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1. April 2010, 13:37 Uhr

Das sagen die ersten iPad-Tester

In den USA haben ausgewählte Journalisten und Blogger Apples neues iPad bereits testen können. Die Reaktionen sind durchweg positiv. Es sei wesentlich mehr als ein Riesen-iPhone, nämlich eine "neue Art von Computer, die man fühlen muss". Von Ralf Sander

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iPad - ein Traum für Menschen, die sich nicht für Technik interessieren?© Marcio Jose Sanchez/AP

Von Sonnabend an wird in den USA Apples iPad verkauft. Der Hype um den Tablet-PC ist riesig. Kunden erwarten einen fantastisch zu bedienenden Multimedia-Alleskönner, der Lesen, Websurfen und mobilem Spielen eine neue Qualität verleihen wird. Hardware-Hersteller hoffen, dass das iPad der ganzen Geräteklasse der Tablett-Computer zum Durchbruch verhilft. Und die Medienbranche wittert einen neuen Vertriebsweg für ihre Inhalte, die auf Papier immer weniger Menschen lesen wollen. Die Erwartungen sind so hoch, dass es fast unmöglich scheint, ihnen gerecht zu werden. Jetzt wird es ernst für das iPad: Ausgewählte US-Journalisten und Blogger haben Apples neues Gerät bereits getestet.

Edward C. Braig von "USA Today", der größten Tageszeitung des Landes, fasst zusammen, was auch seine Kollegen unterschreiben würden: Das iPad "ist ein Gewinner".

Was alle mögen

Weitgehende Übereinstimmung herrscht bei den Pluspunkten. Das Gerät ist Apple-typisch edel gestaltet und sehr einfach zu bedienen. Die Steuerung per Fingergesten funktioniert schnell und intuitiv. Die Qualität des Bildschirms wird gelobt, ebenso die Größe des Displays, die das Surfen im Web sowie Lesen offenbar zu einem Vergnügen machen. Walt Mossberg, einer der beiden bekanntesten Technikjournalisten der USA, schreibt sogar von einer völlig neuen Art von Computer. "Du musst es fühlen und benutzen, um es vollständig zu verstehen."

Spaß hatten die Tester an einigen speziell für das iPad entwickelten Apps. Die Zusatzprogramme zeigten jetzt schon, was vom iPad noch erwartet werden kann. Besonders hervorgehoben wurden die App für das beliebte Wortsuchspiel "Scrabble" sowie das Programm des Marvel-Verlages, das wohl sehr ansprechend Comics präsentiert. Außerdem gelobt: Die meisten der bereits bestehenden 150.000 Apps für das iPhone können das iPad um fast jede denkbare Funktion erweitern. Auf ungeteilte Begeisterung stieß die Akkulaufzeit, die sogar deutlich über den von Apple angekündigten zehn Stunden liegt. In dieser Disziplin hatte das iPhone in seinen Anfängen geschwächelt.

Ist Apples jüngstes Baby auch ein gutes Buch? Auf diese Funktion setzen Verlage in aller Welt große Hoffnung. Das iPad sei als elektronisches Lesegerät ein "formidabler Konkurrent" für Amazons Kindle, schreibt "USA Today"-Journalist Braig. Apples Produkt sei bei der Bildschirmqualität, der Geschwindigkeit beim Umblättern und der Bedienung Amazons Konkurrenten weit überlegen. Digitale Versionen von Zeitungen und Magazinen "sehen viel besser aus auf dem iPad". Das Angebot an elektronischen Büchern sei allerdings (in den USA) beim Kindle mehr als achtmal so groß.

Nicht für Büroarbeit

An seine Grenzen stößt das iPad offenbar, wenn es darum geht, Inhalte selbst herzustellen. Lange Texte zu schreiben, sei auf dem Touchscreen zwar möglich, aber auf Dauer doch mühsam. Gleiches gilt für das Erstellen von Tabellen und andere Bürotätigkeiten. Die Tester sind sich aber nicht einig, welche Folgen sich daraus ergeben. Mossberg erwartet, dass das iPad sich zum "Laptop-Killer" entwickelt, weil praktisch jede Tätigkeit mit dem iPad mehr Spaß mache als mit einem Notebook. Andy Ihnatko von der "Chicago Sun-Times" ist eher der Meinung, dass Apples Gerät eine Lücke zwischen Smartphone und kleinen PCs füllt: "Das iPad ist ein Computer, auf den viele Menschen seit Jahren gewartet haben".

Nur welche Menschen? Digitalfreaks oder Technophobiker? Für David Pogue von der "New York Times", neben Mossberg der zweite Star unter den US-Technikjournalisten, hängt es von der Perspektive ab, ob das iPad als gelungen bezeichnet werden kann. Deswegen hat er zwei Rezensionen geschrieben, eine für Technik-affine Nutzer und eine für Menschen, denen die Technik egal ist. Hauptsache, das Gerät funktioniert.

Messias mit Macken

Die technische Bewertung findet viele Macken, die meisten sind längst bekannt: USB-Anschlüsse und eine Kamera fehlen. Das iPad kann nicht mehrere Programme gleichzeitig ausführen (Multitasking). Besonders nervig: Der Speicher ist nicht erweiterbar, und der Akku lässt sich nicht auswechseln. Geht er kaputt, muss das Gerät getauscht werden. Außerdem beherrscht das iPad die im Web weit verbreitete Multimedia-Technik Flash nicht. Wer mehr wissen will: Eine umfangreiche Analyse der technischen Features des iPads hat Tim Gideon für das "PC Magazine" geschrieben.

Abgesehen vom Fehlen von Flash kann es aber sein, dass viele Normalnutzer die technischen Beschränkungen des iPad gar nicht bemerken werden. Wie schreibt Andy Ihnatko in der "Chicago Sun-Times": Das iPad biete nicht jede mögliche Funktion. "Aber es ist elegant und sofort überzeugend." Bei seiner Gestaltung hätten Geschwindigkeit, Mobilität und Interaktion im Vordergrund gestanden. Das iPad kann nicht alles. Aber das, was es kann, ist offenbar beeindruckend.

Von Ralf Sander
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Mikeorganizer (02.04.2010, 13:16 Uhr)
Also ich finde ....
das Teil einfach unterirdisch. Total überteuert, zu kleiner Speicher (und ja ich würde eine Filmbibliothek darauf nutzen!), für das richtige Internet zu eingeschränkt, keine Anschlussmöglichkeiten, keine Telefonnutzung, kein GPS (wäre ideal für Navigation) und vor allem kein Flash.

Trotzdem finde ich es gut, dass es dieses schwachsinnig eingeschränkte Teil rauskommt, denn es wird andere geben, die es besser machen werden aber dann richtig.
traldors (01.04.2010, 19:21 Uhr)
Apple Produkte (...)
kann man in zwei Bereiche teilen:
Einen für die "noobs" und einen für die "Profis". Apple nutzt das weidlich aus und hat die Verwertungskette ein ums andere Mal mit "eyecandy" garniert. Ich selber nutze Apple Tastatur, Maus und den 30" Monitor. Der Rest ist Windows 7 und wirklich gute Hardware die schlicht bei Apple nicht vorhanden ist oder in Teilen mit Faktor 4-10 teurer ist.
Einfach mal die "Was-ist-besser-Brille" absetzen und wirklich das nutzen was man möchte.
berlin79 (01.04.2010, 18:58 Uhr)
@Hirnfreund
Mehr Ei als iPad
- kleiner Speicher (16-64 GB)

>>>für was zu klein? Die paar kleinen Programme?

- kein USB

>>>das sehe ich ein. Ein negativer Punkt

- kein Multitasiking, somit kein Wechsel
zwischen den Programmen

>>>ebenfalls ärgerlich, aber ich denke Apple wird das mit einer neuen Version des Betriebssystems ändern

- kein GPS

>>>wozu ich GPS in einem Tablet Computer benötige erschließt sich mir gerade nicht. Das haben doch Smartphones inklusive.

- keine Telefonie

>>>dafür gibt es Mobiltelefone

- keine Kamera

>>>unlogisch, weil man das Gerät dann direkt vor das Gesicht halten müsste. Wer will schon ein Kinn anschauen, wenn das iPad auf dem Schoß liegt?

- Akku nicht tauschbar (Memory Effekt?)

