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6. Oktober 2009, 07:59 Uhr

Zehntausend Hotmail-Konten gehackt

Rund zehntausend Konten des E-Mail-Anbieters Hotmail, der zu Microsoft gehört, sind gehackt worden. Es handelt sich um E-Mail-Konten aus Europa. Offenbar gingen die Hacker dabei nach dem Alphabet vor.

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Gehackt: Mehr als zehntausend Konten des E-Mail-Anbieters Hotmail, der zu Microsoft gehört© Screenshot

Mehr als zehntausend europäische Konten des E-Mail-Anbieters Hotmail sind offensichtlich gehackt und ins Internet gestellt worden. Der Computergigant Microsoft, zu dem Hotmail gehört, bestätigte, dass Passwörter und E-Mail-Adressen im Internet aufgetaucht seien. "Wir sind uns bewusst, dass Kenndaten von einigen Windows-Live-Hotmail-Kunden illegal erlangt und auf einer Website veröffentlicht wurden", bestätigte ein Microsoft-Sprecher dem Sender BBC am Montag. Das Unternehmen kündigte sofortige Ermittlungen an und sperrte die betroffenen Konten.

Die Technologie-Website neowin.net hatte als erstes von der Attacke berichtet. Demnach sollen die persönlichen Daten der Benutzer am 1. Oktober auf der Seite pastebin.com veröffentlich worden sein. Die sensiblen Daten seien den Kunden mit Hilfe des sogenannten "Pishing" entlockt worden. Dabei werden Nutzer beispielsweise mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht.

Die BBC und neowin.net berichteten, eine Liste mit den Daten von 10.028 E-Mail-Konten eingesehen zu haben, die mit A und B beginnen. Sie seien nun aus dem Netz entfernt worden. Die Daten seien authentisch und stammten wohl hauptsächlich aus Europa.

Die Liste beinhalte Accounts die mit hotmail.com, msn.com und live.com enden. Hotmail gehört zu den größten E-Mail-Anbietern der Welt. Kunden sollten bei E-Mails mit unbekannten Anhängen oder Internet-Links sehr vorsichtig sein und alle drei Monate ihr Passwort ändern, raten Sicherheitsexperten. Den betroffenen Kunden werde bald wieder der Zugang zu ihren E-Mail-Konten ermöglicht, kündigte ein Microsoft-Sprecher an, der ausdrücklich darauf hinwies, dass es sich bei dem Vorfall nicht um eine Sicherheitslücke bei Microsoft gehandelt habe.

Stellungnahme von Microsoft

"Die Passwörter wurden offenbar von Kriminellen mit Phishing-Angriffen gesammelt", sagte Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner. "Wir haben die Konten aus Sicherheitsgründen gesperrt und arbeiten mit den Betroffenen daran, die Kontrolle über rechtmäßige Accounts wiederzuerlangen.". Wer derzeit nicht mehr auf sein Konto bei den Microsoft-Diensten Hotmail, Windows Live oder MSN zugreifen könne, sollte eine Support-Web-Adresse aufrufen und dort ein entsprechende Formular ausfüllen.

Der Sprecher betonte, dass bei der Aktion keine Microsoft-Server gehackt worden seien. "Es wurden etliche Konten ausgespäht, aber nicht in einen unserer Server eingebrochen." Baumgärtner forderte die Anwender auf, regelmäßig ihre Passwörter zu ändern, eine aktuelle Antivirus-Software einzusetzen und regelmäßig Systemaktualisierungen zu installieren. Da Anwender oftmals ein Passwort für verschiedene Dienste benutzen, sollten betroffene Anwender nicht nur ihr Hotmail- Konto reaktivieren, sondern zusätzlich die Passwörter in anderen benutzten Diensten austauschen.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
0c3z0 (06.10.2009, 17:58 Uhr)
wie bei twitter - es wurde nicht gehackt
lieber stern, es ist wie bei ihrem stern ueber den hack angriff bei twitter. die ueberschrift ist einfach falsch. es wurde gepisht und nicht gehackt. beim hacken durchdringt der hacker die sicherheitsbarrieren, und erlangt zugriff auf den server. waehrend solch ein erfolgreicher angriff extrem schlecht fuer hotmail waere, ist beim pishen hingegen nur die dummheit der user, der grund zum erfolg.
@in_medias_res: yo.. kann ich nur zustimmen... daher fuer it-cafes... live-os auf einem usb mit sich haben... und man ist sicher
butcher99 (06.10.2009, 12:28 Uhr)
Dabei werden Nutzer beispielsweise mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht.
solche Daten sind halt nicht mehr geheim, liegt in der Natur der Sache
in_medias_res (06.10.2009, 11:52 Uhr)
muss ja noch nicht mal Phishing gewesen sein
Ich kenne viele junge Leute in 5 Staaten Europas, die hotmail-Konten haben. Da die viel im Ausland unterwegs sind, tapern die in alle möglichen (und unmöglichen) Internetcafes dieser Welt. Die müssen sich ja auf ihren Touren organisieren, und telefonieren ist für die oft zu teuer bzw. wegen 1:1-Kommunikation zu umständlich. Und wenn da irgendwo nen Keylogger läuft, möchte ich erstmal den sehen, der es merkt... also bitte die Hotmail-Nutzer nicht so pauschal abkanzeln.
Falcon030 (06.10.2009, 11:23 Uhr)
Hacking ist anders
Dem Bericht nach sind die Accounts offensichtlich ja nicht gehackt worden, vielmehr wurden die Daten durch Unachtsamkeit, Unwissenheit und auch Gier der Nutzer (siehe hierzu http://www.dreisechzig.net/wp/) erlangt.
Das ist schon ein Unterschied, der auch so dargestellt werden sollte; beim Hacking ist das System überlistet worden, beim Phishing der Nutzer.
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