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Halbjahresbilanz: Bahn will Fahrpreise erhöhen

Zugfahren wird teurer: Obwohl die Deutsche Bahn deutlich mehr Gewinn macht, kündigte Bahnchef Hartmut Mehdorn eine Preiserhöhung an. Die Preise sollen offenbar um bis zu 3,2 Prozent angehoben werden.

Die Deutsche Bahn rollt mit einem kräftigen Gewinnplus in Richtung Börse, hebt die Ticketpreise für die Fahrgäste aber weiter an. Wegen stark gestiegener Energie- und Personalkosten werden die Tarife zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember erhöht, wie Bahnchef Hartmut Mehdorn mitteilte.

Die Preiserhöhung soll laut "Financial Times Deutschland" bis zu 3,2 Prozent betragen. Wie die Zeitung berichtet, will das Unternehmen damit im Zuge des geplanten Börsengangs seine Profitabilität im Personenverkehr absichern. Zugleich baue das Unternehmen seine Logistiksparte mit einer Übernahme in Rumänien weiter aus: Die Bahn werde dort für knapp 100 Millionen Euro eine führende Speditionsfirma kaufen, schreibt das Blatt unter Verweis auf Finanzkreise. Die Bahn selbst will die genaue Preiserhöhung eigentlich erst im Herbst nennen. Zuletzt waren Fahrkarten im Nah- und Fernverkehr im Dezember 2007 im Schnitt um 2,9 Prozent teurer geworden. Für 2008 hatte der Konzern eigentlich eine Preisgarantie gegeben.

Im ersten Halbjahr 2008 fuhr der noch komplett bundeseigene Konzern ein deutlich besseres Ergebnis ein als im Vorjahreszeitraum. "Wir haben in den ersten sechs Monaten erneut bewiesen: Unser Unternehmen ist reif für die Börse", sagte Mehdorn. Die Erlöse in den Monaten Januar bis Juni seien um 8,2 Prozent auf insgesamt 16,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, so der Bahnchef. Dies entspreche einem Plus von 1,3 Milliarden Euro. Vor Steuern verdiente der Konzern 1,4 Milliarden Euro und damit 6,8 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten von 2007. Der Vorstand bekräftigte, dass die neu gegründete Tochter DB Mobility Logistics für den Personen- und Güterverkehr "im Herbst" zu 24,9 Prozent an die Börse gebracht werden soll.

Mehr Fahrgäste

Die Fahrgastzahlen stiegen weniger stark als die Erlöse: Drei Prozent mehr Kunden verzeichnete die Bahn zwischen Januar und Juni, insgesamt 941 Millionen Fahrgäste waren in den Zügen unterwegs. Damit seien täglich rund 5,2 Millionen Fahrgäste mit der Bahn gefahren. "Noch nie sind so viele Menschen mit Zügen unterwegs gewesen, und noch nie wurden so viel Güter auf der Schiene transportiert", sagte Mehdorn.

Angesichts von Diskussionen über die Sicherheit der ICE-3-Züge betonte Mehdorn, bei Investitionen in die Sicherheit von Gleisanlagen und Fahrzeugen sei nicht gespart worden und werde nicht gespart. Hintergrund ist eine Sicherheitsdebatte nach der Entgleisung eines ICE 3 mit einem Achsenbruch Anfang Juli in Köln.

AFP/DPA/AP / AP / DPA