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Transit nach Europa: Moskau und Kiew sagen pünktliche Gaslieferungen zu

Russland und die Ukraine haben zugesagt, die Gas-Lieferungen an Europa in diesem Winter pünktlich zu ermöglichen. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko versicherte ihrem russischen Kollegen Wladimir Putin, dass ihr Land die Rechnungen für Gaslieferungen rechtzeitig bezahlen werde.

Russland und die Ukraine haben ihre jüngsten Spannungen über Gaslieferungen beigelegt. Die Energieriesen beider Länder, Gazprom und Naftogaz, hätten sich auf neue Liefermengen geeinigt, sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin nach einem Gespräch mit seiner ukrainischen Kollegin Julia Timoschenko. Die beiden Regierungschefs handelten den Kompromiss am Rande eines Treffens der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Jalta auf der ukrainischen Halbinsel Krim aus. Damit sind auch die Gas-Lieferungen an Europa in diesem Winter pünktlich zu erwarten.

Nach den Gesprächen mit Timoschenko schlug Putin einen versöhnlichen Ton an. Die Zusammenarbeit mit Timoschenkos Regierung sei "komfortabel", wurde Putin von der Agentur Interfax zitiert. Obwohl die Ukraine aus russischer Sicht stets "im letzten Moment etwas abgesagt", Zahlungen verzögert oder bevorzugte Behandlung gefordert habe, hätte sich die Beziehungen stabilisiert. Auch für seine ukrainische Kollegin fand Putin lobende Worte: "Julia Wladimirowna hat stets viele Probleme vor mir aufgehäuft, sie ist ein harter Gesprächspartner. Aber wir haben uns immer geeinigt, und trotz aller Schwierigkeiten wurden alle Verbindlichkeiten immer eingehalten."

Der Energieriese Naftogaz hatte erklärt, zum Kauf von 52 Milliarden Kubikmetern Gas aus Russland vertraglich verpflichtet zu sein, obwohl die Ukraine in diesem Jahr lediglich etwas mehr als die Hälfte davon benötige. Dem ukrainischen Energiekonzern drohten empfindliche Geldbußen für den Fall, die festgelegte Gasmenge nicht vollständig abzunehmen. Am Mittwoch hatte Timoschenko angedroht, die Gebühren für den Transit von russischem Gas durch die Ukraine nach Europa ab dem 1. Januar 2010 verdoppeln zu wollen.

Die russischen Gaslieferungen an und durch die Ukraine sorgen immer wieder für Spannungen zwischen den beiden Ländern. Im vergangenen Januar waren die Lieferungen in Länder der Europäischen Union wegen eines Streits über die Bezahlung tagelang eingestellt worden. Ein Viertel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland, 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert. Deutschland bezieht sogar mehr als ein Drittel seines Gases aus Russland.

AFP/Reuters / Reuters