HOME

Ölpest in den USA: Sündenbock BP macht sich zum Kläger

Image kaputt, Milliarden Dollar weg: Ein Jahr nach der Katastrophe im Golf von Mexiko will Öl-Multi BP Wiedergutmachung für sich selbst und fordert Schadenersatz von einer Schweizer und einer texanischen Firma.

Ein Jahr nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko schlägt der britische Ölgigant BP zurück: Das Unternehmen hat in den USA Klage gegen die in der Schweiz ansässige Firma Transocean eingereicht. BP hatte die Unglücks-Bohrinsel "Deepwater Horizon" von den Schweizern geleast. Der Öl-Multi geht außerdem gerichtlich gegen das Unternehmen Cameron International in Houston (Texas) vor, den Hersteller einer Einrichtung, die in Notsituationen automatisch den Ölfluss aus einer Quelle stoppt. Bei der Katastrophe hatte der sogenannte Blowout Preventer nicht funktioniert.

BP fordert Schadenersatz in Höhe von mindestens 40 Milliarden Dollar (27,4 Milliarden Euro) - so viel Geld hatte die Katastrophe den Öl-Riesen bisher gekostet. Die Ölplattform war am 20. April vergangenen Jahres explodiert. 11 Arbeiter starben. 780 Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle in 1500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. 48.000 Menschen kämpften gegen das Öl, das 1000 Kilometer Küste verschmutzte.



Hat Transocean fahrlässig gehandelt?

BP wirft Transocean vor, dass es ohne dessen "Fehlverhalten" nicht zu der Katastrophe gekommen wäre - nicht zu der Explosion, zum Tod der Arbeiter, zur Ölpest. "Die simple Tatsache ist, dass am 20. April 2010 jedes einzelne Sicherheitssystem sowie Mechanismen zur Quellen-Kontrolle auf der 'Deepwater Horizon' versagten", zitierte die Agentur Bloomberg aus der BP-Klageschrift.

Transocean habe vertragliche Verpflichtungen zur angemessenen Instandhaltung der Plattform vernachlässigt, ihre Crews nicht ausreichend trainiert und Maßnahmen zur Bekämpfung von Feuern nicht gut genug koordiniert.


Ventil hat "maßgeblich zur Katastrophe beigetragen"

Zur Klage gegen Cameron International erklärte BP, das defekte Abdeckventil der Firma habe maßgeblich zur Katastrophe beigetragen. BP bezog sich bei seinen Einschätzungen auf die von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission und auf eigene Ermittlungen.


fw/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters