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8. März 2009, 17:21 Uhr

Frische Luft fürs Internet

Online geht man längst nicht mehr nur am Schreibtisch oder im Internetcafé. Mobiles Surfen, ob mit Handy oder Laptop, ist eines der großen Themen auf der Cebit. Neue Geräte und günstige Datentarife machen es zum Massenphänomen. Von Ulf Schönert

Internet, Handy, Mobiltelefon, online, unterwegs

Draußen zu surfen, liegt immer mehr im Trend© Marek Vogel

Raus jetzt, Surfer! Raus aus dem Büro. Raus aus dem Wohnzimmer, raus auf die Straße, sogar raus aus der Stadt: Das Internet gibt es jetzt überall. Vorbei ist die Zeit, in der Internetnutzer mit Kabeln ans Netz gefesselt waren wie ein Gefangener an die Eisenkugel. Im Bus, im Klassenzimmer, am Strand, im Café, auf der Parkbank, im Stadion, auf dem Berggipfel, im Zug, im Wald: Niemand muss mehr offline sein.

Es sind die modernisierten Handynetze, die das Überall-Surfen möglich machen. Allein in diesem Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom eine Zunahme der mobilen Internetanschlüsse von 16 auf 22 Millionen. Wofür das Telefon rund 100 Jahre gebraucht hat - vom kabelgebundenen Kommunikationspunkt zum allgegenwärtigen Begleiter zu werden -, scheint dem Internet nun in einem Bruchteil der Zeit zu gelingen. Es wird flügge.

Wenn am 3. März in Hannover die diesjährige Cebit eröffnet wird, dreht sich alles nur um das mobile Netz. Provider, Gerätebauer, Software- und Webseiten-Programmierer erfinden neue Hardware und neue Datenübertragungstechniken für das mobile Zeitalter. Und selbst die Art, wie Webseiten gestaltet werden, verändert sich (siehe Kasten). Das Internet macht sich bereit zum Ausgehen.

Kein Kabelsalat mehr

Genau genommen stimmt selbst die Bezeichnung "Internet" nicht mehr. Denn mit einem Netz hat das, was man aus dem Englischen mit "Zwischennetz" oder "Verbundnetz" übersetzen kann, nicht mehr so viel zu tun. Leitungen aus Kupfer oder Glas, die zu Maschen verwoben sind: Das war früher, als alles noch neu war. Straßen und Wände mussten da aufgerissen werden, um all die Kabel zu verlegen, an deren Ende Computer, meist klobige, graue Kisten, angeschlossen wurden. Das Internet war ein großer Kabelsalat, versteckt hinter Putz, vor allem aber voller Löcher.

Beim neuen Internet kommen die Daten nicht mehr aus Erdkabeln und Wandsteckdosen. Sie werden durch die Luft gefunkt, blitzschnell und unsichtbar wie Radiowellen. Geschäftsleute, die sich den mobilen Datentransfer von der Firma bezahlen lassen, surfen schon lange so mit ihren Notebooks und Blackberrys - zu Preisen aber, die sich nur wenige Privatleute leisten mochten. Doch jetzt, wo die Tarife günstiger geworden sind, erreicht der Trend auch die breiten Massen. Der Hausarrest für Surfer ist vorbei.

Abends nach Hause kommen und "erst einmal E-Mails checken"? Warum denn, die hat man doch alle schon unterwegs gelesen! Ein teures Navigationsgerät kaufen? Man kann doch unterwegs einfach "Google Maps" benutzen. Einen Reiseführer mitnehmen? Infos über die Sehenswürdigkeit, vor der man steht, gibt es doch kostenlos bei Wikipedia!

Überblick verschaffen

Über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter halten sich Freunde auch dann auf dem Laufenden, wenn sie nicht zu Hause sind. Verbraucher vergleichen den Ladenpreis im Kaufhaus mit Angeboten aus dem Internet oder lassen sich mit Google Maps anzeigen, wie weit es bis zum billigeren Konkurrenz-Laden ist.

Konnte der Besuch einer einzigen Webseite vor ein paar Jahren noch mehrere Euro kosten, sind die Tarife inzwischen überwiegend fair. Die Mobilfunkanbieter kommen fast im Wochentakt mit neuen Billigtarifen, und auch die DSL-Betreiber machen beim Preiswettbewerb mit.

Zwei Möglichkeiten gibt es hauptsächlich, unterwegs online zu gehen. Die erste ist die altmodischere: über WLAN. Das ist die Abkürzung für Wireless Local Area Network und steht für die gleiche Technologie, die auch in vielen Wohnungen für drahtloses Internet sorgt. WLAN hat viele Vorteile und nur einen Nachteil. Die Vorteile: Jedes Notebook kann sich über WLAN mit dem Internet verbinden, Zusatzhardware ist also unnötig. Die Verbindung ist in der Regel schnell, stabil und kostengünstig, verfügt aber - und das ist der Nachteil - nur über eine begrenzte Reichweite. Wer unterwegs über WLAN ins Internet möchte, muss sich also in der Nähe eines WLAN-Senders aufhalten, auch Access Point oder Hotspot genannt, und das schränkt die Mobilität erheblich ein. WLAN ist deshalb erste Wahl, wenn man an einem bestimmten Ort ins Netz gehen will, zum Beispiel in einem Café, Restaurant, Hotel, in der Flughafenlobby, in den Bahn-Wartebereichen. Wer aber versucht, außerhalb der Reichweiten solcher (manchmal kostenlosen, oft aber kostenpflichtigen) Hotspots mobil zu surfen, bekommt die Fehlermeldung: kein Empfang.

