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Konkurrenz durch Bäckereien: Warum sich McDonald's, Burger King und Co. neu erfinden müssen

Die Kunden sind wählerischer geworden - und das Angebot hat sich vergrößert. Große Gastronomieketten wie McDonald's oder Burger King buhlen inzwischen mit neuen Systemrestaurants und Großbäckereien um die Kundschaft. 

Ein Schild von Burger King, eine Tüte Pommes von McDonald's und das Fassade einer Back-Werk-Filiale

Gastronomieketten, wie Burger King, McDonald's oder auch Back-Werk, müssen sich neu erfinden. 

Vapiano, Hans im Glück und andere "Neulinge" mischen den Markt der Gastronomieketten auf: Sie locken mit gestyltem Interieur, regionalen Produkten oder Bio. Die Branche, an deren Spitze in Deutschland ungefochten McDonald's steht, ist dabei, sich neu zu erfinden. "Allein mit dem Angebot von Trinken und Essen lockt man heute kaum noch jemanden von dem Sofa", heißt es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Fastfood-Ketten wachsen langsamer

Auch wenn das Wachstum nicht mehr so rasant ist wie noch vor einigen Jahren: Rund 12 Milliarden Euro (ohne Mehrwertsteuer) setzten die 100 größten Anbieter der Systemgastronomie nach Dehoga-Schätzungen im vergangenen Jahr um. Das waren 2,2 Prozent mehr als 2013. Ohne die beiden Fast-Food-Riesen McDonald's und Burger King hätte das Plus sogar bei 5,2 Prozent gelegen.

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Der Big McChicken

Big McChicken

Der Name ist hier Programm: Die Brötchen eines Big Mac ersetzt man einfach durch das Fleisch von drei McChicken. Eine pure Kalorienbombe und leider etwas verschwenderisch, da die Brötchen in die Tonne wandern. Daher besser gleich am Tresen fragen, ob man die einzelnen Burger ohne Brötchen bekommen kann.


"Der gesamte Markt wächst und damit ist auch Platz für neue Anbieter", sagt Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Systemgastronomie. Konkurrenz machen der Branche aus ihrer Sicht vor allem neue Angebote der Bäckereien sowie Einzelhändler, die frische Snacks anbieten - von Salaten bis zu Sushi.

Nordsee: Fisch als Trend

Zu den großen der Systemgastronomie in Deutschland zählt Nordsee. Das 1896 als Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft gegründete Unternehmen belegt in dem Dehoga Ranking Platz 5 der 100 größten Anbieter. Seit 2012 investiert das Bremerhavener Unternehmen kräftig in die Neugestaltung seiner Filialen.


Zuletzt veraltet wirkende Nordsee-Restaurants bekamen ein neues Design. Von den 304 Filialen in Deutschland und Österreich (ohne Tank & Rast Filialen) erstrahlen nach Angaben des Unternehmens inzwischen 116 in neuem Glanz. Bewusst sei dabei nicht jeder Laden identisch.

Unangefochtener Marktführer hierzulande ist mit fast 1500 Filialen und geschätzt drei Milliarden Euro Umsatz 2014 der amerikanische Hamburgerriese McDonald's. Konkurrent Burger King folgt der Dehoga zufolge mit Abstand auf Rang zwei.

Kundenschwund bei McDonald's 

Branchenriese McDonald's kämpft allerdings mit Kundenschwund. Vor allem jüngere Kunden wechseln zur vermeintlichen gesünderen Konkurrenz. Der seit März amtierende Vorstandschef Steve Easterbrook versprach denn auch, die Burgerkette werde sich von nun an voll darauf konzentrieren, den veränderten Vorlieben der Verbraucher gerecht zu werden.


In den USA experimentiert die weltgrößte Schnellrestaurant-Kette mit dem Trendgemüse Grünkohl - zumindest probeweise. In einigen Filialen werden zwei neue Frühstücksgerichte angeboten, eines davon enthält Grünkohl und Spinat.

In Deutschland bietet McDonald's an einigen wichtigen Standorten einen Tischservice an und setzt inzwischen auch auf fleischlose Burger mit der Trend-Zutat Quinoa. "McDonald's Deutschland hat den Wandel erfolgreich eingeleitet, das beweist unser gutes Geschäftsergebnis im ersten Halbjahr", sagt Deutschland-Chef Holger Beeck, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Neue Strategie bei Burger King: Lieferdienste

Konkurrent Burger King ist neuerdings in mehreren deutschen Städten mit einem Bringdienst unterwegs.

In den kommenden zwei Jahren sollen bundesweit mehr als 200 der insgesamt rund 700 Filialen des McDonald's-Rivalen den Service anbieten. Kunden können ihre Bestellung im Internet aufgeben, die Lieferung erfolgt dann aus einer Filiale.

Im vergangenen Jahr war Burger King nach Berichten über Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen in den Filialen eines Lizenznehmers unter Druck geraten. Nach einer monatelangen Hängepartie einigte sich die Fastfood-Kette dann Anfang Juni mit dem Franchise-Partner Alexander Kolobov auf den Weiterbetrieb von 84 Filialen mit insgesamt rund 3000 Beschäftigten.


Seither bemühte sich das Unternehmen um Aufbruchstimmung: Ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit zentralen Aufgaben wie Marketing, Einkauf und Logistik wurde gegründet. Auch neue Restaurants plant die Fast-Food-Anbieter - wieviele, ist allerdings offen.


Eins steht für Valerie Holsboer fest: In fünf Jahren wird der Markt für Systemgastronomie wieder anders aussehen. "Die Unternehmen erfinden sich jeden Tag neu und wer das nicht macht, verschwindet vom Markt."
 

McDonald's oder Burger King: Wer hat das verbrutzelt?

    Das Prinzip ist ganz einfach: Sagen Sie uns, ob das Fast-Food-Gericht auf dem Foto von McDonald's oder Burger King verkauft wird.

    kg / DPA