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Tank & Rast: Erfolg mit Pasta, Pizza und Duschen

Die Rastanlagen auf Deutschlands Autobahnen locken nach einem Qualitäts-Lifting die Reisenden mit immer attraktiveren Angeboten. Zur Belohnung soll der Platzhirsch Tank & Rast noch schnell an der Börse Kasse machen.

Mit ihrer offensiven Modernisierungsstrategie hat die Autobahn Tank & Rast, der führende Anbieter und Betreiber von Autobahn-Rastanlagen in Deutschland, in schwierigen Zeiten einen erfolgreichen Weg eingeschlagen. Nun soll das profitable und stabile Bonner Unternehmen den Eigentümern mit einem Börsengang oder auch noch mit einem raschen Verkauf einen Batzen Geld - etwa eine Milliarde Euro - in die Kassen spülen.

Serviceangebot wurde überarbeitet

Das Serviceangebot in den insgesamt 719 Betrieben des ehemals schläfrigen Staatsunternehmens ist für Kunden in den vergangenen Jahren sichtlich vielfältiger und reizvoller geworden. Italienische Kaffee-Bars (Lavazza und Segafredo) und Pasta-Bars (Barilla) sowie Fast-Food-Restaurants (Burger King, Nordsee und Alberto Pizza-Bars und Backshops mit ofenfrischer Ware und Snacks wurden eingerichtet. Die Einkaufsmöglichkeiten wurden durch Kooperationen (etwa mit Lekkerland-Tobaccoland) erweitert. Kinderspielplätze gehören ebenso zum neuen Konzept wie Geldautomaten oder Dusch- und Babywickelräume.

Tank & Rast betreibt ein bundesweites Netz von 338 Tankstellen (mit Tankshops) und 381 Raststätten (einschließlich 51 Hotels) im Rahmen eines Franchise ähnlichen Systems überwiegend mit rund 240 Pächtern sowie in derzeit 13 Eigenbetrieben. Die Pächter erzielten 2003 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Tank & Rast selbst erwirtschaftet ihren Umsatz (2003: rund 206 Millionen Euro) im Wesentlichen aus Belieferungsentgelten von der Mineralölindustrie und Fix- und Umsatzpachten von Pächtern sowie aus den Eigenbetrieben.

Deutschlandweit größter Anbieter

Jährlich suchen nach Unternehmensangaben rund 250 Millionen Kunden die Standorte des Platzhirschen auf. Rund 90 Prozent aller Autobahn-Standorte zählen zu Tank & Rast. Es gehört auch im gesamten Gastronomiegewerbe deutschlandweit zu den größten Anbietern. Das Potenzial an Kunden ist riesig: Rund 500 Millionen Besucher legen an den Anlagen einen Stopp ein und rund 7 bis 8 Milliarden Reisende passieren schätzungsweise jährlich auf den Autobahnen die Betriebe.

Tank & Rast gehört zum großen Teil den Hauptgesellschaftern Lufthansa, Allianz und Apax. Das ehemals bundeseigene Unternehmen war 1998 privatisiert worden. Rund 600 Millionen Euro sollen damals von den neuen Eigentümern bezahlt worden sein. Die nun ins Spiel gebrachten Summen bei Kaufangeboten von mehr als einer Milliarde Euro bedeuten, dass das Bonner Unternehmen gut gewirtschaftet und mit seiner "Qualitätsoffensive" auf das richtige Konzept gesetzt hat.

Gegen den Trend gewachsen

Tank & Rast ist gegen den sonst rückläufigen Trend im Gastgewerbe stark gewachsen. Bisher wurde in diesem Jahr an den Anlagen zwar weniger getankt, dafür aber auch in den aufgerüsteten Tankshops mehr verkauft. "Unsere Kunden honorieren unsere Investitionen in moderne Ratsstätten und Tankstellen", erläuterte Vorstandschef Karl-H. Rolfes. "Wir profitieren darüber hinaus vom langfristig wachsenden Verkehrsaufkommen und können auf langfristige, bis zu 50 Jahre dauernde Konzessionen bauen".

Edgar Bauer, dpa / DPA