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Nach Besitzerwechsel Schließung von acht Real-Filialen angekündigt – 700 Mitarbeiter betroffen, diese Standorte machen dicht

Logo der SB-Warenhauskette Real
Der russische Finanzinvestor SCP konnte für acht Real-Filialen keine Interessenten finden
© Oliver Berg / DPA
Die Supermarkt-Kette Real ist erst seit wenigen Tagen im Besitz des Finanzinvestors SCP, schon wurde die Schließung der ersten Filialen bekannt gegeben. Mehr könnten folgen.

Nur wenige Tage nach dem Besitzerwechsel gab der Investor SCP die Schließung von acht der derzeit noch 276 Filialen der SB-Warenhauskette Real bekannt. Die Märkte in Berlin-Spandau, Duisburg-Süd, Herten-Westerholt, Leißling-Weißenfels, Mönchengladbach-Rheydt, Bitterfeld-Wolfen, Frankenthal und Goslar sollen im kommenden Jahr den Betrieb einstellen, wie Real am Montag mitteilte. Betroffen seien knapp 700 Mitarbeiter. Zuvor hatte die "Lebensmittel Zeitung" darüber berichtet.

Neuer Investor verkauft Real-Filialen

Der russische Finanzinvestor hatte erst am vergangenen Donnerstag die Kontrolle bei Real von der Metro übernommen. Er will den Konzern zerschlagen und hat bereits den Verkauf von insgesamt 141 Real-Filialen an Kaufland und Edeka vereinbart. Dabei sollen die Mitarbeiter übernommen werden.

"Zudem stehen wir mit weiteren führenden Unternehmen aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel in teils finalen Verhandlungen, mit dem Ziel, auch hier möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern", betonte der neue Real-Chef Bojan Luncer am Donnerstag.

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Keine Interessenten für acht Filialen gefunden

Von Anfang an hatte SCP allerdings auch deutlich gemacht, das voraussichtlich rund 30 Real-Filialen mangels Perspektiven geschlossen werden müssten. Für die acht Standorte, die nun bekannt gegeben wurden, habe trotz intensiver Bemühungen kein Interessent gefunden werden können, berichtete die Handelskette. Deshalb bleibe nur die Schließung.

"Hintergrund für diese Entscheidung war die in allen Fällen schwierige wirtschaftliche Lage aufgrund sehr hoher Verluste in den vergangenen Jahren", betonte ein Real-Sprecher. "Vor diesem Hintergrund sind die Schließungen dieser Märkte unumgänglich." Das Unternehmen werde schnellstmöglich mit den zuständigen Betriebsräten Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.

Bereits im März hatte Real noch unter dem alten Besitzer Metro die Schließung von sieben Filialen in Bamberg, Deggendorf, Bad Sobernheim, Papenburg, Augsburg, Rheine und in Wildau bei Berlin angekündigt.

meh DPA

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