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Massiver Wintereinbruch 16.000 Dollar für ein paar Tage: Texaner bekommen abstruse Stromrechnungen

Die schweren Winterstürme haben viele Menschen in Texas zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten
Die schweren Winterstürme haben viele Menschen in Texas zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten
© Ralph Lauer / ZUMA Wire / DPA
Texas hatte vergangene Woche mit einem massiven Kälteeinbruch zu kämpfen, der Teile des Elektrizitätsnetzes außer Gefecht setzte. Manch einer, der dennoch Strom hatte, hat nun eine saftige Rechnung dafür erhalten.

Viele Texaner haben noch mit den Folgen des heftigen Wintereinbruchs vergangene Woche zu kämpfen. Doch als die Temperaturen wieder anziehen und sich die Lage entspannt, sehen sich manche Bürger mit ungewöhnlich hohen Stromrechnungen konfrontiert. Ein Anwohner berichtet der "New York Times" davon, dass sein Anbieter von ihm mehr als 16.000 US-Dollar für ein paar Tage Stromnutzung verlangt. Und er ist kein Einzelfall: Auf Twitter teilen viele Nutzer ihre Rechnungen von 5.000 Dollar und mehr. Der Bürgermeister von Houston fordert nun, dass der Bundesstaat Texas die astronomisch hohen Rechnungen begleichen sollte.

Die massiven Kosten kommen nicht auf alle Bürger in Texas zu. Vor allem solche mit flexiblen Stromtarifen sind betroffen, wie mehrere US-Medien berichten. Texanische Stromkunden könnten Verträge abschließen, die ihnen unter den meisten Bedingungen günstige Preise bescherten. Doch vergangene Woche fielen die Temperaturen auf für den Staat völlig ungewöhnliche minus 18 Grad Celsius, was zu mehreren großflächigen Netzausfällen und einer damit verbundenen Beschneidung des Angebots führte. Dadurch explodierte der Strompreis in diesen Tarifen.

Ein weitverbreiteter Anbieter eines solchen Tarifs ist laut National Public Radio (NPR) die Firma Griddy. Diese habe vergangene Woche sogar seine Kunden dazu ermutigt, den Anbieter zu wechseln, weil sie kommen sah, was mit ihren Tarifen bei einem Netzausfall passieren würde. Doch dem Aufruf kamen natürlich nicht alle Verbraucher nach, zumal ein Wechsel auch ein paar Tage dauert.

Normalerweise zahlt der Texaner im Schnitt rund 12 Cent pro Kilowattstunde Strom. NPR zufolge ließ die zuständige Kommission es zu, dass dieser Preis auf bis zu neun Dollar steigen konnte. Entsprechend massiv fielen dann viele der Rechnungen aus.

Texas: Gouverneur ruft Notfallsitzung ein

Texas Gouverneur Greg Abbott berief am Wochenende eine Notfallsitzung ein, um die schlagartig gestiegenen Energiekosten zu besprechen. "Wir haben eine Verantwortung, Texaner vor Ausschlägen in ihren Energierechnungen zu beschützen, die auf extreme Wetterlagen und Ausfälle zurückzuführen sind", sagte er. Noch sei unklar, wie viele Bürger von den überhöhten Rechnungen betroffen seien. Dies zu berechnen sei eine der dringenden Aufgaben, ließ das Büro des Gouverneurs am Wochenende wissen. 

Die massive Kältewelle hatte vergangene Woche große Teile Texas lahmgelegt. Die Stromversorgung brach zusammen, weil die Nachfrage zum Heizen massiv anstieg und es zugleich Probleme bei der Energieproduktion gab, unter anderem wegen eingefrorener Pipelines. Viele Supermärkte mussten geschlossen bleiben, mindestens 70 Menschen starben landesweit in der Kälte. Der ansonsten für seine milden Winter bekannte Staat war großflächig mit Schnee und Eis bedeckt. Übers Wochenende hatte sich die Situation wieder deutlich entspannt, aber am Montagmittag waren noch immer mehr als 10.000 texanische Haushalte ohne Strom.

Quellen:  US Energie-Informationsministerium / Poweroutage.usNational Public Radio / "Texas Tribune" / BBC

fin

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