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Geschirrspüler: Spülmaschinenreiniger bei Warentest – viele Tabs machen das Geschirr nicht sauber, sondern kaputt

Im Test versagten viele Multi-Tabs – die teuren Markenprodukte enttäuschten. Die besten Reiniger kamen von Handelsmarken. Es zeigte sich: Billig spült besser.

Einige Mittel schaffen es nicht, das Geschirr vernünftig zu säubern.

Einige Mittel schaffen es nicht, das Geschirr vernünftig zu säubern.

Getty Images

Lange Gesichter gab es im Labor von Stiftung Warentest beim Dauertest von Spülmaschinentabs. Dabei wurde das Geschirr 300 Mal mit sogenannten Multi-Tabs durchgespült. So stellen die Prüfer fest, wie sehr die Chemikalien dem Geschirr und der Maschine zusetzen. Anstatt blitzender Sauberkeit blickte ihnen etwa bei den Tabs von Rossmann ein braun verfärbtes Innenleben der Maschine entgegen. Selbst die Spezialisten aus dem Labor bekamen den Dreck nicht wieder weg. Die Wirkung der eines Bio-Tabs war noch fataler: Hier setzte sich ein weißer Belag auf Gläsern und Geschirr ab – der Test musste nach 200 Spülgängen abgebrochen werden. Andere Mittel verdarben das Silber. 14 Mittel nahmen am Test teil, sechs bekamen die Note gut, drei waren mangelhaft, ein Mittel ausreichend und vier befriedigend.

Nachhaltigkeit geht anders, sagt Projektleiter Dr. Konrad Giersdorf dazu. "Das Geschirr muss sauber werden und darf keinen Schaden nehmen. Wenn Gläser, Besteck oder die Maschine durch Spülmittel unnötig früh kaputtgehen und neu gekauft werden müssen, dann ist das alles andere als nachhaltig."

Korb, Besteck und Gläser wurden nicht angemalt, sondern vom Reiniger verfärbt.

Korb, Besteck und Gläser wurden nicht angemalt, sondern vom Reiniger verfärbt.

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Nachhaltig bedeutet pfleglich

Anstatt Pflegemittel kauft man bei einigen Produkten eher ein Zerstörungsmittel ein. Im Alltag würden die Testversager Geschirr und Maschine innerhalb eines Jahres ruinieren. Ebenfalls erschreckend: Die bekanntesten Markenprodukte sind zwar teuer, fielen aber durch eine mäßige Leistung auf.  Die Excellence Multi-Aktiv Tabs von Somat kommen wegen ihrer ausreichenden Umwelteigenschaften nur auf die Note "Befriedigend". Das Mittel reinigt aber immerhin gut. Bei einem Preis von 21 Cent pro Tab ist das Gesamterlebnis aber kein Ruhmesblatt. Finish Powerball Quantum erreicht gar nur ein "Ausreichend". Für 16 Cent gibt es hier nur 3,6 in der Wertung für die Reinigung.

Leider konnte kein einziges Bio-Produkt im Test überzeugen. Testleiter Giersdorf sagt dazu, das habe verschiedene Gründe. "Die Mittel haben Probleme zum Beispiel mit der Reinigungsleistung, beim Klarspülen oder der Materialschonung. Bei allen sind die Rezepturen für ein gutes Qualitätsurteil nicht ausgewogen genug."

Geschirr in Spülmaschine

Billig spült besser 

Dafür schlug die Stunde von Handelsmarken und Discountern. Es zeigte sich auch in diesem Test mal wieder: Billig reinigt besser. Der Testsieger kommt von Kaufland. Die K-Classic Geschirr- Reiniger-Tabs-All-in kostet pro Tab nur 7 Cent und erreichten die Gesamtnote "Gut" (2,1), in der Einzeldisziplin Reinigung kamen die Kaufland-Tabs sogar auf den Wert von 1,7. Auf den zweiten Platz gelangten die Alio Geschirrreiniger Tabs Complete von Aldi Süd. Sie kosten ebenfalls 7 Cent und errichten die Note 2,2. Auf dem dritten Platz folgt das Mittel von DM. Der Geschirr- Reiniger Denkmit Multi-Power 12 kostet ebenfalls nur 7 Cent pro Tab. Die Testsieger kosten also nur ein Drittel des Preises, den schlechtere Markenprodukte verlangen.

Damit zeigte sich hier das gleiche Muster wie bei den Tests von Color-Waschmitteln und Vollwaschmitteln. Lesen Sie hierzu:

+++ Colorwaschmittel bei Warentest – billig wäscht mal wieder besser +++

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Im aktuellen Test wurden ausschließlich Multi-Tabs geprüft. Sie sind die bequemste Methode, denn die Spülmaschine benötigt dann keine weiteren Mittel mehr: Tab rein und fertig. Ein Problem gibt es bei sehr hartem Wasser. Die Tabs sind ausgelegt für Wasserhärten bis zum Wert von 21, darüber hinaus muss das Wasser zusätzlich enthärtet werden. Ist das Wasser dagegen sehr weich, wird bei jedem Waschgang mehr Enthärter zugesetzt als eigentlich notwendig. Eine Alternative sind Solotabs. Benutzt man sie, muss die Maschine zusätzlich mit Salz und Klarspüler gefüttert werden.

Folgende Methoden sind nicht zu empfehlen: In vielen Haushalten werden Multi-Tabs benutzt und zusätzlich werden auch noch Salz und Klarspüler in die Maschine gegeben. Für die Umwelt und das Portemonnaie ist dieses Vorgehen nach dem Motto "Viel hilft auch viel!" nicht gut. Wenn man, um auf Nummer sicher zu gehen, immer den heißesten Spülgang wählt, verbraucht man besonders viel Strom. Besser ist es, ein Mittel zu nehmen, dass auch bei niedrigen Temperaturen ein gutes Ergebnis erzielt. Zumal der Test gezeigt hat, dass die besten Tabs auch die billigsten sind.

Den kompletten Test können Sie gegen eine Gebühr unter www.test.de  abrufen.

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