Ohne Hotspot auskommen

Dann hilft nur noch die zweite, modernere Möglichkeit: Surfen über das Handynetz. Genauer gesagt über UMTS, das für Universal Mobile Telecommunications System steht. UMTS gibt es noch nicht überall: Die Netze, deren Frequenzen im Jahr 2000 für rund 50 Milliarden Euro versteigert wurden, werden noch immer ausgebaut, sind in allen wichtigen Ballungsgebieten aber verfügbar. Mit UMTS ist bequemes Surfen auch außerhalb der Reichweite von Hotspots möglich. Das in Teilen des UMTS-Netzes gebräuchliche Übertragungsverfahren HSDPA ermöglicht Verbindungen sogar in DSL-Geschwindigkeit. Das geht allerdings nur in den Netzen von T-Mobile, Vodafone und zum Teil bei O2. Viele neue Handys beherrschen von Haus aus diese Technologie, Computer müssen normalerweise mit einem UMTS-Stick nachgerüstet werden. Doch auch dort, wo UMTS nicht funktioniert, kann man mobil ins Netz, über das zwar veraltete, aber immer noch funktionsfähige GPRS oder dessen schnellere Variante EDGE, die vor allem von T-Mobile in großem Stil eingesetzt wird. Voraussetzung ist ein entsprechender Handyvertrag, der Datenübertragung zulässt. Und Hardware, mit der man die Funkdaten aus dem Handynetz empfangen kann.

Auf der nächsten Seite finden Sie eine Übersicht der aktuellen Datentarife für die mobile Internetnutzung

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 10/2009

Weniger ist mehr im mobilen Netz Spezielle Internetseiten für Handy-Surfer besinnen sich auf das Wesentliche Wer mit dem Mobiltelefon ins Internet geht, hat einen kleineren Bildschirm zur Verfügung - was unpraktisch ist, wenn man Webseiten anschauen will, die eigentlich für große PC-Monitore konzipiert worden sind. Zwar haben sich die Programmierer allerhand einfallen lassen, um die Darstellung großer Seiten auf kleinen Displays zu erleichtern: So kann man bei neuen Geräten per Fingerzeig auf dem Touchscreen über die Seiten wandern, kann sie hin- und herschieben, Ausschnitte vergrößern und wieder verkleinern, um den Überblick zu behalten. Trotzdem empfiehlt es sich, beim mobilen Surfen auf speziell für Handys optimierte Webseiten auszuweichen. Viele Internetanbieter haben sich nämlich auf diese Kundschaft eingestellt und abgespeckte Varianten ihrer Homepages programmiert. Auf ihnen sind die Bilder kleiner, die Texte kürzer, die Eingabefelder schmaler. Zum Beispiel erreicht man Google über www.google.de/m , die Bahn unter mobile.bahn.de, Ebay unter wap.ebay.de. Auch das Internetlexikon Wikipedia hat eine Mobil-Seite (de.wap.wikipedia.org) eingerichtet. Und das Online-Angebot des stern liest man auf dem Handy am besten unter m.stern.de oder mit der iPhone-App.

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Eisenbaer (08.03.2009, 19:56 Uhr)
Nachtrag
Mittels Skype, Headset und Webcam lässt sich auch ein Online-Meeting mit allen Schikanen beispielsweise am Nordseestrand sitzend durchführen. Nur die Möwen waren Zeuge... ;-))
Eisenbaer (08.03.2009, 19:48 Uhr)
Ich bevorzuge ein Netbook...
...mit lediglich 12 GB Flashspeicher (ASUS EE 901); das reicht völlig aus. Denn mehr als Betriebssystem, Office-Programm und einigen Programmen für´s Internet braucht nicht drauf. "Zur Not" passt aber auch eine SDHC-Speicherkarte. Ohne herkömmliche Festplatte und CD/DVD-Laufwerk ausgerüstet gibt es so gut wie keine beweglichen, stromfressenden Teile. Deshalb hält dieser Winzling ohne weiteres auch gute acht Stunden Betrieb durch.

Stern.de auf´s Handy oder den Blackberry einrichten und dann mit der Lupe surfen? Viel zu Zeit-intensiv, das geht viel flotter mit dem Netbook. Und die Schreibgeschwindigkeit mit einer halbwegs normalen Tastatur... da kommt kein Verlangen nach einem Blackberry oder einem Klapphandy auf.

Schnell mal eine kurze Pause in der freien Natur genutzt, Netbook an und aufgeklappt, UMTS-Stick dran und aktiviert, dann ein wenig surfen und wenig mailen, ein wenig chatten, ein paar Kommentare hier und da erfassen, schon ist der Kopf wieder frei oder hat man die fehlende Info für´s nächste Meeting recherchiert.

Ist wesentlich sinnvoller als so ein Spielzeug von Notebook... ;-))
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