HOME

Autobranche: Magna will Opel zu Massenhersteller ausbauen

Nach Fiat will nun auch der Autozulieferer Magna der Bundesregierung ein Konzept zum Einstieg bei Opel vorlegen. Mit russischer Hilfe soll ein weltweit führender Autobauer geformt werden. Werksschließungen seien in Deutschland dafür aber nicht geplant.

Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna will einem Zeitungsbericht zufolge mit russischer Hilfe aus Opel einen weltweit führenden Autobauer formen und dabei alle deutschen Standorte erhalten. Die vier Opel-Werke in Deutschland sollten vollständig weitergeführt werden und die Konzernzentrale in Rüsselsheim bestehen bleiben, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Als europäisch-russischer Konzern solle Opel auf eine Jahresproduktion von bis zu fünf Millionen Fahrzeugen kommen.

Alleine in Russland solle Opel nach einem internen Konzept mit dem Projektnamen "Beam" künftig eine Million Autos pro Jahr verkaufen, hieß es in dem Bericht. Am 20. Mai wolle die Magna-Spitze das Konzept Vertretern der Bundesregierung präsentieren.

GM an der Spitze

Dem Blatt zufolge sieht das Magna-Konzept vor, dass an der Spitze des neuen Unternehmens das bisherige europäische Management des Opel-Mutterkonzerns General Motors steht, darunter GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster. Als Anteilseigner seien neben Magna (19,9 Prozent) der russische Autobauer Gaz mit der russischen Sberbank (30,1 Prozent), General Motors (bis zu 40 Prozent) sowie das Opel-Management und Händler geplant.

Sprecher von Magna Europa und der Bundesregierung wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Aus Unternehmenskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur jedoch, dass das Konzept tendenziell richtig dargestellt wurde. Allerdings sei eine Jahresproduktion von fünf Millionen Autos zu hoch gegriffen. Der Zeitpunkt des Treffens mit der Bundesregierung und die Anteile der Konsortiumsmitglieder wurden nicht bestätigt.

Fiat-Konzept liegt schon vor

An Opel ist auch der italienische Autobauer Fiat interessiert. Dessen Chef Sergio Marchionne will aus Fiat, dem insolventen US-Konzern Chrysler und Opel ebenfalls einen führenden Autobauer schmieden, stößt mit seinen Plänen aber vor allem bei den Arbeitnehmervertretern der deutschen GM-Tochter auf Widerstand. Marchionne hat sein Konzept bereits der Bundesregierung vorgestellt.

Reuters/DPA / DPA / Reuters