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KIRCH-KRISE: 200-Millionen-Bürgschaft für die Bundesliga?

Der Bund und mehrere Landesregierungen planen einem Zeitungsbericht zufolge Bürgschaften von 200 Millionen Euro für die Fußball-Bundesliga.

Der Bund und mehrere Landesregierungen planen einem Zeitungsbericht zufolge Bürgschaften von 200 Millionen Euro für die Fußball-Bundesliga, um einen Konkurs zahlreicher Profi-Vereine zu verhindern. Die Bundesliga wolle mit Hilfe der Politik verhindern, dass die Krise bei dem hoch verschuldeten Medienunternehmen Kirch auch auf den Profifußball durchschlage, berichtete die »Süddeutsche Zeitung«. Die sich abzeichnende Pleite von Kirch drohe auch die meisten Fußballklubs der ersten und zweiten Liga in den finanziellen Ruin zu treiben, da sie von den Millionen-Honoraren des Kirch-Konzerns für die Fernseh-Übertragungsrechte abhängig seien.

Erste Verhandlungen gelaufen

Liga-Präsident Werner Hackmann habe die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga kürzlich darüber informiert, dass Bund und Länder für eine solche Bürgschaft gewonnen werden sollten, berichtete die Zeitung weiter. Es habe mit dem Bund und den Ländern auf Arbeitsebene bereits Verhandlungen gegeben, hieß es unter Berufung auf Aussagen von Hackmann. Beim Ligaverband liefen die Gespräche über den Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, Wilfried Straub, und bei der Bundesregierung kümmere sich Wirtschafts-Staatssekretär Alfred Tacke um das Thema.

Liquidität verschaffen

Tacke und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hätten in Absprache mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bereits Mitte Februar mit Hackmann, Straub und weiteren Fußball-Managern gesprochen. »Bei diesen Gesprächen ist verhandelt worden, dass Bund und Länder der Bundesliga ein halbes Jahr Liquidität verschaffen wollen, damit in dieser Zeit die TV-Vermarktung neu geregelt werden kann«, zitierte die Zeitung die Mediens-Staatssekretärin von Clement, Miriam Meckel. Die nächsten Raten von Kirch für die Übertragungsrechte in Höhe von je knapp 100 Millionen Euro seien Anfang Mai und Anfang August fällig. Kirchs Vertrag mit der Bundesliga laufe bis Mitte 2004. Bis dahin müsse Kirch insgesamt 900 Millionen Euro bezahlen.

Ob die Fernsehrechte überhaupt bei der Kirch-Gruppe bleiben, ist unklar. Angeblicht stehen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bereits in den Startlöchern, um die Bundesliga wieder zur

Sportschau-Sache zu machen.