>>>Memory-Effekt gibt es bei Li-Polymer Akkus nicht. Aber es ist wirklich blöd, dass man das komplette Gerät einschicken muss um den Akku zu tauschen. Da stimme ich zu.

- zu groß + schwer um wirklich handlich zu sein

>>>das liegt im Auge des Betrachters.

- zu klein um wirklich gut darauf lesen zu können.

>>>dann wären Netbooks wohl kaum so erfolgreich, wenn es zu klein wäre.


Ändert das und ich kaufs auch fürs Doppelte.

>>>das liest Apple bestimmt gerne. Wer hat der hat...Mir sind schon 500 Euro für das Gerät zu viel. Aber jedem das Seine.
philmoe80 (01.04.2010, 17:46 Uhr)
es scheinen
eine menge leute zufrieden zu sein mit der apple zertifizierten software, sonst würde es wohl kaum funktionieren - ich persönlich freue mich über meine offenen konkurrenzprodukte, die ich besitze.
ich seh das problem nicht - die einen so, die anderen so.
acitapple (01.04.2010, 17:19 Uhr)
@neuermensch
aber es zwingt dich doch niemand das apple-teil zu kaufen. du darfst sehr gerne zu einem "offenen" konkurrenzprodukt wechseln...
NeuerMensch (01.04.2010, 16:55 Uhr)
@philmoe80
Nein, das ist nicht jedem selbst überlassen, denn du kannst wie beim Iphone nur Produkte über den Appstore beziehen und da hat Apple die Hand drauf und entscheidet, was angeboten wird und was nicht. Du bist nicht frei.
-
Stell dir mal vor, Microsoft würde einen Laptop auf den Markt bringen, der nur von Microsoft zertifizierte Software und Inhalte erlauben würde. Das wäre ein Lacher! Bei APPLE-Fans hingegen scheint die Liebe schon derart psychotisch, das das als das normalste der Welt empfunden wird.
-
Nokia hat es mit dem N900 richtig gemacht: Linux als Betriebssystem, 100%ig offen, beliebige Software installierbar. Es ist DEIN Gerät, du kannst damit machen was du willst, ohne von APPLE eine Erlaubnis zu benötigen ;)
philmoe80 (01.04.2010, 16:18 Uhr)
entmündigt und entrechtet?
bitte die kirche im dorf lassen!
jedem ist nach wie vor überlassen, was er sich zulegen möchte oder auch nicht - oder verschickt apple neuerdings drohbriefe?
NeuerMensch (01.04.2010, 16:14 Uhr)
Unglaublicher Blödsinn!
Als INTEL vor einigen Jahren TCPA/Palladium zur Nutzungs- und Inhaltskontrolle einführen wollte, gab es einen Aufschrei und das Projekt musste wegen der breiten Ablehnung eingestampft werden. Wenn APPLE ein völlig überteuertes Produkt auf den Makrt bringt, das die Nutzer völlig entmündigt, entrechtet und APPLE zum Alleinherrscher auf diesem Gerät macht, dann findet das reissenden Absatz. Ob das an der massenhaft redaktionellen Werbung für APPLE liegt?
.
Wie schrieb der 'Schockwellenreiter' in der FAZ so treffend: "Das iPad ist also kein Computer im Sinne einer Universalmaschine mehr, sondern eine Abspielplattform für die Inhalte der Medienkonzerne. Das iPad macht aus dem Two-Way-Web wieder eine Einbahnstraße und zwar eine, für deren Nutzung gezahlt werden muss."
bodhi-patrick (01.04.2010, 16:03 Uhr)
alles wiederholt sich...
...viele der hier so aktiven kritiker argumentieren ähnlich merkwürdig wie die handy-kritiker ende der 90ziger... fortschritt ist nun mal teil unserer welt und kultur, daran wird sich nichts ändern!!!
acitapple (01.04.2010, 15:55 Uhr)
@tepes
aha, bücher haben sich seit jahrtausenden bewährt ? tolle leistung, wenn man bedenkt, dass der buchdruck erst ein paar hundert jahre auf dem buckel hat... an apple-produkten hängen keine arbeitsplätze, arbeiten nur heinzelmännchen dort ?
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