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Microsoft vs. Google: Monopoly um die Web-Herrschaft

Der Kampf ums Internet findet derzeit an vielen Fronten statt. Während Nokia das Handy-Web erobern will, versucht Microsoft mit dem Kauf von Yahoo den Abstand zu Google zu verringern. Doch Yahoo ziert sich. Vieles erinnert an die Zeit des ersten Internethypes.

Von Gerd Blank

Ein gutes Jahr für Microsoft: Das Unternehmen aus Redmond beherrscht mit dem Internet Explorer den Browsermarkt, das Windows-Betriebssystem ist auf den meisten Computern der Welt installiert, und Unternehmen wie Privatleute nutzen trotz teils günstigerer Alternativen Word, Excel und Co. für Dokumente. Nur ein ernstzunehmender Konkurrent macht dem Technik-Imperium zu schaffen, denn trotz Browser-Dominanz hat im Internet nur ein Unternehmen das Sagen: AOL.

Jedenfalls war das im Jahr 2001 so. Vor dem 11. September, vor Google und vor Web 2.0. AOL war damals so mächtig, dass es sich mit Time Warner sogar eines der größten Medienunternehmen der Welt einverleibte. Doch die Internet-Blase platzte schneller, als man "Sie haben Post" sagen konnte. AOL verlor rapide an Bedeutung. Zwar gehört das Unternehmen mit weltweit über 30 Millionen Kunden noch immer zu den größten Anbietern von Internetzugängen. In Deutschland scheint sich das Geschäft aber nicht mehr zu lohnen - hier wurden die Kunden an Hansenet verkauft.

Den Hype verschlafen

Und Microsoft? Bill Gates hatte den Internethype quasi verschlafen und lediglich halbherzig im Web agiert. Dabei waren die Möglichkeiten optimal: Es gab mit "Hotmail" einen kostenlosen E-Mail-Service, eine passable Suchmaschine, und mit dem MSN-Messanger konnten Nutzer wie bei einem Chat miteinander kommunizieren. Doch glaubte damals noch niemand, dass mit kostenlosen Diensten Geld zu verdienen sei, daher wurde weiterhin das Augenmerk auf Betriebssysteme und Office-Lösungen gelegt. Mit denen verdient das Unternehmen bis heute zig Milliarden. Doch wie lange noch? Und wieder lässt sich Microsoft von einem Web-Unternehmen abhängen.

Google, gerade einmal zehn Jahre alt, schickt sich an die Welt zu erobern. Als reine Suchmaschine gestartet, gehört Google inzwischen zu den mächtigsten und wertvollsten Konzernen der Welt, der Name ist ein Synonym fürs Suchen im Web an sich. Und obwohl alle Google-Dienste kostenlos angeboten werden, verdient das Unternehmen prächtig mit ihnen - durch Werbung. Jede Suchanfrage wird mit Anzeigen garniert, teils nicht sofort als solche erkennbar.

Auch in allen weiteren Services wird personalisierte Werbung eingesetzt. So auch beim kostenlosen E-Mail-Dienst "Gmail" (in Deutschland aufgrund bereits vergebener Markenrechte unter dem Namen "Googlemail" erreichbar). Der gesamte elektronische Schriftverkehr der Nutzer wird nach Schlagworten durchsucht, damit entsprechende Werbung auf der Seite platziert werden kann. Ein lukrativer Markt - und Google hat sich den größten Stück von diesem Kuchen gesichert. Kein Unternehmen verdient derzeit mehr mit Internet-Werbung. Danach kommt erst einmal lange nichts. Konkurrent Yahoo, einstmals der Star aller Internet-Firmen folgt auf dem zweiten Platz, Microsoft abgeschlagen auf Platz drei.

Premiumdienste für die Community

Apropos Yahoo. An irgendeinem Punkt machten die Yahoo-Bosse den Fehler, alles bieten zu wollen. Die beste Community, die schnellsten Suchergebnisse, die meisten News - bestenfalls alles auf einen Blick. Der ehemalige Yahoo-Chef Terry Semel wollte zudem nicht mehr allein von Werbebuchungen abhängig sein und führte Premiumdienste ein, für die Nutzer bezahlen sollten. Die Rechnung ging aber nur zum Teil auf, da andere Anbieter ähnliche Dienste kostenlos anboten.

