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Haushaltsgeräte: Spülmaschinen bei Warentest – sauberes Geschirr gibt es schon für 400 Euro

Testsieger ist ein Gerät von Miele für 1200 Euro, aber auch Geräte, die nur ein Drittel kosten, erreichten eine gute Note. Aber die Warentester warnen auch: Nicht jedes Gerät hielt dem Dauertest stand.

Besonders sparsam sind die Maschinen nur, wenn sie sehr lange laufen und  voll beladen werden,

Besonders sparsam sind die Maschinen nur, wenn sie sehr lange laufen und  voll beladen werden,

Getty Images

Wer eine Geschirrspülmaschine benutzt, tut mehr für die Umwelt, als all diejenigen, die eigenhändig zur Bürste greifen. Das hat eine neue Untersuchung der Uni Bonn bewiesen. Der Unterschied ist enorm: Um eine Maschinenladung mit der Hand zu spülen benötigt man zehn Mal mehr Wasser und 2,5 Mal mehr Energie als die Maschine. Voraussetzung natürlich, dass es sich um ein modernes und sparsames Gerät handelt.

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Sparsamer und besser

Und genau diese Maschinen der Energieeffizienzklassen A+++ und A++ schaute sich die Stiftung Warentest genauer an. In der Dauerbelastung wird eine zehnjährige Nutzung im Schnelldurchlauf simuliert. Überraschendes Ergebnis: Die besonders sparsamen Maschinen sind teurer als die Modelle der Klasse A+, aber sie bauchen nicht nur weniger Strom, sie fallen auch weniger häufig aus. Lesen Sie hierzu auch: Geschirrspülmaschinen versagen im Dauertest von Warentest - auch das Gerät von Miele

Denn tatsächlich erlebten nicht alle Testteilnehmer das Ende des Probezeitraums. Das ist bedenklich, denn in der Praxis mit stets verschmutzten Tellern und gelegentlichen Fehlbeladungen ist die Belastung für die Geräte eher größer als im Labor. Geräte, die eine Abwertung wegen eines Ausfalls erfahren haben, sollte man daher gar nicht in Betracht ziehen. Schon die Reparatur eines nur fünf Jahre alten Geräts lohnt sich angesichts der Neupreise nur noch für Selbermacher. Ein Gerät von Samsung mit der innovativen Waterwall-Technik fiel besonders negativ auf.

Insgesamt waren elf verschiedene Geräte im Test. Einige sind zweimal aufgeführt, weil es sie in der Ausführung vollintegriert und teilintegriert mit sichtbarer Bedienblende gibt. Ansonsten sind die Spülen baugleich.

In der Vergangenheit gab es Probleme mit den Geräten, die mit dem Mineral Zeolith trocknen. Nach einigen Jahren funktionierte diese Trockenfunktion nicht mehr, auch hier war wegen des Preises eine Reparatur häufig sinnlos. Im Labor zeigten die Geräte mit dieser Trockenmethode keine Auffälligkeiten. Wer besonders vorsichtig sein will, sollte auf Zeolithtrockner verzichten.

Besondere Sparsamkeit erreichen alle Maschinen mit einem Trick, der auch bei Waschmaschinen angewandt wird: Es wird länger, aber mit geringeren Temperaturen gespült. Im Spülergebnis ergibt das keinen Unterschied. Legt man großen Wert auf keimfreie Sauberkeit beim Geschirr und im Spüler, muss man den Schnellwaschgang wählen, der mehr Strom verbraucht. Das Gleiche gilt, wenn die Zeit für einen Öko-Waschgang – bis zu vier Stunden – als zu lang erscheint.

Geschirr in Spülmaschine

Leise Geräte nerven weniger

Testsieger ist die Miele G 6770 SCVi für stolze 1210 Euro, sie erreicht die Gesamtnote 2,0. Angesichts der Kosten ist das zweitplatzierte Gerät von Neff die bessere Wahl. Dieser Spüler erreicht auch ein Gut und die Note 2,1. Die Neff S516T80X1E / GV6801T kostet aber nur 630 Euro. Bei den Betriebskosten über zehn Jahre liegt sie fast gleichauf mit dem Mielegerät. Ebenfalls gut – Note 2,2 - schnitt die Bosch SMV67MX 01E 595 1 047 für 595 Euro ab. Die günstigste gute Maschine stammt von Beko. Die DIN28431 kostet nur 405 Euro und erreicht immerhin die Note 2,5.

Preisleistungssieger ist das Gerät von Neff. Gemeinsam mit der deutlich teureren Miele ist sie das einzige Gerät, welches in der Disziplin "Geräusch" die Note sehr gut erreichte. Allerdings ist die Miele noch leiser. Unserer Meinung ist das Geräusch neben der Sauberkeit ein zentrales Kriterium, schließlich rumoren die Maschinen zwischen drei und vier Stunden in der Küche.

Nicht berücksichtigt wurde im Test, wie leicht beziehungsweise schwer, die Maschinen zu reinigen sind. Unser Tipp: Lassen Sie sich vor einem Kauf haarklein zeigen, wie leicht sich Siebe und Spülarme aus- und einbauen lassen. Eher früher als später werden Sie die Reste von Eierschalen und Hülsenfrüchten aus den Sprühdüsen fummeln müssen.

Nebenbei haben die Warentester auch die Glaubensfrage "Korb oder Schublade für das Essbesteck?" geklärt. Bei der Reinigung liegen beide Systeme gleichauf, der Korb nimmt allerdings mehr Platz im Innenraum weg.

Den kompletten Test können Sie gegen eine Gebühr unter www.test.de  abrufen.

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