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Opel-Werksschließung in Antwerpen: IG Metall wettert gegen "Kriegserklärung" von GM

Heftige Kritik an der geplanten Schließung des Opel-Werks in Antwerpen: "Das ist die konsequente Fortsetzung von 15 Jahren GM-Desaster", wetterte die IG Metall. Sie betrachtet die Sanierungspläne als Kriegserklärung gegenüber allen Opelanern in Europa.

Die IG Metall hat die Ankündigung von General Motors (GM), das Opel-Werk in Antwerpen zu schließen, "als Kriegserklärung gegenüber allen europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei Opel" bezeichnet. Das GM-Management setze auf Kahlschlag und Standortkonkurrenz, heißt es in einer Stellungnahme des Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiters und Opel-Aufsichtsratsmitglieds Armin Schild vom Donnerstag. "Das ist die konsequente Fortsetzung von 15 Jahren GM-Desaster und 15 Monaten Geisterfahrt", erklärte Schild weiter. "Nun begibt sich GM offenbar auf den nächsten Horrortrip."

Der neue Opel-Chef Nick Reilly hatte zuvor angekündigt, im Rahmen der Sanierung des angeschlagenen Autobauers das Werk in Antwerpen mit seinen 2600 Beschäftigten bis Mitte des Jahres dichtmachen zu wollen. Auch in Deutschland sollen im Zuge des Sparkurses etwa 4000 Arbeitsplätze abgebaut werden, in ganz Europa rund 8300. Es gebe reichlich Überkapazitäten in Europa, die abgebaut werden müssten, sagte Reilly in Brüssel.

Der Opel-Betriebsrat warf Reilly wirtschaftlich unsinniges Handeln und offenen Vertragsbruch vor. Ein eigentlich für Antwerpen vorgesehener Klein-Geländewagen der Marke solle nun wie der größere Antara bei General Motors in Korea produziert werden, erklärte der europäische Betriebsratschef Klaus Franz am Donnerstag in Rüsselsheim. Die Antwerpener Beschäftigten hätten für den Zuschlag aber bereits seit dem Jahr 2007 auf 26 Millionen Euro jährlich verzichtet. Zudem habe die flämische Regierung eine halbe Milliarde Euro Staatshilfe in Aussicht gestellt, die von GM nun abgewiesen werde. Man werde deshalb keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließung des Werkes leisten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters