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Gewerkschaften: Bizarrer Machtkampf um IG Metall-Spitze

Der Machtkampf um die Spitze der IG Metall wird immer verworrener. Nach dem nicht abgesprochenen Vorpreschen Hücks als möglichem Peters-Gegenkandidat ist bei der Gerwerkschaft der Burgfrieden dahin.

Der Machtkampf um die Spitze der IG Metall wird immer verworrener. Nachdem Porsche-Betriebsratchef Uwe Hück am Wochenende erklärt hatte, möglicherweise als Gegenkandidat zum designierten Vorsitzenden Jürgen Peters anzutreten, wies die Stuttgarter IG Metall-Bezirksleitung am Montag darauf hin, dass dieser Vorstoß "nicht mit der Bezirksleitung abgesprochen war". Der Sprecher der Bezirksleitung, Frank Stroh, erklärte: "Irgendwann muss jeder erkennen, dass bei der Personaldebatte der IG Metall das Ende der Fahnenstange erreicht ist." Stroh fügte hinzu: "Das Aufwärmen der Personaldebatte schadet uns."

"Jetzt ist Schluss"

Hück seinerseits unterstrich am Montagmorgen erneut, dass er weiterhin eine Kandidatur gegen Peters auf dem Gewerkschaftstag am kommenden Wochenende in Frankfurt erwägt. Mit Blick auf Peters sagte Hück in einem Gespräch mit dem "WDR 2 Morgenmagazin": "So ein Mensch hat in der Organisation nicht in der ersten Reihe zu sitzen." Hück fügte hinzu: "Irgendwann muss einer den Mut haben in diesem Land, zu sagen: Jetzt ist Schluss."

Huber ist nicht begeistert

Der 41-jährige Hück, der seit fünf Jahren an der Spitze des Porsche-Betriebsrats steht, gilt als "sehr guter Betriebsrat", aber auch als impulsiv und rustikal. Hück und der Stuttgarter Bezirksleiter Berthold Huber hatten schon am Samstag miteinander gesprochen. Über den Inhalt des Gespräches wird Stillschweigen gewahrt. Doch ist inzwischen zu erfahren, dass Huber alles andere als begeistert von Hücks Plänen zur Kandidatur sei. Huber ist der Kandidat des IG Metall-Vorstands für den stellvertretenden Vorsitzenden.

Gilt als guter Betriebsrat

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall der Verwaltungsstelle Stuttgart, Jürgen Stamm, sagte am Montag, Hück sei ein überaus guter Betriebsrat. Er persönlich gehe aber davon aus, dass Hück nicht kandidieren wird. Auch Stamm verwies darauf, dass Hück seine Pläne nicht mit der Bezirksleitung abgesprochen habe.

Baden-Württenberg überpräsent

Wie am Montag in Stuttgart aus Metaller-Kreisen weiter zu erfahren war, habe man inzwischen alle Hände voll zu tun, anderen Landesbezirken zu erklären, dass Bezirkschef Huber von Hücks Vorgehen nichts gewusst habe. Viele Metaller sind der Überzeugung, dass Hück mit seinem eigenen Machtanspruch sogar dem baden-württembergischen Bezirk schade. Viele IG Metall-Mitglieder bundesweit hätten nämlich den Eindruck gewonnen, dass Baden-Württemberg jetzt gleich den ersten und zweiten Vorsitzenden durchsetzen wolle. Dies sei "kontraproduktiv", meinte ein Ortsbevollmächtigter.