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Mogelpackung des Monats: Die Mogel-Margarine: Wie Rama bei den Inhaltsstoffen trickst

Vergangenes Jahr wurde Rama von einem Finanzinvestor gekauft. Der ist offenbar mehr an Rendite als an der Qualität der Produkte interessiert - und verwendet vor allem das umstrittene Palmöl. Die neue Sorte "Unser Meisterstück" kritisiert die Verbraucherzentrale als "meisterhafte Trickserei".

Rama

Die Rama "Unser Meisterstück" ist 43 Prozent teurer als die klassische Rama. Hersteller Upfield, der dem Finanzinvestor KKR gehört, begründet den Preis mit der "hochwertigeren Rezeptur". Die Verbraucherzentrale Hamburg aber entlarvt die vermeintlich neue Sorte als eine angepasste Version der alten "Rama mit Buttermilch", die im vergangenen Jahr aus den Supermarktregalen verschwand. Gegenüber dieser ist das "Meisterstück" sogar um 61 Prozent teurer - obwohl die Inhaltsstoffe identisch sind. Hauptbestandteil mit 48 Prozent ist das umstrittene Palmfett, hochwertigeres Rapsöl ist nur zu 32 Prozent enthalten. Diese Zahlen rückte Upfield erst auf Nachfrage der VZ heraus, auf der Packung stehen sie nicht. Auch bei anderen Sorten verwendet Upfield vor allem das billige und ökologisch bedenkliche Palmöl: Bei Stiftung Warentest erhielten die Upfield-Marken Botterram und Rama mit Butter daher die mit Abstand schlechtesten Noten. (November 2019)

Preiserhöhungen mögen die Kunden nicht, daher sparen viele Hersteller lieber am Inhalt. Das kommt auf dasselbe heraus, fällt aber nicht so einfach auf. Die Verbraucherzentrale Hamburg schaut genau hin und kürt regelmäßig die "Mogelpackung des Monats".

Bei der neuen Rama-Sorte "Unser Meisterstück" sticht vor allem eines hervor - und das ist der Preis. Obwohl die Packung nur 350 Gramm hat, kostet sie genauso viel wie die klassische Rama mit 500 Gramm. Damit ist sie aufs Gramm gerechnet 43 Prozent teurer. Hersteller Upfield, der 2018 mit dem Geld des Finanzinvestors KKR die Margarinesparte von Unilever übernommen hat, begründet den Preis mit der "hochwertigeren Rezeptur". 

Die Verbraucherzentrale Hamburg aber sieht darin vor allem "meisterhafte Trickserei". Sie entlarvt die vermeintlich neue Sorte als eine angepasste Version der alten Sorte "Rama mit Buttermilch", die im vergangenen Jahr aus den Supermarktregalen verschwand. Gegenüber dieser ist das neue "Meisterstück" sogar um 61 Prozent teurer - obwohl die Inhaltsstoffe quasi identisch sind. Hauptbestandteil mit 48 Prozent ist das umstrittene Palmfett, hochwertigeres Rapsöl ist nur zu 32 Prozent enthalten. Diese Zahlen rückte Upfield erst auf Nachfrage der VZ heraus, auf der Packung stehen sie nicht. Auch bei anderen Sorten verwendet Upfield vor allem das billige und ökologisch bedenkliche Palmöl: Bei Stiftung Warentest erhielten die Upfield-Marken Botterram und Rama mit Butter daher die mit Abstand schlechtesten Noten.

Illustre Reihe von Mogelpackungen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bereits viele namhafte Hersteller als Mogelpackung des Monats angeprangert. Der Schoko-Weihnachtsmann von Milka war ebenso darunter wie die Pasta-Sauce Miracoli oder Müsli von Dr. Oetker. Milka-Hersteller Mondelez kritisierten die Verbraucherschützer auch für die Abkehr von der 100-Gramm-Standardgröße hin zu 93-, 87- oder 81-Gramm-Tafeln sowie die Schrumpfung einiger 300-Gramm-Großpackungen auf 270 oder 280 Gramm.

Einmal im Jahr lässt die Verbraucherzentrale unter den Kandidaten über die Mogelpackung des Jahres abstimmen. 2018 erhielten die Chipsletten von Lorenz Snack-World den Negativpreis. Weitere Mogelpackungen der vergangenen Monate zeigt unsere Fotostrecke. 

++Hier finden Sie Mogelpackungen der Industrie, die bis heute in den Supermarktregalen stehen++

bak/kg