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Millionen-Bußgeld verhängt: Kartellamt bestraft schmutzige Spülmittel-Deals

Viele Verbraucher haben jahrelang zuviel gezahlt für ihr Maschinen-Spülmittel: Die Hersteller von "Calgonit" und "Somat" haben ihre Preise heimlich abgesprochen. Nun wird ein millionenschweres Bußgeld fällig - allerdings nur für einen der Konzerne.

Geschirrspül-Tabs: Zwischen Sommer 2005 und 2007 sollen die Branchenriesen Preise abgesprochen haben

Geschirrspül-Tabs: Zwischen Sommer 2005 und 2007 sollen die Branchenriesen Preise abgesprochen haben

Maschinen-Spülmittel ist nicht gerade billig. Liegt's an der Waschkraft? Nach Erkenntnissen des Bundeskartellamtes haben die Branchenriesen über Jahre hinweg illegale Preisabsprachen getroffen. Demnach haben Verbraucher für die Produkte "Calgonit" und "Somat" lange zuviel bezahlt.

24 Millionen Euro Bußgeld

Am Mittwoch teilte das Kartellamt nun mit, dass der "Calgonit"-Hersteller Reckitt Benckiser Deutschland GmbH deswegen und wegen weiterer wettbewerbswidriger Vergehen ein Bußgeld von 24 Millionen Euro begleichen muss. "Somat"-Hersteller Henkel muss allerdings nicht zahlen: Der Konzern hatte im vergangenen Jahr bei der Behörde einen sogenannten Bonusantrag gestellt und die Absprachen offenbart. Nach der Bonusregelung bleibt das Unternehmen damit von einer Geldbuße verschont.

Zwischen Sommer 2005 und 2007 hatten Henkel und Reckitt Benckiser in vier Fällen Ausmaß und Zeitpunkt von Preiserhöhungen verabredet. Es waren mehrere Varianten der Geschirrspülmittel sowie Waschmittelzusätze und Allzweckreiniger beider Hersteller betroffen. "Die beiden Unternehmen haben Preiserhöhungen zwischen ihren Produkten über Jahre koordiniert. Die Zeche zahlte der Verbraucher", schrieb der Präsident der Kartellbehörde, Andreas Mundt, in einer Mitteilung.

Dabei gewesen sei auch eine indirekte Preiserhöhung um gleich 13 Prozent, erklärte das Bundeskartellamt. Die Unternehmen vereinbarten dabei, ihre Packungsgrößen von "Somat" und "Calgonit" zu verringern und den Preis gleichzulassen. Auch für neue Produkte hätten die Konzerne Packungsgrößen und Preise abgesprochen.

Vorwürfe auch bei Körperpflege-Produkten

Die Unternehmen standen zudem in einem zweiten Verfahren der Kartellwächter im Mittelpunkt. Dabei sprachen sich Reckitt Benckiser und Henkel den Angaben zufolge mit weiteren Unternehmen im Arbeitskreis "Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel" des Markenverbandes ab. Das Verfahren läuft seit 2006, als Palmolive-Colgate das Kartell anzeigte. Erste Strafen über insgesamt rund 20 Millionen Euro hatte das Kartellamt in diesem Fall bereits 2008 verhängt. Mittlerweile erweiterten die Wettbewerbshüter wegen neuer Vorwürfe aber ihre Ermittlungen, neben weiteren Firmen läuft nun auch ein Verfahren gegen den Markenverband.

fw/DPA/AFP / DPA
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