Doch die Zeiten, dass nur ein Angebot angesurft wurde, sind vorbei. Das Zappen hat auch im Web Einzug gehalten, Nutzer wandern von einer Site zur nächsten. Die Devise heißt jetzt zudem "Mitmachweb". Google hat im Gegensatz zu den Mitbewerbern schon früh Services oder komplette Unternehmen gekauft, die für das sogenannte Web 2.0 stehen. Und während Yahoo die Foto-Gemeinschaft Flickr kaufte, setzte Google gleich aufs Bewegtbild und erwarb die erfolgreiche Videoplattform Youtube. Selbst auf Handys gibt es jetzt schon Google-Dienste, spezielle Miniprogramme machen sogar den Umweg über den Webbrowser überflüssig. So ist das Unternehmen immer einen Schritt schneller als die Konkurrenz. Viele Beobachter sind besorgt über die möglichen Gefahren einer solchen Omnipräsenz.

Yahoo geht es nicht schlecht, sicher nicht. Noch immer verdient das Unternehmen sehr gut mit Anzeigen. Doch die Erträge wachsen nicht so rasant wie die von Google. Aktionäre, denen der schnelle Gewinn oft wichtiger als eine langfristige Investition ist, haben Yahoo schon als Verlierer ausgemacht - obwohl das Unternehmen immer noch mehr Umsatz und Gewinn macht als so mancher Autohersteller. Google ist der Liebling der Anleger. Kein Wunder: Seit Börsengang hat sich der Wert der Aktie verfünffacht. Die Yahoo-Führung spürt deutlichen Gegenwind, das Vertrauen der Anleger schwindet. Innovationen werden von anderen erwartet. Aus diesem Grund wurde auch der Firmen-Gründer Jerry Yang wieder auf den Chefposten gesetzt. Aber nur mit Yang wird Yahoo es nicht schaffen, den an Google verlorenen Boden wieder gut zu machen, starke Partner müssen her. Oder Käufer.

Die große Aufholjagd

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat erkannt, dass sein Unternehmen ohne eine vernünftige Webstrategie nicht fit genug für die Zukunft ist. Microsoft soll nicht als reiner Technologie-Unternehmen, sondern als Medienkonzern wahrgenommen werden. Doch in allen Segmenten, in denen sich Microsoft versucht zu behaupten - außerhalb von Software und Business-Diensten -, ist das Unternehmen höchstens an zweiter Position. Mit Spielkonsolen sind Sony und Nintendo erfolgreicher, bei Musikabspielern kommt der Zune nicht an Apples iPod heran, und im Internet ist Google kaum mehr einholbar. Kein Wunder, dass Ballmer versucht, verlorenes Terrain zurück zu gewinnen.

Im Mai 2007 kaufte Microsoft für rund sechs Milliarden Dollar das Online-Werbe-Unternehmen Aquantive. Und erst kürzlich erwarb Microsoft für 240 Millionen Dollar einen Anteil von einigen Prozent an Facebook, der wohl erfolgreichsten Community-Site weltweit. Dadurch bekam Microsoft auch die internationale Werbevermarktung von Facebook. Nun greift Microsoft nach Yahoo und ist bereit, 45 Milliarden Dollar auszugeben, etwa 31 Dollar je Aktie.

Auf der Suche nach Alternativen

Doch Yahoo sträubt sich. Erstens stehe Yahoo nicht zum Verkauf und zweitens sei das Angebot viel zu niedrig. Und außerdem will Jerry Yang nicht mit Microsoft. Lieber mit Google. Doch die befürchten, dass es Probleme mit den Kartellwächtern gibt. Aber es gibt ja noch Rupert Murdoch. Der alte Medienfuchs hat keinerlei bedenken, wenn es um die Übernahme interessanter Objekte geht. Zu seinem News-Imperium gehört die Fox-Mediengruppe und seit kurzem Dow Jones mit dem "Wall Street Journal". Als Murdoch im Jahr 2005 die Community-Site Myspace für 580 Millionen Dollar kauft, wurde er erst für verrückt, kurz darauf für genial gehalten. Denn: Schon im März 2006 ging er mit Google eine Werbekooperation ein, die Myspace bis 2010 rund 900 Millionen Dollar bringt.

Und nun ist er an Yahoo dran. Für einen kompletten Kauf reichen zwar die Mittel nicht, aber es gäbe ja auch andere Möglichkeiten, die für beide Seiten sehr attraktiv sind. Murdoch gibt 15 Milliarden und seine Tochter Fox Media Interacitve, zu der auch Myspace gehört, an Yahoo. Im Gegenzug wird Murdoch Hauptaktionär beim Internetriesen. Für beide Seiten sicher eine lohnende Kooperation, schließlich sind bei Yahoo über 500 Millionen Nutzer registriert, und News braucht neue Vertriebskanäle für Inhalte.

