HOME

Ölpest im Golf von Mexiko: BPs große Katastrophe

Wie kein anderer Ölkonzern hat BP seinen Ruf als grünes Unternehmen vorangetrieben. Auch wenn die Verantwortung für die Ölkatastrophe noch unklar ist - für BP ist das Unglück ein Imagedesaster.

Von M. Ruch, K. Werner und T. Kroder

In den Urlaubsorten Gulfport und Biloxi im Bundesstaat Mississippi feiern die Urlauber am Wochenende die letzten unverseuchten Tage am Strand. In den Shrimp- und Austern-Restaurants ist kein Tisch mehr zu bekommen. "Die Gäste essen, solange es noch was gibt", heißt es. Hotels und Pensionen entlang der Küste verlangen doppelte Preise - und sind vollständig ausgebucht. Viele wollen zum Jazz-Festival in New Orleans, dem größten Musikfest des Jahres. Medienvertreter, Katastrophenhelfer und Soldaten füllen die übrigen Kapazitäten. Die Küste macht noch einmal ein richtig dickes Geschäft - bevor alles zusammenbricht.

Und davon gehen hier derzeit alle aus. Noch halten die Menschen an den Küsten des Golfs von Mexiko vergeblich Ausschau nach dem Öl - doch die Fischer in Venice, am südlichsten Punkt von Louisiana, können es bereits riechen. Seit vergangenem Freitag liegt der Geruch in der Luft. Nun frisst sich das Öl Meter für Meter durch die Sümpfe und Salzmarsche vor dem Festland. Hier leben Meeresschildkröten, Seekühe, Delfine, unzählige Vogelarten. Diese Pflanzen- und Tierwelt wird sterben. Vielleicht schon heute, vielleicht in einer Woche.

Täglich 800.000 Liter Öl

Seit in der vorletzten Woche die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gesunken ist, fließen täglich über 800.000 Liter Öl aus drei Lecks in 1500 Meter Tiefe ins Meer. Alle Bemühungen, das Leck mithilfe von Tauchrobotern zu schließen, scheiterten bislang. 9000 Quadratkilometer soll der Ölteppich im Meer groß sein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er die Küste in vollem Ausmaß erreicht. "Wenn die Löcher nicht abgedichtet werden, wird das hier die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten", sagt der Meeresbiologe Mobi Solangi vom Marine Life Oceanarium in Gulfport im Bundesstaat Mississippi.

Diese Katastrophe könnte für immer mit dem Namen eines Unternehmens verbunden werden: BP . Ausgerechnet. Das Ölgeschäft ist ein schmutziges Gewerbe, Unfälle und Umweltkatastrophen ereignen sich häufig. Entsprechend schlecht ist der Ruf der Ölmultis. Aber BP wollte anders sein. Wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche hat sich BP hartnäckig um ein grüneres Image bemüht. Es war eines der Lieblingsprojekte des einstigen Chefs Lord Browne of Madingley: Er schob die für Jahre angelegte Imagekampagne an, baute das Geschäft mit Solartechniken aus, sorgte für ein freundliches Logo mit einer grün-gelben Sonne und deutete gar den Firmennamen um: BP, das sollte nicht mehr British Petroleum heißen, sondern "Beyond Petroleum", jenseits des Öls.

Hayward trat mit großen Versprechen an

Nun gerät die Umweltkatastrophe für BP nicht nur zu einem finanziellen GAU, sondern auch zu einem Imagedesaster. Noch ist die Verantwortung für das Unglück unklar; noch kann niemand sagen, ob das Schweizer Unternehmen Transocean schuld ist, das die Plattform betreibt, oder der BP-Konzern, der hier die Bohrlizenz hat. Bis die Ursache klar ist, können Monate vergehen. Doch selbst wenn sie sich als Transocean-Fehler entpuppt, die Imagekrise wird BP treffen. Tagelang haben die Verantwortlichen das Ausmaß des Desasters unterschätzt, jetzt schaltet sich Präsident Barack Obama ein - und nun versucht auch Konzernchef Tony Hayward zu retten, was zu retten ist. Er hat die Ölpest zur Chefsache erklärt. Es ist die größte Herausforderung seiner bislang makellosen Karriere.

Im Mai 2007 hat er den Chefposten bei BP angetreten, um genau das zu verhindern, was nun passiert ist: Unfälle, Umweltkatastrophen, Todesfälle. Davon hat der Konzern unter seinem Vorgänger schon zu viele gesehen. Vor seinem Antritt gibt Hayward ein großes Versprechen: "Mit der Genauigkeit eines Lasers" will er die Themen Sicherheit und Verlässlichkeit bei BP angehen, sagt er. Auch deshalb wird nun jede Handlung, jedes Zitat, jede Geste, jeder verweigerte Kommentar von Hayward genau beobachtet. Fehler darf er sich nicht erlauben. "Wir werden danach beurteilt werden, ob wir erfolgreich mit diesem Vorfall umgehen. Und wir sind entschlossen, Erfolg zu haben", sagt er.

BP soll "härter, schneller und besser" arbeiten

Den Druck muss Hayward sich eigentlich gar nicht selbst machen, er bekommt ihn auch von der US-Regierung. "Wir können und werden nicht ruhen, bis BP das Bohrloch endgültig abdichtet und jeden Tropfen Öl einsammelt", droht US-Innenminister Ken Salazar am Freitagabend. Er habe Vertreter des Konzerns in persönlichen Gesprächen ermahnt, "härter, schneller und besser" daran zu arbeiten. Seit mehr als einer Woche ist Hayward nun in den USA unterwegs. Er pendelt zwischen Houston, Baton Rouge, New Orleans, Jackson, Washington und Houma im US-Bundesstaat Louisiana. Dort hat BP eine Krisenzentrale eingerichtet.

