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Tierliebe: Schottin nimmt 5000 Pfund Kredit auf, um drei Rinder vor dem Schlachthof zu retten

Allabendlich ging Claire Bruce zu einer Weide, um die dort grasenden Tiere zu streicheln und mit ihnen zu reden. Dann sollten die Rinder geschlachtet werden. Claire tat alles, um das zu verhindern, nichts half. Also nahm sie einen Kredit auf.

Rinder auf einer Wiese

Eine Schottin wollte Rinder vor dem Schlachthof bewahren und nahm dafür einen Kredit auf (Symbolbild)

Getty Images

Claire Bruce lebt im schottischen Blackburn, Aberdeenshire, im Nordosten des Landes. Die Mutter von zwei Kindern hatte die Angewohnheit, auf ihren Spaziergängen bei einer Kuhweide Halt zu machen, über den Zaun zu klettern und die dort grasenden Tiere zu besuchen. Die 42-Jährige sprach mit ihnen, zupfte Gras für sie und fütterte sie damit. Ein besinnliches Ritual, durch das sie eine enge Bindung zu den Rindern aufbaute. 15 Tiere standen auf der Weide, doch plötzlich fehlten drei. Claire erkundigte sich und erfuhr, dass die gesamte Herde geschlachtet werden sollte. Das wollte sie um jeden Preis verhindern: Sie telefonierte mit Gnadenhöfen im ganzen Vereinigten Königreich und setzte parallel eine Go-fund-me-Kampagne auf, um dem Bauern die Tiere abkaufen zu können. Doch beide Maßnahmen brachten keinen Erfolg, trotz neun Monate langer Suche fand sie keinen Platz und bei der Kampagne kamen nur 490 Pfund zusammen, knapp 550 Euro. "Alle sagten immer wieder: 'Du kannst sie nicht alle retten', aber das heißt ja nicht, dass ich nicht wenigstens ein paar retten kann", zitiert die "Daily Record" die Tierliebhaberin.

Als nur noch drei Rinder auf der Weide standen, griff Claire zur letzten Lösung, die noch übrigblieb: Die Buchhaltungsassistentin ging zur Bank, nahm einen Kredit über 5000 Pfund auf und kaufte dem Bauern die Tiere ab. Drei Jahre wird Claire brauchen, bis sie den Kredit wieder abbezahlt hat, doch das war ihr das Leben von Murdoch, Bailey und Archie wert. "Ich bin wirklich froh, dass ich diese drei retten, aber auch immer noch traurig, dass ich den anderen nicht helfen konnte", sagt Claire. "Sie alle verdienen zu leben."

Und dann fand sich doch noch ein Gnadenhof

Zunächst brachte Claire ihre drei Rinder auf einem nahegelegenen Feld unter, das sie für eine Zeit nutzen durfte. Dann nahm sie Kontakt zu Mavis Petrie auf, einer älteren Dame, die den Blaikiewell-Gnadenhof in Maryculter, Aberdeen, betreibt. Und die beiden Tierliebhaber wurden sich einig, Murdoch, Bailey und Archie durften einziehen. Sie leben dort nun mit mehr als 50 Pferden, vier Schweinen, zwei Affen und diversen anderen geretteten Tieren. Claire freut sich: "Es war so eine Erleichterung, als sie sagte, sie könnte ihnen für immer ein Zuhause geben. Sie stehen auf einem eigenen Feld, das in ein Tal mit Bäumen, Büschen und einem Fluss übergeht. Es ist wirklich idyllisch dort."

Mavis Petrie rettete 1977 aus einem Impuls heraus ihr erstes Tier: ein acht Monate altes Pony mit dem Namen Bracken. Es wurde sozusagen der Gründer ihres Hofes ... Eine Woche später kaufte sie einen Freund für Bracken, Willow, den Schimmel. Der Hof freut sich über jede noch so kleine Spende.

Quellen: "Daily Record", Blaikiewell Animal Sanctuary

bal