HOME

Arbeitslosenzahlen: Frühlingsgefühle am Arbeitsmarkt

Der Konjunturaufschwung setzt sich fort: Die Zahl der Arbeitslosen im Februar ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich geschrumpft. Doch noch sind mehr als 3,3 Millionen Menschen ohne Job.

Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Februar entgegen dem für die Jahreszeit üblichen Trend fortgesetzt. Die die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete in dem oft noch vom Winter geprägten Monat 3,317 Millionen Arbeitslose. Das waren 33.000 weniger als im Januar, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Ein Rückgang im Februar war in den vergangenen zehn Jahren die Ausnahme. In diesem Jahr aber blieben vielerorts Schnee und Eis aus. Angesichts der guten Zahlen äußerte BA-Chef Frank-Jürgen Weise Zuversicht, dass bis zur Jahresmitte wieder die Marke von drei Millionen Arbeitslosen unterschritten wird: "Vor Beginn des Sommers könnte es sein, dass wir unter drei Millionen kommen."

Im Vergleich zum Vorjahr zählte die BA 326.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Monatsvergleich um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent. Der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter positiv, sagte Weise. Maßgeblich dafür sei der Konjunkturaufschwung, der zu einem deutlichen Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt habe.

Saisonbereinigt verzeichneten die Statistiker im Vormonatsvergleich mit einem Minus um 52.000 Erwerbslose den höchsten Rückgang seit April vorigen Jahres. Volkswirte hatten eine Abnahme um nur 15.000 erwartet.

"Das sind herrliche Zahlen"

"Das sind herrliche Zahlen", sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Es sind Zahlen, die wir im Moment dringender denn je brauchen, denn wir bekommen ein Störfeuer durch die Inflationsdaten. Umso wichtiger ist es, dass sich der Arbeitsmarkt weiter gut entwickelt, dass Beschäftigung aufgebaut wird und zusätzliche Einkommen erwirtschaftet werden."

Auch Jörg Lüschow von der WestLB betonte die Bedeutung für den privaten Konsum als Konjunkturstütze. "Die Stimmungsindikatoren wie der Ifo- und Einkaufsmanagerindex deuten darauf hin, dass die Beschäftigung weiter zunimmt", sagte Lüschow. "Damit steigt der Spielraum für Lohnerhöhungen und eine Ausweitung des privaten Konsums."

dho/fw/Reuters/AFP / Reuters