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Fastfood-Kette Neue Burger, sinkende Preise: Bei McDonald's wird jetzt alles anders

McDonald's: neue Burger, sinkende Preise
McDonald's plant einige Änderungen.
© Peter Kneffel/dpa; dpa
Kehrtwende bei McDonald's: Der Burgerbrater will nicht mehr mit gesünderem Essen punkten, sondern besinnt sich auf Kernprodukte. Statt auf innovatives Chichi setzt die Kette auf Burger und Co. Für Kunden wird sich einiges ändern.

Kalorienarme Snacks, Bio-Burger oder Salate: McDonald's hat in den vergangen Jahren versucht, allerlei Food-Trends aufzugreifen. Gesünder sollte das Essen beim Burgerbrater werden. Kunden würden auf qualitativ hochwertigere Zutaten achten, hieß es. Vor knapp zwei Jahren feierte die Kette die große Eröffnung des Restaurants am Frankfurter Flughafen. "Wir werden uns weiter verändern", sagt damals Holger Beeck, Vorstandschef von McDonalds Deutschland, dem stern. "Für mich ist das der Weg in die Zukunft." Offenbar war er das nicht, denn jetzt legt der weltgrößte Fastfood-Konzern eine erstaunliche Kehrtwende hin.

Die Zeiten der Experimente bei McDonald's sind vorbei. Jahrelang hechelte das Unternehmen den Ansprüchen der Kundschaft hinterher, versuchte, den Burger-Trend für sich zu nutzen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Wandel von billigem Fastfood zu gesünderen Snacks nicht gelungen ist. Erzielte McDonald's 2013 noch einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar, sind es drei Jahre später nur noch sechs Milliarden Dollar. Den Restaurants laufen die Kunden weg. Doch anders als gedacht, pilgern sie nicht zu kulinarischen Gesundheitstempeln, sondern einfach nur zur Konkurrenz. Das ergaben Kundenbefragungen in den USA. "Wir müssen kein anderes McDonald's werden, sondern ein besseres McDonald's", sagte in der vergangenen Woche Lucy Brady, Vizepräsidentin des Konzerns vor Investoren in Chicago.

Burger statt Salat bei McDonald's 

Besser heißt: McDonald's macht eine Vollbremsung. Wraps, Salate und kalorienarmes Essen soll von der Karte gestrichen werden. Burger sollen wieder in den Fokus rücken. Künftig wolle die Kette nicht mehr tiefgekühlte Pattys braten, sondern frisches Hack einsetzen. Und: Die klassischen Burger wie der BigMac sollen in drei verschiedenen Größen bestellt werden können. Und das Unternehmen will an der Preisschraube drehen. Vor allem die Café-Spezialitäten sollen günstiger werden.

Ein "besseres Kundenerlebnis" ist das Ziel. Dafür werden die Filialen, in Deutschland derzeit 1471, modernisiert werden. Schon heute kann die Bestellung direkt an den Tisch gebracht werden. Diesen Service will McDonald's verstärken. Auch Bestellen beim Kellner soll künftig möglich sein. Die bereits angestoßene Digitalisierung soll fortgesetzt werden. Das heißt: Bestellen - und auch das Bezahlen - soll per App möglich sein. In den USA ist das leichter möglich, da große Bezahldienste wie Apple Pay oder Android Pay längst etabliert sind. Hier hinkt Deutschland noch hinterher. 

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McDonald's setzt auf Lieferservice

Ein weiterer Punkt ist der Lieferservice. Während die Konkurrenz zumindest in Testgebieten ihre Burger ausliefert, zögerte McDonald's lange. Das soll sich ändern. In Asien und in den USA ist das Lieferangebot bereits in der Erprobung. Laut McDonald's leben in den Top-5-Märkten, also den USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Kanada, rund 85 Prozent der Menschen höchstens acht Kilometer von einer McDonald's-Filiale entfernt. Wann in Europa Burger von der Kette ausgeliefert werden, ist noch unklar. Experten erwarten aber, dass ein Lieferservice wohl zunächst in London getestet wird, bevor auch der deutsche Markt an der Reihe ist.

Großer Strategieschwenk bei McDonald's

McDonald's hat - vor allem in den USA - ein Kundenproblem. Rund 500 Millionen Restaurantbesucher hat die Kette seit 2012 verloren. Keine gute Ausgangsposition, um die Investoren in Chicago zu beeindrucken. McDonald's will für die Neuerungen rund 1,7 Milliarden Dollar aufwenden. McDonald's arbeite mit Hochdruck daran, wieder zu wachsen, sagte McDonald's-Chef Steve Easterbrook. Zunächst geht es dem Burgerbrater um den US-Markt. Doch dass die Änderungen auch in Deutschland umgesetzt werden, ist sehr wahrscheinlich. Dafür ist der Strategieschwenk zu umfangreich. 


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