Es spielt keine Rolle mehr, ob Traditionsunternehmen wie News, Technologie-Vorreiter wie Microsoft oder Aufsteiger wie Google das Sagen im Web haben, denn alle Unternehmen eint der Wille zur Dominanz. So geschieht im Internet gerade das, was in der realen Welt nicht außergewöhnlich ist. Die Konsolidierung der Branche ist im vollen Gange, die Preise für Übernahmen steigen. Doch wer nicht bereit ist, diese zu zahlen, wird am Ende nicht mehr mitspielen dürfen.

Hintergrund: Microsoft

Gegründet wurde das Unternehmen von Bill Gates und Paul Allen 1976. Das Unternehmen entwickelte einen Basic-Interpreter und das Betriebssystem MS-Dos. In den 90er-Jahren wurde Microsoft mit Windows und den Office-Paketen Marktführer - und nutzte die Dominanz, um Konkurrenz-Entwicklungen zu verhindern. In diversen Gerichtsverfahren wurde der Software-Konzern zu Zahlungen in Millionenhöhe verurteilt. Dennoch gilt Microsoft unter führenden Managern nach General Electric als das zweitbedeutendste Unternehmen der Welt. Weltweit arbeiten mehr als 78.000 Menschen für den Konzern.

Gründer Bill Gates hat inzwischen seinen Abschied aus dem operativen Geschäft angekündigt, den Chef-Sessel hatte er bereits vor ein paar Jahren Steve Ballmer überlassen.

Hintergrund: Yahoo

David Filo und Jerry Yang gründeten Yahoo 1995 und brachten das Unternehmen ein Jahr später an die Börse. Yahoo gehört zu den Pionieren im Web und profitierte stark vom ersten Internet-Boom und verdiente hauptsächlich an Werbeanzeigen. Doch das Platzen der Dotcom-Blase zwang das Unternehmen zum Strategiewechsel, kostenpflichtige Prämiendienste wurden eingeführt. Zukäufe von Webunternehmen wie der Fotocommunity Flickr, des Werbespezialisten Right Media sowie der Einstieg beim chinesischen Suchmaschinenbetreiber Alibaba sorgten dafür, dass Yahoo noch immer zu den wichtigsten Internet-Unternehmen der Welt gehört. Bereits im Mai 2007 gab es nach Zeitungsberichten erste Fusionsverhandlungen zwischen Microsoft und Yahoo, die allerdings erfolglos abgebrochen wurden.

Nach einem Streit mit den Aktionären trat Yahoo-Chef Terry Semel zurück, Mitgründer Jerry Yang übernahm seine Position.

Hintergrund: Google

Die inzwischen weltgrößte Suchmaschine wurde von Larry Page und Sergey Brin entwickelt. Gemeinsam gründeten sie 1998 das Unternehmen Google. Bis 2004 nutzte sogar Yahoo die Google-Technologie zum Aufspüren von Websites. Seit 2001 leitet Eric Schmidt den Marktführer, 2004 folgte der Börsengang, der die beiden Gründer zu Multimilliardären machte. Nicht zuletzt durch die Übernahme vom Online-Vermarkter Doubleclick für 3,1 Milliarden Dollar dominiert Google mit 80 Prozent Marktanteil das Geschäft mit Online-Werbung. Der Marktwert des Unternehmens legt derzeit bei 220 Milliarden Dollar und die Marke Google zählt zu den wichtigsten der Welt.

Hintergrund: News Corporation

Rupert Murdoch gründete die News 1979 in Australien. Zum Konzern gehören Verlage, Zeitschriften und Fernsehsender auf der ganzen Welt, darunter Dow Jones, New York Time, The Times, 20th Century Fox und Premiere. Auch Internetfirmen wie Myspace, Jamba und IGN gehören zum Medienimperium. Seit 1985 hat der gebürtige Australier die US-Staatsbürgerschaft, wodurch er auch das Recht erhielt, Fernsehstationen zu betreiben. Im Jahr 2004 wechselte der Stammsitz des Unternehmens von Australien in USA verlegt und die News Corporation im Bundesstaat Delaware neu gegründet.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.