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Machtkampf: Stühlerücken bei Daimler-Chrysler entschieden

Der im Konkurrenzkampf um den Posten des Konzernchefs unterlegene Mercedes-Chef Eckhard Cordes verlässt den Autokonzern Daimler-Chrysler.

Der Machtkampf um die Führung bei DaimlerChrysler ist entschieden. Mercedes-Chef Eckhard Cordes verlässt den Autokonzern. Der Aufsichtsrat habe dessen Rücktrittsgesuch angenommen, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. Cordes verlasse das Unternehmen zum Monatsende auf eigenen Wunsch, hieß es.

Der vergleichsweise schnelle Abtritt steht im Zusammenahng mit dem kürzlichen Rückzug von Konzernchef Jürgen Schrempp. Dessen Vorstandsvorsitz wird Anfang 2006 Chrysler-Chef Dieter Zetsche übernehmen. Cordes war 29 Jahre beim Stuttgarter Autokonzern und hat sich ebenfalls Hoffnungen auf die Schrempp Nachfolge gemacht. Der 54-jährige hatte bereits vor drei Wochen seinen Rücktritt angeboten, als die Wahl für Schrempps Nachfolge auf seinen Rivalen Zetsche fiel. Der Abschied im gegenseitigem Einvernehmen war offenbar kühl. Der Konzern verzichtete bei der Personalmitteilung auf die sonst übliche Dankesformel.

Nach Cordes Ausschreiden wird Zetsche die Mercedes-Group leiten, bis ein endgültiger Nachfolger gefunden sei. An die Spitze von Chrysler rückt Tom LaSorda. Der US-Manager gilt als knallharter Sanierer. Er hatte in den vergangenen Tagen bereits ein Sparprogramm für den US-Autobauer angekündigt, zu dem möglicherweise Entlassungen gehören werden.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der 52-jährige Zetsche voraussichtlich bis zu über einem Jahr Mercedes leiten wird. Es sei ihm wichtig, die Situation der Sparte mit den Marken Mercedes, Smart und Maybach zu stabilisieren.

Seit der Bekanntgabe des Führungswechsels bei dem deutsch-amerikanischen Autobauer Ende Juli war über den Posten des Mercedes-Chefs Cordes spekuliert worden. Zeitweise hatten sogar Gerüchte die Runde gemacht, VW-Markenchef Wolfgang Bernhard wolle zu seinem früheren Arbeitgeber zurückkehren. Bernhard hatte dies jedoch entschieden zurückgewiesen.

AP/Reuters / AP / Reuters