HOME

ARBEITSMARKT: Arbeitslosigkeit bleibt über Vier-Millionen-Marke

Trotz des leichten Frühjahrsaufschwungs sind auch im April mehr als vier Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen, der höchste April-Stand seit 1999.

Nach einem Vorab-Bericht der »Bild«-Zeitung waren bei den Arbeitsämtern zum Monatsende 4,024 Millionen Erwerbslose registriert gewesen. Das wären 132.000 Erwerbslose weniger als im März, aber 156.000 mehr als im April 2001. Die Arbeitslosenquote sank dem Blatt zufolge von 10 auf 9,7 Prozent. Die offiziellen Zahlen will an diesem Dienstag in Nürnberg der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, bekannt geben.

Mit 4,024 Millionen Erwerbslosen würde die Arbeitslosigkeit den höchsten April-Stand seit 1999 erreichen. Besorgt zeigen sich Fachleute vor allem über den starken Anstieg im Jahresvergleich. »Die Konjunktur fängt sich langsam, aber auf dem Arbeitsmarkt hat sich das noch nicht positiv niedergeschlagen«, hatte bereits in den vergangenen Tagen der Arbeitsmarktexperte eines Wirtschaftsforschungsinstituts festgestellt.

Im März war die Zahl der Arbeitslosen im Zuge der Frühjahrsbelebung binnen Monatsfrist um 140.100 auf 4.156.000 gesunken. Das waren aber immer noch 156.400 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im März von 10,4 auf 10,0 Prozent. Auch der neue BA-Vorstandschef Gerster hatte bei der Bekanntgabe der Zahlen betont, ein Ende der Talsohle sei noch nicht in Sicht. Von der deutlichen Wirtschaftsbelebung werde der Arbeitsmarkt erst in der zweiten Jahreshälfte profitieren.

Inzwischen machen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit immer mehr Arbeitslose von den neuen Vermittlungsgutscheinen Gebrauch. Seit Einführung der neuen Regelung Anfang April seien bereits 25.000 Gutscheine für private Arbeitsvermittler ausgestellt worden, berichtete die Behörde am Montag. Allerdings seien die Gutscheine erst vereinzelt eingelöst worden, hieß es. Auf einer Unternehmertagung in München hatte BA-Chef Gerster unterdessen am Montag davor gewarnt, ältere Beschäftigte aus den Betrieben zu verbannen. »Die Personalpolitik der Unternehmen muss von einem Menschenbild ausgehen, das nicht schon bei 55 Jahren endet«, sagte Gerster.

dpa