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Tourismus: Das sind die meistbesuchten Städte der Welt

In einem Ranking werden die meistbesuchten Metropolen der Welt gekürt. Ganz weit vorn sind asiatische Mega-Citys, Europas Hauptstädte können sich kaum behaupten. Das hat mehrere Gründe.

Hongkong  ist die meistbesuchte Stadt

Hongkong  ist die meistbesuchte Stadt - ob allerdings Touristen für den Ansturm sorgen, ist fraglich.

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Die großen Metropolen in Asien zählen zu den meistbesuchten Städten der Welt, so eine Untersuchung des britischen Marktforschungsinstituts Euromonitor. Das Unternehmen hat aufgrund von Übernachtungszahlen ein Ranking der gefragtesten Städte der Welt erstellt. Klar auf Platz 1 landet Hongkong mit 27,9 Millionen Besuchern, dahinter folgt Bangkok mit 22,5 Millionen. Auf Platz 4 und 5 landen Singapur (17,6 Millionen) und Macau (17,3 Millionen). London (mit 19,8 Millionen auf Platz 3) konnte sich in dem Ranking als eine von zwei europäischen Citys in die Top 10 schieben. Paris landete mit 15,8 Millionen Besuchern auf Platz 6.

Doch was sind für Euromonitor Besucher? Eingeflossen in die Auswertungen sind Ankünfte aus dem Ausland, die Besucher mussten sich mindestens 24 Stunden in der Stadt aufhalten. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie als Touristen Urlaub machen wollten oder die Reise geschäftlich veranlasst war.

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Freizeitangebote, Kneipendichte, Party-Szene und der Spaßfaktor liegen in Köln überdurchschnittlich hoch. Die Stadt am Rhein macht auch unter Studenten ihrem Ruf als Partyhochburg alle Ehre. Doch das hat seinen Preis: Bis zu 16,93 zahlen Studenten pro Quadratmeter für ihr WG-Zimmer. Dafür bekommen sie eine gute Verkehrsanbindung und gute Shoppingmöglichkeiten.

Städte-Ranking: Touristen oder Business-Reisende?

Und genau das verwässerte diese Studie so stark. Denn in der Diskussion über "overtourism", also dem Überansturm von Touristen auf besonders beliebte Städte, nutzt dieses Ranking nur bedingt. Gerade die asiatischen Metropolen sind für Geschäftsreisende wichtige Destinationen, viele große Konzerne aus dem Westen haben dort ihre Asien-Zentrale. Und auch die großen Unternehmen aus dem asiatischen Raum residieren natürlich in diesen Ballungsräumen. Städte wie Singapur oder Dubai sind selbst für deutsche Business-Reisende auf der Liste der wichtigen Ziele. Für asiatische Geschäftsreisende sind die Top-Städte sogar noch viel wichtiger.

Die Unterscheidung ist nicht unwichtig, denn vor allem Touristen belasten die Städte. Verstopfte Infrastruktur, Müll, überlaufene Innenstädte und Sehenswürdigkeiten sind die Kehrseite erfolgreicher Tourismus-Bemühungen. Geschäftsreisende belegen zwar auch die Hotelbetten und nutzen die städtische Infrastruktur, doch sie sind für die Städte ein weitaus kleineres Übel. 

Die Studien-Autoren selbst sehen vor allem den Tourismus als Triebfeder für die Entwicklung im Ranking. So locke Hongkong mit tollen Einkaufszentren, aber auch mit Bergen und Natur. Und London, immerhin der wichtigste Finanzplatz in Europa (zumindest bis zum Brexit), wird in der Studie eher als riesiges Infrastruktur-Problem dargestellt. Dass das Ranking allerdings doch auch ein Indikator für touristische Ziele ist, zeigen nicht die Platzierungen - sondern die Destinationen, die rausgeflogen sind. So rutschten die tunesischen Städte Jerba und Sousse sowie Sharm el Sheikh schon in den vergangenen Jahren aus dem Ranking, Grund dafür waren laut den Studien-Autoren die Terroranschläge und die daraus resultierende nachlassende Nachfrage der Touristen an diesen Zielen. 

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