Immobilienbank Hypo Real Estate Tiefrote Zahlen und trotzdem zufrieden


Rote Zahlen und kein Ende: Die verstaatlichte Krisenbank Hypo Real Estate hat im ersten Quartal erneut Hunderte Millionen Euro Verlust gemacht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies allerdings eine Verbesserung um 82 Millionen Euro.

Die verstaatlichte Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hat ihre Verluste zum Jahresbeginn weiter verringert. Vor Steuern stand im ersten Quartal 2010 ein Fehlbetrag von 324 Millionen Euro zu Buche nach 406 Millionen Euro im Jahr zuvor, wie die HRE am Freitag mitteilte. Dem einstigen Dax-Konzern, der in der Finanzkrise wegen Liquiditätsengpässen fast zusammenbrach und mit Hilfen von 100 Milliarden Euro gerettet werden musste, machen aber faule Immobilienkredite weiter schwer zu schaffen. Zudem stecken insgesamt rund 80 Milliarden Euro in den schuldengeplagten Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien (PIIGS).

Nach wie vor geht die HRE davon aus, frühestens 2012 wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, wie Firmenchefin Manuela Better sagte. Das Marktumfeld bleibe angespannt und das Ergebnis werde von Abschreibungen auf Kredite und Wertpapiere belastet. Ziel sei aber, die Verluste 2010 einzugrenzen. Die HRE mache zudem Fortschritte beim Aufbau ihrer Abwicklungsanstalt, in die Geschäftsbereiche und toxische Papiere von bis zu 210 Milliarden Euro ausgelagert werden sollen.

Im ersten Quartal profitierte die HRE unter anderem von niedrigeren Verwaltungskosten. Außerdem wurde der Verlust im Handelsgeschäft reduziert. Allerdings ging die Risikovorsorge für Kredite im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 260 Millionen Euro nach oben. Vor allem in den USA, Großbritannien und Spanien kämpfen Immobilienfinanzierer mit einer großen Anzahl fauler Kredite. Auch die Commerzbank, deren Tochter Eurohypo im Immobiliengeschäft tätig ist, musste ihre Risikovorsorge erhöhen und sieht besonders in den USA ein höheres Ausfallrisiko.

Massive Risiken stecken bei der HRE in den PIIGS-Staaten: Nach bisher vorliegenden Daten ist sie am stärksten von allen deutschen Banken in den zurzeit besonders kritisch im Fokus der Investoren stehenden Ländern investiert. Sie schulden dem Institut 39,2 Milliarden Euro. Hinzu kommen Kredite an staatliche Institutionen und Kommunen dieser fünf Länder von gut 41 Milliarden Euro. Die Commerzbank bezifferte ihr Engagement auf gut 26 Milliarden Euro, die Postbank auf 7,6 Milliarden Euro.

Trotz Kapitalspritzen von inzwischen bereits 7,85 Milliarden Euro ging die Kernkapitalquote der HRE wegen der Quartalsverluste leicht auf 7,7 Prozent zurück. Das ist im Vergleich mit anderen Banken relativ wenig. Die Commerzbank, die ebenfalls mit Staatsgeldern gestützt wird, kommt auf fast elf Prozent.

Reuters/APN Reuters

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