Twitterer nehmen Abschied vom King of Pop

26. Juni 2009, 11:03 Uhr

Bevor die meisten Medien überhaupt Notiz vom Ableben Michael Jackson nahmen, verbreitete sich die Nachricht bei Twitter. Inzwischen prasseln Meldungen über den verstorbenen Superstar im Sekundentakt ein und macht den Microblogging-Dienst zum "King of Kondulenz".

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Auf der ganzen Welt wird um Michael Jackson getrauert©

Die Nachricht von Michael Jacksons Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Der Hollywood-Onlinedienst tmz.com hatte zuerst gemeldet, dass der "King of Pop" einen Herzinfarkt nicht überlebt hatte. "Wir haben erfahren, dass Jackson keinen Puls mehr hatte, als die Rettungsmediziner eintrafen", schrieb tmz.com am Donnerstag um 14.20 Uhr Ortszeit (23.20 Uhr MESZ). Der zum Online-Giganten AOL gehörende Dienst musste kurz darauf vor dem großen Interesse der Internet-Gemeinde am Schicksal von "Jacko" kapitulieren. Die Server von tmz.com brachen zeitweise unter der Last der Anfragen aus dem Web zusammen.

Aber nicht nur der AOL-Dienst hatte seine Schwierigkeiten, den Ansturm zu bewältigen. 30 der wichtigsten Internet-Nachrichtenseiten in den USA waren zeitweise nicht zu erreichen oder reagierten deutlich langsamer als üblich, registrierte das Spezial-Unternehmen Keynote Systems, das die Leistungsfähigkeit von Webangeboten regelmäßig überprüft. Betroffen waren besonders die Portale der lokalen Zeitung aus Los Angeles (LATimes.com) sowie die TV-Sender ABC News und CBS. "ABCNews.com konnte über zwei Stunden hinweg von 90 Prozent der User nicht erreicht werden", sagte Shawn White von Keynote Systems.

Noch bevor sein Tod offiziell bestätigt war, strömten schon die Würdigungen und Trauerbekundungen für Michael Jackson ein. Innerhalb von Sekunden sprachen sich die Berichte über den Tod des "King of Pops" unter den Fans weltweit herum. Per Internet oder SMS, es herrschte Bestürzung. Der Kurznachrichtendienst Twitter ächzte unter der Last. Im Sekundentakt sendeten die Twitter-Anwender News, Gerüchte, Kondolenzbekundungen und Kommentare in ihren "Tweets" und brachten den Dienst an den Rand des Absturzes. In einer Stunde trafen mehr als 100.000 Kurztexte zu Michael Jackson ein. Zeitweise musste die Suchfunktion des Kurznachrichtendienstes deaktiviert werden, um Twitter online lassen zu können. Dennoch versagten die Twitter-Server immer wieder ihren Dienst.

Selbst der Suchmaschinen-Riese Google wurde von dem "Erdbeben" erschüttert, das die Todesmeldung des Klatschdienstes tmz.com ausgelöst hatte. Da Millionen von Internet-Nutzern bei Google News in kürzester Zeit nach "Michael Jackson" suchten, gingen die Suchprogramme von Google von maschinengesteuerten Attacken aus, wie sie von einem mit kriminellen Absichten gesteuerten "Bot-Net" ausgeführt werden können. Die Web-Anwender bekamen deshalb zeitweise nur eine Fehlermeldung des Google-Systems zu sehen: "Ihre Eingabe sieht wie eine automatisch generierte Anfrage von einem Computer-Virus oder einer Spyware- Anwendung aus."

Im Online-Lexikon Wikipedia tobte nach der Meldung von tmz.com ein Streit unter den Autoren, die den Eintrag von Michael Jackson bearbeiteten. Kurz nachdem der AOL-Dienst ohne nähere Quellenabgabe den Tod gemeldet hatte, wurde auch der Wikipedia-Eintrag entsprechend geändert. Andere Autoren machten diese Eingabe wieder rückgängig, da keine verlässlichen Quellen für die Todesnachricht vorlagen. Der "Edit-War" flaute erst ab, als ein Gerichtsmediziner bestätigt hatte, dass Jackson nicht wiederbelebt werden konnte.

Promis äußern sich auf Twitter

Hollywood-Schauspielerin Demi Moore "twitterte": "Ich bin tief betrübt über den Tod von Farrah Fawcett und Michael Jackson. Vor allem wegen ihrer Kinder." Ihr Ehemann Ashton Kutcher sendete ebenfalls sein Beileid im Netz. "Ich schicke Liebe und Licht an die Familie und Freunde und vor allem an seine Kinder."

Arnold Schwarzenegger schrieb: "Wir haben einen großen Entertainer und eine Pop-Ikone verloren. Meine Gedanken und Gebete gehen zu Michael Jacksons Familie, seinen Freunden und Fans."

Auch der Rapper P. Diddy äußerste sich per Twitter: "Michael Jackson zeigte mir, dass man den Beat tatsächlich sehen kann. Er erweckte die Musik zum Leben! Er brachte mich dazu, an Zauberei zu glauben. Ich werde ihn vermissen!"

"Das kann nicht wahr sein", twittert (zwitschert) beispielsweise QeenBeee. "Ich bin total geschockt", schreibt SaraBANG. "CMAC1216 ergänzt: "Verdammt, verdammt, verdammt" mariehk: "Ich vermisse ihn jetzt schon."

Der Musikproduzent Quincy Jones sagte dem Sender MSNBC, "vollkommen am Boden zerstört" zu sein. Jackson habe "alles gehabt - Talent, Anmut, Professionalität und Einsatz". "Ich habe heute meinen kleinen Bruder verloren, und ein Teil meiner Seele ist mit ihm gegangen."

Auf der Suche nach Stimmen

Medien weltweit bemühten sich, so schnell wie möglich Live-Stimmen zu bekommen. Ein enger Freund Jacksons, der Bühnenmagier Uri Geller, rang in britischen Sendern um seine Stimme. Er erklärte, Jackson sei womöglich am Stress vor seiner Konzertreihe in London umgekommen. "Die Erwartung und die Leidenschaft, mit der er dieses Comeback machen wollte, haben ihm vielleicht zugesetzt."

Auch auf dem berühmten Rockfestival im englischen Glastonbury war die Nachricht von Jacksons Tod wichtiger als jede Band - einige der Fans hier hatten auch Tickets für die Jacko-Konzertreihe in London. Besucher berichteten, dass überall auf dem Festivalgelände Jackson- Lieder gespielt wurden. "Wir haben einfach Party gemacht, und dann haben die Leute SMS bekommen und gesagt, er ist tot", sagte Musikfan David Harris (27). "Jeder rennt herum und fragt, hast du es schon gehört? Michael Jackson ist wie Kurt Cobain für Leute meiner Generation. Er ist zentral für unsere Generation."

Abschiedsworte für Michael Jackson

Michael Jackson, einer der weltweit größten Musikstars, ist in der Nacht zum Freitag gestorben. Überall wird um den King of Pop getrauert. Hier haben Sie die Gelegenheit, Abschied vom Ausnahmekünstler zu nehmen und ihm einen letzten Gruß zu hinterlassen.

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