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Küchengeräte: Geschirrspülmaschinen versagen im Dauertest von Warentest - auch das Gerät von Miele

Die Warentester überprüften günstige Geschirrspülmaschinen mit dem Energielabel A+. Dabei erlebten sie eine Menge Enttäuschungen, was Qualität und Verbrauch der Geräte angehen. Selbst Nobel-Marke Miele leistete sich einen Patzer.

Schock beim Warentest: Sehr viele Geräte fielen im Test aus.

Schock beim Warentest: Sehr viele Geräte fielen im Test aus.

Getty Images

Zehn Jahre normalen Betrieb von Geschirrspülmaschinen simulierten die Warentester in ihrem Dauertest. Solange sollte eine Geschirrspülmaschine schon halten, sollte man denken. Selbst wenn es nicht das teuerste Modell ist. Doch das Testergebnis sagt etwas anderes: Von jeder der elf Typen wurden drei Exemplare in den Test geschickt – bei fast allen Modellen fiel eine von den drei Spülmaschinen im Testbetrieb aus.

Im Jahr 2017 wurden Modelle mit dem Energielabel A+++ getestet. Nun sind die Maschinen mit der Einstufung A+ dran. Sie verbrauchen mehr Strom und Wasser, haben kein Automatikprogramm, das den Verschmutzungsgrad erkennt, und sind deutlich lauter. Das weiß der Kunde schon beim Kauf. Vor allem aber taugen diese Maschinen nichts. Über ein "Befriedigend" kam kein Gerät heraus, die Hälfte schaffte sogar nur ein "Ausreichend".

Geschirrspüler von Miele fiel schnell aus

Qualitätsmarke Miele leistet sich ein besonderes Debakel: Das getestete Gerät (Miele G 4623SCVi Active) war das teuerste Gerät im Feld der Kandidaten. Es soll 780 Euro kosten. Miele verspricht, dass diese Maschinen auf 20 Jahre Betrieb Betriebsdauer ausgelegt sind. Aber ein Exemplar von den drei Testgeräten gab bereits nach fünf Spülgängen den Geist auf. Im realen Leben hätten die Kunden hier noch Glück im Unglück gehabt: Die Miele war so schnell kaputt, dass die Garantie noch gegriffen hätte.

Spülmaschinen-Tabs: So haben die Produkte im Test abgeschnitten
Schlechtestes Discounter-Produkt: "Shine All-in-One" von Netto      Qualitätsurteil: Mangelhaft / 5,1  Preis je Tab: 7 Cent  Die meisten günstigen Multitabs – vom Discounter oder den großen Handelsketten – haben im Test der Stiftung gut abgeschnitten. Unrühmliche Ausnahme: Das Produkt "Shine All-in-One" von Netto. Es kostet genauso wenig wie der Testsieger, schneidet – trotz guter Umwelteigenschaft – im Test aber am schlechtesten ab. "Shine reinigt schlecht, hinterlässt hässliche Beläge, verschandelt Besteck", lautete das vernichtende Urteil. Die Gläser wurden im Dauertest milchig vor Kalk und Silberbesteck wurde so stark angegriffen, dass die Löffel ruiniert waren.

Schlechtestes Discounter-Produkt: "Shine All-in-One" von Netto


Qualitätsurteil: Mangelhaft / 5,1

Preis je Tab: 7 Cent

Die meisten günstigen Multitabs – vom Discounter oder den großen Handelsketten – haben im Test der Stiftung gut abgeschnitten. Unrühmliche Ausnahme: Das Produkt "Shine All-in-One" von Netto. Es kostet genauso wenig wie der Testsieger, schneidet – trotz guter Umwelteigenschaft – im Test aber am schlechtesten ab. "Shine reinigt schlecht, hinterlässt hässliche Beläge, verschandelt Besteck", lautete das vernichtende Urteil. Die Gläser wurden im Dauertest milchig vor Kalk und Silberbesteck wurde so stark angegriffen, dass die Löffel ruiniert waren.

Die anderen Geräte streikten jedoch nach Ende der Garantie. Angesichts der Neupreise und der mutmaßlichen Reparaturkosten sind das wirtschaftliche Totalschäden. Die größte Enttäuschung war die Amica vom Typ EGSP 14970 V. Sie kostet zwar nur 370 Euro, aber zwei von drei Geräten setzen während des Tests die Küche unter Wasser.

Die Qualität stimmt da definitiv nicht. Hinzu kommt noch, dass die Geräte mit der schlechten Energieeinstufung A+ verschwenderisch mit Strom und Wasser umgehen. Berechnet man die Betriebskosten, verwandeln sich die vermeintlichen Billigheimer in ein Eurograb.

Praktisch: Diesen Spülmaschinen-Trick sollte jeder kennen - erstaunlich viele tun es nicht

Sparsamere Geschirrspülmaschinen auf Dauer billiger

Der Rat der Warentester ist klar: Besser man nimmt eine Maschine aus dem Test des Vorjahres, eine mit der Einstufung A+++. Dort schnitten mehrere Geräte mit der Note "Gut" ab, die weniger als 600 Euro kosten. Sie seien bessere und sparsamere Geräte als die besten Maschinen im aktuellen Test. Am besten platzierten sich nun die Geräte von Bosch (SMV45IX01E – 705 Euro, Note 2,6) und von Beko (DIN28410 – 400 Euro, Note 2,7). Doch das Urteil des Testleiters Dr. Holger Brackemann ist eindeutig: Der Ressourcenverbrauch ist so hoch, "sodass ich selbst die beiden Spülmaschinen, die sehr gut durch den Dauertest gekommen sind, nicht empfehlen möchte."  Ein derart schlechtes Zeugnis vergeben die Warentester selten.

Das schlechte Abschneiden ist besonders erstaunlich, weil Spülmaschinen bauartbedingt sehr viel geringere Belastungen ertragen müssen als zum Beispiel Waschmaschinen. Doch offenbar versagen Spülmaschinen nicht nur im Labor. Aus Leserzuschriften hat die Stiftung schon vor der Prüfung erfahren, dass die Kunden bei Spülmaschinen mehr Probleme erleben als mit anderen Haushaltsgeräten. Im Vorjahr wurde noch kein 10-Jahre-Dauertest durchgeführt. Eine gute Note im alten Test sagt also wenig über die Standfestigkeit der Geräte aus. Erst im nächsten Jahr wird es einen Dauertest mit A+++ Spülmaschinen geben.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier lesen.


Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?