaft der Bundesregierung, dem Unternehmen beim Einstieg eines Investors eine Staatsbürgschaft zu geben, soll nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung gestiegen sein. "Es sieht viel besser aus als noch vor vier Wochen", wird eine mit den Vorgängen vertraute Person zitiert. Auch über eine Investitionsabsicherungsbürgschaft für einen möglichen Investor soll gesprochen worden sein. In diesem Fall würde der Staat den Kaufpreis für Opel gegen Verlust absichern, etwa bei einer späteren Insolvenz des Unternehmens.

Diese Hilfe könnte für ein Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und dem russischen Autobauer Gaz von Bedeutung sein, das laut einem Bericht der "Rheinischen Post" an einem Kauf des Autobauers interessiert sein soll. Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf soll deswegen bereits beim Europa-Chef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, vorgesprochen haben.

Sollte das Konsortium den Zuschlag bekommen, will sich wohl mit der Sberbank auch die größte Bank Russlands an dem möglicherweise neu gegründeten Opel-Konzern beteiligen. Die Russen könnten als Opel-Eigentümer Zugang zur deutschen Automobiltechnologie bekommen, heißt es. Der Autozulieferer Magna, zu dem Kunden wie General Motors, Chrysler und Daimler zählen, könnte zu einem Autobauer aufsteigen.

DPA/AP / AP / DPA