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27. Mai 2009, 14:06 Uhr

Der richtige Umgang mit dem Kindersitz

Service

Der Test des ADAC hat die Schwächen der Hersteller aufgedeckt. In der Praxis haben die kleinen oder größeren Nachlässigkeiten der Eltern weit größere Auswirkungen.

Da passen Kinder und Kindersitz nicht zueinander. Dann werden mehr Kinder eingeladen, als sicher transportiert werden können, und es wird das exakte Anliegen von Gurten und Schließen nicht kontrolliert. Das sind durchaus menschliche Schwächen, die im Ernstfall fatale Folgen haben.

Ausprobieren

Vor dem Kauf sollte der Kindersitz unbedingt im eigenen Auto und mit dem kleinen Insassen ausprobiert werden. Nur dann kann man sicher sein, dass sich der erwählte Kindersitz im Fahrzeug auch wirklich so leicht installieren und verstauen lässt, wie gewünscht.

Nicht für die Zukunft kaufen

Kinder sind teuer, Kindersitze leider auch. Besonders ärgerlich, dass man die Sitze je nach Gewichtsklasse wechseln muss. Aber hier darf man nicht sparen und eine Nummer größer kaufen. Gerade bei zu großen Sitzen "tauchen" Kinder bei einem Unfall unter den Gurten weg.

Kaufen Sie lieber einen neuen Gebrauchten bei Ebay, bevor Sie den falschen Sitz benutzen

Keine Uralt-Erbstücke verwenden

Seit 2008 gilt eine neue Norm, uralte Modelle gebaut vor 1997 sollten Sie nicht verwenden.

Richtige Befestigung

Trotz des aktuelle Testergebnisses: Die Iso-Fix Befestigung fixiert den Kindersitz am besten. Er legt zudem die Sitzposition exakt fest, nur so können Gurte richtig wirken.Anzahl beachten

Ein großer Nachteil der Iso-Fix-Befestigung liegt darin, dass meist nur zwei Sitze auf der Rückbank untergebracht werden können. Diese Begrenzung muss unbedingt eingehalten werden. Es ist nicht zu empfehlen, ein weiteres Sitzkissen "irgendwie" dazwischen zu quetschen.

Beifahrersitz auf dem Kindersitz

Viele Eltern ziehen eine Babyschale auf dem Beifahrersitz vor, weil sie dann einen direkteren Kontakt zum Kleinkind haben. Dieser Platz hat seine Tücken. Einerseits wird der Fahrer leicht abgelenkt, wichtiger ist aber noch, dass der Beifahrerairbag abgeschaltet werden muss. Sobald ein Erwachsener vorne Platz nimmt, muss der Airbag entsprechend abgeschaltet werden, um schlimme Folgen zu vermeiden

Beschädigungen aussortieren

Kndersitze werden im Freundeskreis gern weitergereicht. Modelle mit Beschädigungen oder Risse im Material müssen unbedingt aussortiert werden.

Gurte richtig anlegen

Es ist wichtig, dass die Schultern richtig von den Gurten gehalten werden und die Gurte nicht über die Schultern gleiten. Hier ist Sorgfalt gefragt, aber auch allzu dicke und weite Kleidung kann den Halt gefährden.

"Klicken" lassen

Ein Kindersitz kann nur schützen, wenn Befestigung und Schnallen richtig arbeiten. Wenn sich eine Befestigungszunge nicht mehr richtig in die Schlaufe führen lässt, kann der Sitz nicht mehr verwendet werden. Wenn die ganze Sicherung etwa durch Bruch oder Verformung defekt ist, muss der Sitz ausgetauscht werden. Häufig "verstopfen" die beweglichen Teile durch normalen Schmutz oder Lebensmittelreste. Dann kann eine intensive Reinigung das Problem lösen

Größe schützt

Für Kinder über 18 Kilogramm werden gern Sitzkissen verwendet. Sie heben das Kind auf das Erwachsenniveau an. Sie sind klein, leicht zu transportieren und sehen nicht so "kindisch" aus. Anders als die umständlicheren Schalengeräte geben sie durch ihr Material aber keinen zusätzlichen Schutz. Eine Schale schützt Kopf, Hals, Rücken und Oberkörper, schirmt sogar die Seiten ab. Selbst wenn sich der Sitz bei einem schweren Crash löst, kann die Schale noch Schutz bieten. Das kann das Sitzkissen nicht.

Fremde Kinder, fremde Autos

Auch wer sein Kind im eigenen Auto perfekt sichert, wird häufig nachlässig, wenn es um spontane Lösungen geht. Tatsächlich wird es umständlich, wenn die Kinder mit den Großeltern mitfahren, oder man plötzlich eine ganze Kinderschar mitnehmen soll. Bei absehbaren Fremdtransporten wie der gemeinsamen Fahrt zum Kindergarten oder den regelmäßigen Ausflügen mit den Großeltern, muss Vorsorge getroffen werden. Auch wenn das bedeutet, dass sich die Zahl der zu kaufenden Sitze entsprechend vermehrt. Bei "spontanen" Engpässen sollte jeder daran denken, dass die gesetzlichen Vorschriften immer gelten, und das der Großteil der Unfälle eben nicht auf der Autobahn stattfinden, sondern auf den kurzen Strecken rund um den Wohnsitz.

Kindersitz ersetzt keine Autosicherheit

Der Kindersitz erweitert die Sicherheit des Fahrzeugs sinnvoll für kleine Passagiere. Er bietet aber keinen absoluten Schutz. Wer sich aber ernsthaft Gedanken um die Sicherheit des Nachwuchses macht, muss bedenken, dass im Bereich der Sicherheit die Fortschritte im Automobilbau besonders groß sind. Für junge Familien ist das eine bittere Pille, aber die Sicherheitsreserven in einem 12 Jahre alten Kleinwagen sind mit denen einer Mittelklasse-Limousine von heute nicht zu vergleichen.

 
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