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Fastfood in der Krise Backwerk-Gründer wollen Burgerkette Hans im Glück kaufen – doch der Deal steht auf der Kippe

Burger von Hans im Glück
Deutschlands größte Burgerkette Hans im Glück soll verkauft werden
© Matthias Balk/ / Picture Alliance
Hans im Glück ist Deutschlands größte Burgerkette und galt lange als Erfolgsgeschichte der Systemgastronomie. Doch die Zeiten sind vorbei, die Kette soll verkauft werden. Doch der Deal könnte noch platzen.

Die Burgerkette Hans im Glück steht zum Verkauf. Wie das "Handelsblatt" berichtet sind die Verhandlungen über eine Übernahme schon weit fortgeschritten. Demnach sollen die Gründer der Billig-Backkette Backwerk Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer sowie der Hans-im-Glück-Minderheitseigner Gerd Bühler an einem Kauf Interesse haben. Hintergrund des Kaufs sind akute Finanzprobleme der angeschlagenen Burgerkette. 

Doch ganz einfach geht der Deal nicht über die Bühne. Der Gründer der Burgerkette, Thomas Hirschberger, hatte zunächst auf Finanzinvestoren gesetzt, die seine 90 Prozent und die 10 Prozent von Bühler hätten übernehmen sollen. Doch dazu kommt es laut "Handelsblatt" nun nicht - auch, weil sich Bühler bei seinem Einstieg ins Unternehmen 2018 umfangreiche Rechte gesichert hat. So soll Bühler ein Vorkaufsrecht verhandelt haben, dass er nun mit den Backwerk-Gründern umsetzen könnte. Limmer und Schneider hatten die Billig-Backkette 2013 an den Finanzinvestor EQT verkauft, laut Reuters lag der Kaufpreis bei rund 100 Millionen Euro. 

Für Hirschberger könnte der Verkauf auch finanziell ärgerlich ausgehen, denn er wird Hans im Glück kaum mit hohem Gewinn veräußern können. Laut dem "Handelsblatt" ergebe sich ein "finaler Kaufpreis" nach Abzug von Schulden von 26,1 Millionen Euro. Allerdings müssen davon noch eine Reihe Verpflichtungen gezahlt werden, die "in Erwartung eines deutlich besseren Exits eingegangen worden sind", so das "Handelsblatt". Konkret geht es um Millionenzahlungen an drei Geschäftsführer und Zahlungen an Franchisenehmer. Laut dem "Handelsblatt" wollten sich weder die Kaufinteressenten noch der derzeitige Eigentümer zu dem Verkauf von Hans im Glück äußern. 

Hans im Glück wächst nicht so rasant wie angekündigt

Hans im Glück galt einst als Erfolgsgeschichte der Systemgastronomie - ähnlich wie Vapiano. Inzwischen läuft es bei beiden Restaurantketten nicht mehr rund. So kam es 2016 zum Bruch mit dem Franchise-Nehmer Paniceus, der zwölf Standorte betreibt hatte. Der Konflikt mit dem norddeutschen Partner endete damit, dass dieser den Wettbewerber Peter Pane gründete.

Seit der Gründung 2010 hatte Hirschberger den radikalen Expansionsplan der Burgerkette  vorangetrieben. Doch die 300 bis 500 Filialen, die er allein in Deutschland eröffnen wollte, sind es nie geworden. Aktuell gibt es knapp 90 Restaurants. Statt eines "strukturiertes M&A-Prozess", wie Hirschberger dem "Handelsblatt" in einem früheren Gespräch mitgeteilt hatte, wird nun ein aus der Not geborener Verkauf. Und auch der könnte nun noch platzen.

kg

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