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Finanztest: Wie Kunden dreiste Abzocke von Inkasso-Firmen durchschauen

Inkasso-Firmen müssen sich an strenge rechtliche Grenzen halten - doch es gibt auch reichlich Betrüger. Finanztest erklärt, worauf Kunden achten müssen und wie sie schwarze Schafe erkennen. 

"Das ist die letzte Mahnung! Zahlen Sie sofort den Betrag! Es droht eine Anzeige! Ihr Lohn wird gepfändet! Wir übergeben die Angelegenheit dem Staatsanwalt und der Schufa!" Solche oder ähnliche Drohungen landen regelmäßig im Email-Postfach. Häufig versteckt sich hinter diesen Schreiben der Versuch, Kunden abzuzocken.

Seriöse Inkassofirmen arbeiten nicht mit Drohungen, schreibt "Finanztest". Diese Unternehmen kümmern sich um säumige Zahler. Teilweise kaufen sie auch Forderungen und treten dann selbst als Gläubiger auf. Inkasso-Firmen arbeiten wie folgt: Hat ein Kunde etwas gekauft, aber nicht bezahlt, werden zunächst Mahnungen vom Verkäufer verschickt. Reagiert der Kunde darauf nicht, kommen Inkasso-Firmen zum Zug.

Inkasso-Firmen brauchen Zulassung

Inkasso-Unternehmen brauchen eine besondere Zulassung vom Amts- oder Landgericht. Ob das jeweilige Unternehmen zugelassen ist, können Kunden unter Rechtsdienstleistungsregister.de prüfen.

Größtes Problem: Inkasso-Firmen hoffen durch gefälschte Forderungen an Geld zu kommen. Mal sollen User an einem Gewinnspiel teilgenommen und die Kosten dafür nicht gezahlt haben. Mal ist es eine Sexhotline, bei der der Kunde noch nicht überwiesen hat. "Finanztest" empfiehlt, bei offensichtlichen Fälschungen die Mails direkt zu löschen. Ist die Forderung unseriös oder sogar gerechtfertigt, sollten Kunden zumindest schriftlich widersprechen.

Konto im Ausland legt Betrug nahe

Fälschungen erkennen Kunden beispielsweise daran, dass die Summe auf bulgarische oder slowenische Konten überwiesen werden soll. Aber Achtung: Hat man im Urlaub ein Knöllchen gesammelt, kann die Forderung trotz ausländischem Bankkonto dennoch gerechtfertigt sein.

Ohne Inkassovollmacht geht nichts

Ein weiteres Indiz, dass es sich um unseriöse Firmen handelt: Ohne eine Abtretungsvollmacht oder Inkassovollmacht sind die Schreiben rechtlich wirkungslos. Kunden sollten genau auf diese Formulierung achten. 

Und nicht alle Inkassogebühren sind erlaubt. Gerne würden Firmen Gebühren für eine Adressermittlung oder Kontoführung erheben. Der Schuldner sollte solchen Gebühren widersprechen und Nachweise verlangen.


Den gesamten Bericht über unseriöse Inkasso-Firmen erhalten Sie gegen Gebühr unter www.test.de.

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