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Verkauf geplatzt: Saab-Absage überrascht GM

Der Sportwagenbauer Koenigsegg fährt eine rasante Kehrtwende im Fall Saab: Die Schweden wollen die General-Motors-Tochter nun doch nicht mehr kaufen. Der Opel-Mutterkonzern ist "sehr enttäuscht".

Nach dem überraschenden Manöver mit Opel muss der Mutterkonzern General Motors nun selbst eine plötzliche Kehrtwende verkraften: Der Verkauf der schwedischen Tochter Saab ist geplatzt. Die potenziellen Käufer um den exklusiven schwedischen Sportwagenbauer Koenigsegg hätten ihr Angebot zurückgezogen, teilte GM am Dienstag in Detroit mit.

Der Opel-Mutterkonzern zeigte sich über die Entscheidung "sehr enttäuscht", Unternehmenschef Fritz Henderson bezeichnete die Absage der Käufer als "plötzlichen Kurswechsel". Sein Konzern werde nun in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen mit Saab beraten. Der Konzern hatte zuvor angekündigt, Saab entweder verkaufen oder schließen zu wollen.

Saab beschäftigt mehr als 15.000 Menschen

Zu den Gründen für die Absage machte GM keine Angaben. Saab befindet sich seit dem 20. Februar in Insolvenz. Die Übernahme von Saab durch Koenigsegg hätte auch die deutsche Marke Opel berührt. Nach der ursprünglichen Vereinbarung sollte der Saab 9-5 künftig nicht im Opel-Stammwerk Rüsselsheim, sondern im Saab-Werk im schwedischen Trollhättan gebaut werden.

Der schwedische Luxus-Sportwagenbauer Koenigsegg wollte Saab kaufen und sanieren. Im September hatte Koenigsegg bekannt gegeben, dass sich der chinesische Autobauer BAIC an dem Geschäft beteiligen wolle, weil der Kaufinteressent alleine nicht genug Geld für die Kauf von Saab habe.

Der Sportwagenhersteller Koenigsegg wurde 1994 gegründet und stellt pro Jahr rund 20 Luxus-Autos her, die jeweils über eine Million Euro kosten. Koenigsegg selbst beschäftigt 45 Mitarbeiter. Saab beschäftigt in Schweden 3400 Mitarbeiter, bei Zulieferern sind weitere 12.000 Menschen tätig.

AFP/DPA/AP / AP / DPA