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Bauernproteste: Milchpreise beschäftigen Kartellamt

Das Bundeskartellamt vermutet bei der deutlichen Senkung der Milchpreise eine unerlaubte Absprache und geht dem Fall nach. Die Bauern verstärken unterdessen ihren Protest gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Maßnahme: Sie treibe die Milchbauern in den Bankrott.

Der Streit um die Milchpreise beschäftigt jetzt auch das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbshüter prüfen nach eigenen Angaben, ob ein Verfahren wegen Preisabsprachen eingeleitet werden muss. Der Bauernverband hatte sich wegen der drastischen Preissenkungen im Einzelhandel an die Behörde gewandt. Unterdessen protestierten in Stuttgart Milchbauern aus Baden-Württemberg gegen die großen Einzelhandelsketten. Diese hatten am Montag die Preise für Milch und Milchprodukte um bis zu 18 Prozent gesenkt. Ausgelöst worden war der Preissturz vom Discounter Aldi, doch zogen die Konkurrenten Lidl, Edeka und Rewe praktisch sofort nach.

Vor rund 1000 Demonstranten in Stuttgart kritisierte der Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg, Joachim Rukwied, die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels. Diese treibe die Milchbauern in den Bankrott. Die durchschnittlichen Erlöse deckten die deutlich um sechs bis acht Cent je Kilogramm gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Produktionskosten nicht ab. Der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, wies die Kritik zurück: "Der Bauernverband prügelt den Falschen", sagte er. Für die Preise seien die zwischen Bauern und Handel geschalteten Molkereien verantwortlich, deren Eigentümer genossenschaftlich die Bauern seien.

Sonnleitner attackiert Molkereiwirtschaft

Ursache für die Preissenkungen sind laut Pellengahr gestiegene Milchmengen, wobei zugleich die Nachfrage spürbar zurückgegangen sei: "Da muss der Preis sinken, sonst würde der Markt nicht funktionieren." Als "völlig absurd" wies der Sprecher den Aufruf des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zurück, den Einkauf bei Aldi zu überdenken. Beim Bauernverband sei eine "besorgniserregende Radikalisierung in Sprache und Aktion" zu beobachten, sagte Pellengahr. Damit würden falsche Erwartungen geweckt, "als ob man mit Randale Marktmechanismen aushebeln" könne.

Gleichwohl geht das Bundeskartellamt der Beschwerde des Bauernverbands nach, die fast gleichzeitige Preissenkung deute auf eine Absprache hin. Ein Sprecher sagte in Bonn, die zuständige Beschlussabteilung untersuche, ob ein Verfahren eingeleitet werden müsse. Bauernverbandspräsident Helmut Sonnleitner hatte sich am Montag an die Wettbewerbshüter gewandt. Die Bauern bestehen laut Sonnleitner darauf, dass "die völlig unnötige Preissenkung durch den Lebensmitteleinzelhandel umgehend wieder vollständig korrigiert wird". Darüber hinaus attackierte Sonnleitner die Molkereiwirtschaft. Sie sei erneut nicht in der Lage gewesen, faire Bedingungen für die Bauern durchzusetzen.

Unterdessen verurteilte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) die vom Handel durchgesetzte Senkung der Milchpreise scharf und stellte sich hinter den Protest der Bauern. "Ich bedauere diese Entwicklung, weil ich großes Interesse daran habe, dass wir gerade vor der sich abzeichnenden Nahrungsmittel-Knappheit weltweit bei uns im Lande eine funktionierende Landwirtschaft haben", sagte Seehofer im Bundestag.

Die Bauern brauchen faire Preise

Die Bauern brauchten faire und kostendeckende Preise. Die lägen für die Milch bei 40 Cent pro Kilogramm. Dieser Betrag sei durch die zurückliegenden Preiserhöhungen schließlich erreicht worden und werde jetzt wieder zurückgedreht. Dies geschehe "im völligen Kontrast zur allgemeinen öffentlichen Diskussion über die (ansonsten anziehende) Preisentwicklung. Und deswegen ist es richtig, wie sich die Bauern in den letzten Tagen artikuliert haben. Da haben sie meine Unterstützung", sagte der Minister. Ein Teil der Milchbauern droht inzwischen mit einem Lieferstopp. Der Deutsche Bauernverband kündigte weitere Proteste an.

Im Übrigen bedauerte Seehofer die Entscheidung der EU, die Milchquoten zum 1. April - "zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt" - zu erhöhen, ohne den besonders betroffenen Milchbauern "ein Begleitprogramm in Aussicht zu stellen". Die deutsche Regierung habe dagegen gestimmt, weil sie das Bröckeln der Preise vorhergesehen habe.

DPA/AP / AP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.