Bislang waren Fernsehinterviews mit Hayward selten, der 52-Jährige ist nicht der Typ für öffentlichkeitswirksame Auftritte und große Reden. Am vergangenen Mittwoch wagte er sich dann doch zu CNN ins US-Fernsehen. Die Inszenierung war perfekt: kein Sakko, keine Krawatte, aufgeknöpftes hellblaues Hemd, Wuschelhaare. Hinter ihm wuselten die Mitarbeiter des Krisenstabs durch ein Großraumbüro. Ein bisschen sah er aus, als würde er gleich in die Gummistiefel schlüpfen und ein paar verklebte Möwen aus dem schwarzen Schlick retten.

Mehrere Dutzend Sammelklagen wurden bereits eingereicht

Aber das überlässt er dann doch anderen. Mehr als 2500 Menschen hat BP mittlerweile in Rettungsmaßnahmen involviert - davon kommt etwa die Hälfte von BP selbst. Andere werden in den potenziellen Katastrophengebieten angeheuert, um etwa bei der Errichtung der Ölsperren zu helfen. Um der Lage Herr zu werden, hat BP auch Experten anderer Ölkonzerne um Hilfe gebeten. Vielen gilt das als Beleg dafür, dass BP die Katastrophe aus eigener Kraft nicht mehr in den Griff bekommt. Es kann noch Wochen, ja Monate dauern, bis das sprudelnde Bohrloch in 1500 Metern Tiefe abgedichtet ist. "Wir können nicht sagen, wann wir das Öl stoppen können. Wir wissen, wie frustrierend das für alle Beteiligten ist", sagte ein BP-Sprecher am Sonntagvormittag.

Akute Hilfe ist jetzt die eine Sache, die andere ist, was nach der Katastrophe passiert. Mehrere Dutzend Sammelklagen wurden gegen den Konzern bereits eingereicht. Tausende Fischer, Bootsvermieter, Hoteliers und Gastronomen fürchten um ihre Existenz. In Venice ebenso wie in den Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Wer hier nicht selbst für die Ölkonzerne arbeitet, lebt von der Fischerei oder vom Tourismus. Die Hauptsaison der Shrimpfischer hat bereits begonnen, und die Austernsaison ist gerade auf dem Höhepunkt, doch die Boote sind seit Tagen nicht mehr ausgelaufen. Rechtsanwalt Clyde Gunn aus dem direkt betroffenen Küstenort Gulfport in Mississippi, der gemeinsam mit zehn Kollegen klagen will, wirft BP und Transocean vor, den Unfall "grob fahrlässig verschuldet" zu haben.

20 Milliarden Dollar Gesamtkosten befürchtet

Sechs Millionen Dollar pro Tag kosten die Versuche, die Lecks zu schließen und den Ölteppich zu begrenzen. Die Zahl stammt allerdings noch aus einer Zeit, als das Öl die Küste noch nicht erreicht hat. Je länger der Einsatz dauert, desto teurer werde es, teilt BP mit. Die Börse taxiert die Gesamtkosten auf 20 Milliarden Dollar, berechneten die Analysten von Goldman Sachs anhand des Kursabsturzes. "Es deutet bisher zwar nichts drauf hin, dass Investoren das Vertrauen in Hayward verlieren. Aber vieles wird davon abhängen, wie die US-Behörden dieses erneute Unglück sehen werden", heißt es bei einem der Großaktionäre von BP.

Aus Gier nach Profit, so die vorherrschende Meinung unter den Fischern, hat BP auf Investitionen in die Sicherheit verzichtet. Experten kritisieren, dass die Technik der "Deepwater Horizon" nicht auf dem modernsten Stand war. Wer dafür verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Doch BP musste sich Vorwürfe, nicht genug für die Schutz der Umwelt getan zu haben, schon mal gefallen lassen, nachdem 2005 800.000 Liter Öl aus einem Pipeline-Leck vor Alaska austraten. BP habe es "versäumt, ausreichend Mittel für den sicheren und umweltgerechten Betrieb der Pipeline aufzuwenden", entschied damals das zuständige Gericht. Bei einem Unternehmen mit grünem Anstrich wirken solche Vorwürfe besonders zynisch.

Dass sich ein Öko-Image mit dem Geschäft eines Ölkonzerns nur schwer verträgt, hat Hayward wohl schon lange vor der Katastrophe geahnt. Sonnenlogo und Werbeslogan, das Erbe Brownes, würde Hayward am liebsten loswerden, heißt es in Konzernkreisen, schließlich weckt die Symbolik Erwartungen, die BP nicht erfüllen kann - und nicht erfüllen will. Seit Hayward bei BP übernommen hat, wird es immer ruhiger um die Erneuerbare-Energien-Sparte des Konzerns. Nun ist er das Image schneller los, als ihm lieb ist. Nur dass es auf diese Weise kommt, hat Hayward sicher nicht erwartet. An den Küsten am Golf von Mexiko warten die Menschen auf das Öl. Spätestens wenn sich die Strände schwarz färben, bleibt vom Grün von BP nicht mehr viel übrig.

FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(