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Angeschlagene Reederei: Hapag-Lloyd erhält Milliarden-Staatshilfe

Die in schweres Fahrwasser geratene Reederei Hapag-Lloyd erhält eine Staatsgarantie in Milliardenhöhe. Der Lenkungsausschuss des "Deutschlandsfonds" bewilligte den Bürgschaftsantrag des Hamburger Traditionsunternehmens.

Die angeschlagene Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd kann sich in der schweren Branchenkrise mit Staatshilfe über Wasser halten. Das Traditionsunternehmen, an dem der Reisekonzern Tui maßgeblich beteiligt ist, erhält eine Bürgschaft von 1,2 Milliarden Euro, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Der Lenkungsausschuss des staatlichen "Deutschlandfonds" gab demnach grünes Licht für die Garantie. Zunächst werde sich jedoch der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch mit dem Fall befassen.

Tui hält rund 43 Prozent an Hapag-Lloyd. Die übrigen Anteile hat das Konsortium "Albert Ballin" übernommen, zu dem unter anderem die Stadt Hamburg, der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne und die HSH Nordbank gehören. Die Eigner selbst stärken das Eigenkapital mit bis zu 923 Millionen Euro. Hapag-Lloyd steht vor harten Einschnitten. Bis 2011 muss die Reederei, die 2008 noch einen Gewinn von 211 Millionen Euro erzielt hatte, gut 630 Millionen Euro sparen, davon 360 Millionen Euro im laufenden Jahr. In Deutschland sollen 120 der insgesamt 1100 Arbeitsplätze bis Ende 2010 gestrichen werden.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte kürzlich erklärt, der Bürgschaftsantrag von Hapag-Lloyd sei, im Gegensatz zu manch anderem, sehr substanziell. Mit den Mitteln aus dem "Deutschlandsfonds" soll im Grundsatz Unternehmen geholfen werden, die grundsätzlich gesund sind, aber durch die aktuellen Finanzkrise in Bedrängnis gekommen sind.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters