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Dresdner Bank: Ex-Vorstände kassieren rund 58 Millionen Euro

Geldsegen für die ehemaligen Vorstände der Dresdner Bank: Trotz hoher Verluste des Geldhauses kassieren die neun Manager rund 58 Millionen Euro. Das geht aus dem Geschäftsbericht des Instituts hervor, das inzwischen von der Commerzbank übernommen worden ist. Politiker reagierten mit Empörung.

Mit zusammen gut 58 Millionen Euro haben neun Vorstände der Dresdner Bank im Jahr 2008 weit mehr verdient als ihre Kollegen bei anderen Geldhäusern. Zwar sind darin Abfindungen von gut 24 Millionen Euro enthalten, die dem vollständig ausgewechselten Vorstand nach der Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank bezahlt wurden. Dennoch bleibt dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zufolge mit 33,8 Millionen Euro eine Steigerung um 25 Prozent zu den Bezügen von 2007.

Steinbrück: "Ich habe dafür kein Verständnis"

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück reagierte empört. Der "Bild"-Zeitung sagte der SPD-Politiker: "Mit solch einem unanständigen Verhalten fügen diese Leute, die zur wirtschaftlichen Elite unseres Landes gehören wollen, unserem Gesellschaftssystem schweren Schaden zu. Ich habe dafür keinerlei Verständnis." Die Dresdner Bank wies für 2008 einen Verlust von 6,3 Milliarden Euro aus.

Dagegen mussten die Topleute der Commerzbank für 2008 wegen der Finanzmarktkrise drastische Gehaltseinbußen hinnehmen. Die Vergütung sank um rund 65 Prozent auf 4,3 Millionen Euro, wie ebenfalls aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. 2007 wurden noch 12,4 Millionen Euro ausgeschüttet. In den 4,3 Millionen Euro vom vergangenen Jahr sind die Bezüge des Vorstandssprechers Martin Blessing in Höhe von 500.000 Euro enthalten. Die übrigen sieben Mitglieder des Vorstands erhielten für 2008 je 480.000 Euro. Rund 880.000 Euro entfielen auf Vorstandsmitglieder, die im vergangenen Jahr ausschieden.

Weil die Commerzbank Hilfen des Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin annimmt, sind die Managergehälter begrenzt. Auch wird deshalb in den Jahren 2009 und 2010 keine Dividende ausgeschüttet.

Auch die Kollegen der Deutschen Bank mussten 2008 drastische Einbuße hinnehmen. Dort brachen die Gehälter aber wegen sinkender Bonuszahlungen und einem freiwilligen Verzicht ein. Staatliche Hilfe nimmt die Deutsche Bank nicht in Anspruch.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, äußerte sich im Berliner "Tagesspiegel" empört über die hohen Zahlungen bei der Dresdner Bank. "Die Profiteure sollten überprüfen, ob sie nicht auf einen guten Teil ihrer Ansprüche verzichten", sagte er. Dafür gebe es internationale und nationale Vorbilder. Die Bezüge bei der Dresdner gehörten zu den "krassen Fällen". "Das schreit zum Himmel", sagte Poß.

AP/DPA / AP / DPA