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Erdgas- und Erdölvorkommen im Mittelmeer Griechenland hofft auf chinesische Investitionen


Das von der Staatspleite bedrohte Griechenland braucht frisches Kapital. Nun hofft Athen, dass sich China zu Investitionen durchringt - um nach Erdgas- und Erdöl im Mittelmeer zu bohren.

Das von der Staatspleite bedrohte Griechenland bemüht sich um Investitionen chinesischer Firmen bei der Suche nach Erdöl- und Erdgasvorkommen im Mittelmeer. Energieminister Panagiotis Lafazanis habe darüber am Montag mit dem chinesischen Botschafter beraten, teilte das Ministerium in Athen mit. Es sei der Besuch chinesischer Unternehmensvertreter vereinbart worden. Im März hatte die griechische Regierung das Bieterverfahren bis Mitte Juli verlängert. Ihren Angaben zufolge wollen sich auch russische Investoren an dem Vorhaben beteiligen. Dabei geht es um 20 Probebohrungen im Ionischen Meer und vor der Südküste Kretas.

Griechenland hat in den vergangenen 50 Jahren immer wieder vergeblich Versuche unternommen, Erdöl- und Erdgasvorkommen zu entdecken. Wegen der Schuldenkrise hat das Land die Bemühungen jedoch intensiviert, um seine Einnahmen zu erhöhen. Da die Finanzgespräche mit den Gläubigern seit Monaten auf der Stelle treten, bemüht sich das Land zunehmend um Investitionen von außerhalb der Europäischen Union.

Pläne mit Russland werden konkreter

Nach Meldungen über ein unterschriftsreifes milliardenschweres Energieabkommen zwischen Moskau und Athen wird der Chef des russischen Gazprom-Konzerns am Dienstag in Griechenland erwartet. Alexej Miller werde unter anderem mit dem Ministerpräsidenten Alexis Tsipras sprechen, teilte das griechische Umwelt- und Energieministerium am Montag mit. Dabei werde es um "Energiefragen" gehen, hieß es in einer kurzen Erklärung. Von dem Pipeline-Projekt Turkish Stream ist darin nicht explizit die Rede.

Am Samstag hatte ein Mitarbeiter der griechischen Regierung der Nachrichtenagentur AFP gesagt, am Dienstag werde in Athen mit einer "ranghohen russischen Delegation" ein Vertrag über den Bau der Turkish-Stream-Pipeline durch Griechenland unterzeichnet. "Spiegel Online" hatte zuvor berichtet, Russland werde dem pleitebedrohten Griechenland für die Leitung drei bis fünf Milliarden Euro im Voraus zahlen. Von russischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Ukraine umgehen

Aus dem griechischen Energieministerium hieß es am Montag auf Nachfrage: "Es gibt verschiedene Energiefragen zu besprechen, wie die Gasleitung, aber auch den Gaspreis." Gazprom-Chef Miller werde Tsipras sowie Energieminister Panagiotis Lafazanis treffen.

Der staatliche Gazprom-Konzern will Turkish Stream bauen, um sein Gas unter Umgehung der Ukraine in Europa zu verkaufen. Nachdem das lange vorbereitete Pipeline-Projekt South Stream, das eine Leitung durch Bulgarien vorsah, vergangenen Dezember geplatzt war, rückte die Alternativroute durch die Türkei mit einer Verlängerung nach Griechenland in den Fokus. Allerdings sind sich Moskau und Ankara auch noch nicht einig über den Bau, was einen Vertrag mit Athen aus russischer Sicht derzeit riskant erscheinen lassen würde.

kg/rtr

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