Das sind die besten E-Bikes

21. April 2013, 10:02 Uhr

Der Frühling ist da. Die richtige Zeit, um über ein Elektrorad nachzudenken. Mit ihm können auch Nichtsportler weite Strecken locker zurücklegen. Der Test zeigt, welches E-Rad für welchen Zweck taugt.

Fahrräder mit Elektromotor sind der Renner. Seitdem auch schicke E-Räder angeboten werden, entdecken die Deutschen die Lust am Radeln mit Hilfsmotor. Allerdings fällt die Entscheidung nicht leicht: Die Elektro-Technik ist verwirrend. Der Käufer muss sich für eines von mehreren grundverschiedenen Antriebskonzepten entschieden. Außerdem sind Räder mit Stromantrieb nicht billig. Gute Beratung ist also wichtig.

In unserer Fotostrecke haben wir die besten Räder des Jahres zusammengestellt. Sie sind die Kategoriensieger im großen Test von ExtraEnergy, der renommiertesten Institution für unabhängige Tests von Elektrofahrrädern. Jedes Fahrrad wurde in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft. ExtraEnergy orientiert sich dabei an 14 Kundenwünschen und gewichtet sie je nach Einsatzzweck des Rades.

Der Test nimmt Ihnen allerdings nicht die Entscheidung ab. Sie müssen wissen, wie Sie das Rad nutzen wollen: ob zum bequemen Einkauf, als schnellen Renner auf langen Pendlerstrecken oder als Lastenrad. Für 1700 Euro bekommt man preisgünstige Modelle, technische aufwändigere oder einfach nur coolere Räder können deutlich teurer sein. Die Testieger sehen Sie in unserer Fotostrecke. Die komplette Auswertung können Sie als Heft am Kiosk kaufen oder hier herunterladen.

Bevor Sie sich ein Elektrorad zulegen, sollten Sie sich ohnehin ein paar grunsätzliche Fragen stellen - damit Sie sichergehen können, dass ein E-Bike auch wirklich etwas für Sie ist.

Muss ich gar nicht mehr treten?

Auch das tollste E-Bike nimmt seinem Besitzer die Anstrengung nicht ganz ab. Bei einem Elektrofahrrad wirkt der Motor meist nur unterstützend. Es muss, zumindest ein wenig, mitgestrampelt werden. Bei normalen Elektrobikes – im Amtsdeutsch auch "Pedelec" genannt – hilft der Motor bis zu 25 Stundenkilometer mit, bei höheren Geschwindigkeiten schaltet er sich ab. Solche Räder gelten in Deutschland als Fahrrad, für sie ist kein Führerschein, keine Zulassung und auch keine Versicherung notwendig. Im Straßenverkehr gelten die gleichen Regeln wie für ein herkömmliches Fahrrad.

Brauche ich ein schnelles Rad?

Schnellere E-Bikes (bis etwa 45 km/h, Motor mit mehr als 250 Watt Leistung) werden wie ein Mofa behandelt. Für sie benötigt man Führerschein und Versicherung. In der Regel muss man mit ihnen auf der Straße fahren. Solche E-Bikes lohnen sich nur für sportliche Fahrer, die lange Distanzen noch schneller überwinden wollen. Für die Mehrzahl aller Radler sind Modelle bis 25 km/h die bessere Wahl. Sie sind langsamer, dafür darf man mit ihnen die Radwege benutzen. Radler, die körperlich nicht mehr ganz fit sind, sollten von den schnellen E-Bikes ohnehin besser die Finger lassen.

Wieviel Akkuleistung brauche ich?

Die meisten Akkus verhelfen einem E-Bike zu einer Reichweite von etwa 40 bis 60 Kilometern. Hochleistungsbatterien mit 18 Amperestunden schaffen bis zu 140 Kilometer, sind aber fast doppelt so teurer. Grundsätzlich gilt dabei: Wer sich viel vom Motor helfen lässt, saugt auch schnell den Akku leer. Derzeit geht der Trend zu immer leistungsfähigeren Akkus. Die Kunden wollen auf der sicheren Seite sein, falls sie doch einmal eine längere Tour machen, auch wenn sie die Reichweite im Alltag nicht benötigen.

Gibt es neue Trends?

Beim Antrieb setzt sich der mittig angebrachte Motor durch. Hier verdrängt das System von Bosch die Komponenten von Panasonic. Die Integration des Motors in Vorder- oder Hinterrad befindet sich dagegen auf dem Rückzug. Immer mehr Rahmen sind speziell für die Aufnahme des Motors angepasst. Wie schon in den letzten Jahren gibt es immer mehr Sport oder Designräder. Das E-Bike emanzipiert sich allmählich von der Rentnerkäuferschaft. Neu im Rennen ist das automatische Getriebe Harmony von NuVinci. Es arbeitet so überzeugend, dass es in Zukunft sicherlich in mehr Rädern eingebaut wird.

Welcher Rahmen passt zu mir?

Grundsätzlich sollten sich E-Biker nicht überschätzen. Wer wegen gesundheitlicher Probleme oder mangelnder Kondition zum Elektrorad greift, sollte bei den gemütlichen Bauformen bleiben. Sportliche Rahmen belasten Handgelenke und Rücken. Sie zwingen den Radler in eine sportliche Haltung, die er nicht lange durchhält. Die Höhe des Rahmens sollte so gewählt werden, dass der Radler jederzeit sicher mit den Füßen Halt am Boden findet. Mit einem hohen Oberrohr beim sogenannten Diamantrahmen wird das Auf- und Absteigen immer zur gymnastischen Übung. Eine flacheres Rohr oder ein Tiefeinstieg sind sicherer und bequemer.

Muss ich das Rad tragen?

Ein Fahrrad mit einem Wert von über 2000 Euro eignet sich nicht zum Abstellen unter der Laterne, es benötigt einen sicheren Stellplatz. Elektroräder wiegen mit Akku und Motor meist 20 Kilogramm und mehr. Leichtbau ist bislang kein Thema - die Hersteller konzentrieren sich auf stabile Rahmen und leistungsfähige, aber schwere Akkus. Nicht jeder kann so ein Rad Treppen rauf und runter tragen. Also muss das Rad entweder ebenerdig oder in einer Tiefgarage abgestellt werden. Für viele Interessenten, die in einer Etagenwohnung leben, ist das Gewicht der Elektroräder ein K.o.-Kriterium.

Wie flexibel soll das E-Rad sein?

Mini-Räder, Klappräder oder Elektroräder, die auf einem Mountainbikerahmen aufbauen, sind nicht leichter, aber deutlich handlicher als solche mit 28-Zoll-Bereifung. Diese entscheidenden Zentimeter weniger machen es einfacher, das Elektrorad in ein Auto oder einen Fahrstuhl zu bekommen oder es die Kellertreppe hinab zu rollen. Klappräder können zudem leicht im Pkw oder in der Bahn mitgenommen werden.

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